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essstörung

(puppe fragte am 04.10.2014 um 12:21:21)

ich leide seit einigen jahren an anorexie typ 2. ich bin 172 gro0 und wiege 32 kg. ich falle auch nicht unter die typische altersklasse. ich bin 45 jahre alt und habe auch schon einen erwachsenen sohn. ich hab schon einiges unternommen, doch mit bescheidenem erfolg. ich war schon 3 monate in einem therapiezentrum stationär. ich habe dort zugenommen, jedoch nur weil die behandlung auf druck aufgebaut war. ohne gewichtszunahme kein besuch meiner familie und kein freizeitausgang. zu hause ist es jedoch wieder bergab gegangen. ich war auch schon 2 mal so ca 3 wochen in spitälern zum zunehmen. mit druck kann ich zunehmen, das hab ich schoon bemerkt. außerdem durfe ich von den krankenhäusern erst mit einem bestimmten gewicht nach hause.eine therapie bzg. meiner essstörung fand in den spitälern nicht statt. 15 Monate hab ich auch schon eine gesprächstherapie gemacht, die leider auch gar nichts gebracht hat. nur frust. ich möchte mir so gerne helfen lassen, doch es ist soo schwer. die ganzen behandlungen werden erst ab einem bestimmten BMI gemacht, von dem ich weit entfert bin. ich bräuchte nach einem spitalsaufenthalt zum zunehmen, im anschluss gleich einen therapieplatz. doch leier sind die wartezeiten meist sehr lange und bis dahin habe ich wieder an gewicht verloren. ich kann bestimmte sachen essen, die mir im koopf kein problem machen. es sind auch naschereien. ich kann dieses gefühl im magen nicht vertragen, wenn etwas (vielleicht zuviel)drinnen ist. dann beginnt der kopf verrückt zu spielen und ich werde total unruhig und zappelig. ich muss dann auch sofort daran denken was die waage anzeigt.es macht mir ein problem nach dem essen mehr draufzusehen, obwohl ich weiß dass ich das nicht zugenommmen bin. ich bin auch total unglücklich mit meinem körper, denn eigentlich will ich nicht so dünn sein, so wie ein skelett. ich möchte dicker sein, doch mein problem sind die zahlen auf der waage. ich müsste sie wegwerfen, doch das schaffe ich nicht. es kommt dieser zwang und drang draufzusteigen und dann ist es zu spät. ich kann es nicht mehr aufhalten und erbreche. währenddessen hasse ich ich schon dafür. für meine schwäche und mein versagen hasse ich mich und nehme mir wieder und wieder vor, das nächste mal schaffe ich es. aber ich schaffe es nicht alleine. meine familie leidet auch sehr darunter, da es mir schlecht geht und ich sehr schwach bin. ich hätte auch kein problem wieder ins spital zu gehen. doch ich habe angst vor einer erneuten enttäuschung. das gewicht wieder zu verlieren und kein stück weitergekomen zu sein. ich brauche dringend rat. was soll ich tun, wie kann ich es da raus schaffen??

(INTAKT antwortet am 06.10.2014 um 15:10:49)

Es bedurfte sicherlich viel an Mut, Ihre Geschichte so genau aufzurollen! Ihre Enttäuschung und Angst ist sehr nachvollziehbar. Sehen Sie Ihren Krankheitsverlauf jedoch nicht nur als Versagen, vielleicht bedarf es einfach an mehr Zeit und vor allem an einem Verlauf, den Sie mit einer anderen Haltung annehmen können. Wie Sie in Ihrem Brief geschildert haben, war der stationäre Erfolg nur durch Druck und Zwang möglich, allerdings braucht es bei diesem niedrigen BMI eine Sondennahrung (Ihrem Brief ist zu entnehmen, dass Sie sich darauf auch wieder einlassen würden) damit Sie ein Gewicht erreichen können , bei dem Sie für einen stationären psychosomatischen Turnus (zum Beispiel bei den Barmherzigen Schwestern)aufgenommen werden können. Danach allerdings brauchen Sie wirklich eine gleich anschließende Einzeltherapie, damit Sie gut in Ihren Alltag zurückfinden können. Denn bei einem zu niedrigen BMI ist auch gar keine Therapie möglich, weil Ihr unterversorgtes Hirn dazu nicht fähig ist. Deshalb sind Sie im Spital auch immer nur „aufgepäppelt“ worden.
Mit Ihrem Brief zeigen Sie, dass Sie neue Schritte angehen wollen, dann werden sich auch Wege dafür finden!! Wichtig dafür ist, dass Sie alle „Misserfolge“ vergessen und sich erlauben, medizinische Maßnahmen anzunehmen und eine klare Entscheidung treffen, um aus dem Sog der Anorexie herauszukommen. Alles, alles Gute und schreiben Sie wieder, wenn Sie noch weitere Fragen haben!!!

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