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Magersucht

(Anonym fragte am 27.10.2014 um 18:41:14)

Liebes Intakt-Team!
Meine Schwester ist magersüchtig. Sie hat schon eine zehn-wöchige Therapie hinter ihr und danach hatte ich und meine Familie das Gefühl, dass es ihr weitergeholfen hat, die Magersucht zu besiegen. Leider ist sie nicht mal 2 Monate nach der Therapie wieder am Gewichts-Minimum. Sie wünscht sich nichts mehr als ein Baby und ich dachte, dass ihr dieser Wunsch als Motivation dient, gesund zu werden. Nun hat ihr aber eine Ärztin gesagt, dass sie vielleicht schon unfruchtbar ist. Dass hat sie nur noch mehr aus der Bahn geworfen und sie meint, dass es jetzt sowieso keinen Sinn mehr macht Gesund zu werden. Ich würde gerne wissen, wie ich ihr als Schwester, am Besten zur Seite stehen kann. Wie meine Familie und ich, ihr wieder zum regelmäßigen Essen lernen, helfen können, was sie ja nach der Therapie schon selbstständig gemacht hat und nun wieder gar nicht mehr macht!

Eine verzweifelte große Schwester.

(INTAKT antwortet am 29.10.2014 um 11:18:00)

Liebe verzweifelte große Schwester! Wenn Sie schreiben, dass Ihre Schwester eine 10wöchige Therapie hinter sich hat, klingt dies nach einem stationären Aufenthalt. Dieser ist immer sehr hilfreich, weil man sich in dieser Zeit so ganz auf sich beziehen kann und vielleicht einiges entdeckt, wofür die Magersucht herhalten hat müssen. Jedoch braucht es eine anschliessende Einzeltherapie, um diese Erkenntnisse gut zu integrieren und an diesem Gesundungsprozess dranzubleiben. Es ist natürlich grausam, wenn eine Ärztin so eine negative Aussage macht, denn es gibt unzählige gesunde Frauen, denen ein Kinderwunsch leider versagt bleibt, aber auch viele magersüchtige Frauen, die trotzdem schwanger werden, wo die Medizin erstaunt ist, wie das möglich ist, aber vor allem gibt es viele ehemalige Magersüchtige, die ein Baby bekommen. Also ist es wichtig, Ihrer Schwester dies zu vermitteln, aber ihr auch klar zu machen, dass es jedenfalls wichtig ist, dass sie wieder gesund wird, denn wer weiß schon, welche Freuden ihr das Leben noch ermöglichen wird, die sie momentan noch gar nicht erahnen kann.
Als Familie ist es am hilfreichsten, ihr zu vermitteln, dass Ihre Schwester jedem wichtig ist und alle bereit sind, sie zu unterstützen - jeder nach seinen Möglichkeiten, z.B. für sie zu kochen, oder mit ihr etwas zu unternehmen, was ihr auch vor der Erkrankung schon wichtig war oder Spaziergänge in der Natur ... - um sie durch diese schwierige Zeit durchzubegleiten. Aber sehr wichtig wäre es, wenn Ihre Schwester weiter professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, um ihrem Leben wieder eine gesunde Perspektive geben zu können. Bleiben Sie weiter liebevoll dran an Ihrem Dasein für Ihre Schwester und danke für Ihr Schreiben!

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