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Essanfälle & Binge Eating

Essen kann auf unterschiedliche Weise zur Belastung werden: durch wiederkehrende Essanfälle, das Gefühl, nicht aufhören zu können, ständiges Essen über den Tag verteilt oder nächtliches Essen. Nicht immer liegt eine diagnostizierte Essstörung vor. Entscheidend ist, wie sehr das Essverhalten den Alltag und das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigt.

Bei intakt! finden Menschen mit Essanfällen, Binge Eating und anderen belastenden Essmustern individuelle Unterstützung, unabhängig davon, ob bereits eine Diagnose besteht.

Unterschiedliche Formen belastenden Essens

Die folgenden Erfahrungen werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber nicht dasselbe. Nicht jeder Essanfall bedeutet eine Binge-Eating-Störung.

Essanfälle

Wiederkehrende Episoden, in denen Menschen das Gefühl haben, die Kontrolle über das Essen zu verlieren. Oft wird in kurzer Zeit mehr gegessen als beabsichtigt, häufig allein, und danach bleiben Scham, Ekel oder Niedergeschlagenheit zurück.

Daueressen

Wiederholtes Essen oder Naschen über längere Zeit, ohne klar abgrenzbare Essanfälle. Fachlich wird dafür teilweise der Begriff „Grazing“ verwendet. Auch dabei kann das Gefühl entstehen, das Essen nicht steuern zu können.

Nächtliches Essen

Wiederkehrendes Essen am späten Abend oder in der Nacht, manchmal verbunden mit dem Gefühl, ohne Essen nicht (wieder) einschlafen zu können. Bei entsprechender Ausprägung kann ein Night-Eating-Syndrom vorliegen.

Emotionales Essen

Essen im Zusammenhang mit Gefühlen wie Stress, Traurigkeit, Einsamkeit oder Anspannung. Emotionales Essen ist weit verbreitet und nicht automatisch eine Essstörung. Belastend wird es, wenn Essen zur wichtigsten oder einzigen Möglichkeit wird, mit Gefühlen umzugehen.

Binge-Eating-Störung

Bei einer Binge-Eating-Störung treten Essanfälle mit Kontrollverlust über längere Zeit regelmäßig auf und verursachen erheblichen Leidensdruck. Anders als bei der Bulimie folgen in der Regel keine regelmäßigen Versuche, das Gegessene auszugleichen. Ob die diagnostischen Kriterien erfüllt sind, wird in einem fachlichen Gespräch geklärt.

Was Betroffene häufig erleben

Viele Menschen mit Essanfällen beschreiben einen inneren Kreislauf: Anspannung, Stress, Langeweile, innere Unruhe oder ein Gefühl von Leere, dann das Essen, das kurzfristig entlastet, und danach Scham, Schuldgefühle und der Vorsatz, es beim nächsten Mal anders zu machen. Diäten können diesen Kreislauf zusätzlich verstärken.

Essanfälle haben nichts mit fehlender Disziplin zu tun. Sie kommen bei Menschen mit ganz unterschiedlichem Körpergewicht vor. Viele sprechen jahrelang mit niemandem darüber, oft aus Scham oder dem Gefühl nicht verstanden zu werden.

Mögliche Auswirkungen

Wiederkehrende Essanfälle können sich auf Stimmung, Schlaf, Konzentration und Beziehungen auswirken. Häufig gehen sie mit Niedergeschlagenheit, Ängsten oder sozialem Rückzug einher. Auch körperliche Beschwerden sind möglich. Eine ärztliche Abklärung bei intakt! hilft, die eigene Gesundheit gut im Blick zu behalten, ohne das Gewicht in den Mittelpunkt zu stellen.

Wann kann Unterstützung sinnvoll sein?

Wenn Sie sich vor dem nächsten Essanfall fürchten, wenn Sie sich nach dem Essen oft sehr schlecht fühlen, wenn Gedanken ans Essen viel Raum einnehmen oder Sie Situationen vermeiden, ist ein Gespräch sinnvoll. Sie müssen dafür keine Diagnose haben und nicht sicher sein, dass Ihre Beschwerden „schwer genug“ sind.

Wie kann intakt! unterstützen?

Nach einem Erst- und Anamnesegespräch wird gemeinsam überlegt, welche Unterstützung für Sie am besten passt. Psychotherapie kann helfen, Auslöser und Muster hinter den Essanfällen zu verstehen. Diätologische Begleitung unterstützt dabei, wieder mehr Regelmäßigkeit und Gelassenheit im Essalltag zu finden, ohne neue Verbote. Eine medizinische Abklärung behält die körperliche Gesundheit im Blick. Ergänzend gibt es Gruppenangebote, das Skillstraining und eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Essanfällen.

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