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Fressattacken

(Anonym fragte am 10.01.2015 um 02:23:23)

Ich bin magersüchtig aber in letzter zeit habe ich immer solche schrecklichen fressanfälle. Am Anfang habe ich am Abend immer so extrem viel Hunger bekommen dass ich berge von Gemüse noch verdrückt und in mich hinein gestopft habe. Danach habe ich mich immer so schrecklich voll und fett gefühlt und das war extrem schrecklich für mich. Obwohl ich mir bei Gemüse doch Wegen zu vielen kalorien und einer daraus folgenden Gewichtszunahme gar keine Gedanken machen brauchte da das sehr unwahrscheinlich war. Ich habe davon auch nicht zugenommen, worüber ich erleichtert war.
Aber ich hasste diese fressanfälle am Abend und wenn ich mich danach dann immer so überfüllt gefühlt habe. Deshalb wollte ich etwas ändern und habe begonnen mir jeden Tag etwas süßes wie Schokolade zu erlauben, da ich Schokolade früher immer geliebt habe und ich hoffte, dass ich dadurch auch mit süßem befriedigt war und diese fressanfälle nicht mehr habe. Außerdem wollte ich Schokolade essen da ich so leichter kalorien zusammen bekomme damit ich nicht wieder noch mehr abnehme und es im Bauch ein besseres Gefühl war weil die Schokolade den Magen nicht so füllte. Ein paar mal klappte das auch. Aber dann bekam ich wieder diese nervigen fressanfälle - aber zum glück schaffte ich es oft dass ich wieder große Berge von Gemüse und mehrere Becher joghurt verzehrte - denn ein fressanfall mit Schokolade wäre noch schlimmer gewesen wegen der vielen kalorien. Mir ging es zwar nachher nicht so gut und mir war etwas schlecht aber das verging wieder.
Ich versuchte auch eine vormittagsjause noch einzubauen aber ich bekam am Abend trotzdem immer wieder diese fressattacken wo ich alles in mich hinein stopfte. Und jetzt habe ich sie auch schon oft mit Schokolade und anderen süßen kalorienreichen Sachen. Oft denke ich mir ich muss mehr süßes essen damit ich auf die kalorien komme die ich am Tag brauche um mein Gewicht so halbwegs zu halten und da mir Schokolade gut schmeckt und ich da nicht dieses unangenehme Völlegefühl habe - esse ich nun immer zwei oder drei schokoriegel oder Kekse am Abend. Aber dann bekomme ich wieder mehr Hunger ( obwohl ich oft nicht sagen kann ob es Hunger ist oder das wissen dass man noch immer zu wenig gegessen hat und deshalb sich mehr erlaubt oder ob es dann später einfach nur mehr Gusto ist) und esse noch mehr süßes und kann dann oft einfach nicht mehr aufhören sodass ich solange süßes in mich hineinstopfe bis mir so extrem schlecht ist dass ich fast kotzen muss. Ich kann einfach nicht aufhören weil ich es noch nicht spüre wann es genug ist genau sowenig wie ich oft kein Hungergefühl habe aber dann trotzdem etwas esse da ich nicht abnehmen darf Weil ich nicht wieder ins Krankenhaus möchte. Nach diesen fressanfällen wo ich Unmengen an süßes Zeug in mich hinein stopfe geht es mir dann immer so extrem schlecht. Am liebsten würde ich alles wieder erbrechen aber das gelang mir leider bis jetzt noch nie. Mir ist dann immer unglaublich schlecht, habe schreckliche Bauchschmerzen und dass am nächsten Tag meistens auch noch so stark dass ich fast nichts essen kann. Auch das schlechte Gewissen plagt mich sehr. Diese fressattacken sind so extrem quälend für mich und ich hasse es wenn es mir nachher so extrem schlecht geht. Haben Sie vielleicht eine Idee was ich machen könnte um diese fressanfälle zu vermeiden ???
Am nächsten Tag nach diesen abendlichen fressanfällen geht es mir dann immer so schlecht, dass ich dann kein frühstück esse. Und auch so wenig esse - erstens weil mir nichts schmeckt weil es mir vor dem essen noch immer so graust und mir noch so schlecht ist und weil ich es. Wegen meinen schlechten Gewissen und diesen zermürbenden Gedanken auch nicht geschafft hätte. Manchmal nehme ich auch Abführmittel weil ich so schlechtes Gewissen habe so viel gegessen zu haben aber das hilft leider auch nicht immer.
Da ich dann am nächsten Tag noch so wenig essen kann weil es mir so schlecht geht, kann ich mich nicht besonders gut aufs lernen und die Schule konzentrieren obwohl ich genug zu tun hätte da ich für die Matura lernen sollte. Das alles ist so ein Teufelskreis - ich will da endlich raus und nicht mehr diese quälenden fressattacken haben. Haben Sie irgenfwelche Ideen was ich machen könnte um diese fressanfälle zu verhindern????

(INTAKT antwortet am 14.01.2015 um 15:38:02)

Der Teufelskreis, den Sie in allen Variationen schildern, ist wirklich eine große Herausforderung beim Krankheitsbild Anorexia nervosa. Jede(r) Betroffene hat in dem Stadium des Gesundungsprozesses, wo es wieder ums regelmäßige Essen gehen muss, eine überdimensionale Angst vor zu viel Zunehmen.Diese Angst ist unbegründet, wenn man regelmäßige Mahlzeiten zulässt und in denen man abwechslungsreich und vor allem auch ausreichend isst. Dann pendelt sich letztlich das Gewicht beim sehr individuellen \"Setpointgewicht\" ein. Leider hat man in der anorektischen Phase jegliches Maß für ausreichendes Essen verloren und manchmal sogar überhaupt das Hungergefühl. Deshalb ist es so wichtig, dass man sich regelmäßige Essenszeiten angewöhnt. Natürlich nimmt man zu, wenn man wieder regelmäßig isst, aber das muss man ja, um wieder gesund werden zu können. Wenn man während der Essenszeiten zu wenig isst, ist es nur allzu erklärlich, dass es zu Essanfällen kommen kann. Der Körper holt sich dann schließlich, was er braucht. Dann ist es aber auch wichtig, am nächsten Tag trotzdem die regelmäßigen Essenszeiten einzuhalten, sonst verschärft sich dieser Teufelskreis. Manchmal müssen aber auch Essanfälle für einen Stressabbau herhalten und da wäre es wichtig herauszufinden,wie man so einen Stressabbau auf eine andere, gesündere Weise ermöglichen kann. Darum empfehlen wir Ihnen für diese schwierige Phase, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alles Gute für weitere, wichtige Schritte !

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