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Fressattacken bestimmen mein Leben

(Anonym fragte am 12.08.2014 um 11:42:26)

Liebes Intakt-Team,
bei mir läuft es im Moment eigentlich ziemlich gut: ich habe einen tollen Nebenjob und arbeite ehrenamtlich bei einem Filmfestival mit. Bei beiden \"Aufgaben\" habe ich schon viele interessante und nette Leute kennen gelernt.
Trotzdem habe ich mindestens einmal in der Woche eine richtig heftige Fressattacke. Danach geht es mir meistens total mies und ich ärgere mich irrsinnig darüber, dass ich wieder \"schwach\" geworden bin. Danach bin ich nicht \"fähig\" irgendetwas zu machen: ich sage Treffen oder wichtige Termine ab, weil ich mich in meinem Körper unwohl fühle. Zu meiner \"Vorgeschichte\": ich habe vor etwa vier Jahren damit begonnen, meine Ernährung umzustellen und Sport in mein Leben zu integrieren. Ich habe dadurch richtig viel abgenommen. Es ging so gut, dass ich weiter gemacht. Ich konnte nicht mehr aufhören und zwei Jahre nach der Umstellung war ich sogar knapp an der Grenze zur Magersucht, sodass sich Bekannte, Verwandte und Freunde schon Sorgen gemacht haben. Nach einer Weisheitszahn-OP kam dann die \"Wende\": ich konnte eine Woche nicht wirklich essen. Als alles wieder in Ordnung war, hatte ich die erste Fressattacke. Das war vor zwei Jahren. Seitdem habe ich das regelmäßig. Ich kann mit niemanden wirklich darüber reden, weil die Leute dann immer sagen: das hat jeder mal, mir geht´s genauso etc... Das glaube ich dann auch und denke, ich bilde mir eine mögliche Binge-Eating Störung nur ein, bis die nächste Fressattacke kommt, die ich nur habe, wenn ich alleine bin, weil ich mich für mein \"unmäßiges\" Essverhalten schäme. Ich wohne noch zu Hause und die Sachen, die ich verschlungen habe, kaufe ich nach, damit niemand merkt, dass ich schon wieder alle \"weg gefressen\" habe. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich machen soll.

Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 14.08.2014 um 15:15:43)

Danke für Ihren ehrlichen Brief, Sie fragen, was Sie machen sollen, dabei haben Sie mit Ihrem Brief schon etwas ganz Wichtiges begonnen!!! Sie haben sich erstmal schriftlich an jemanden gewendet, von dem Sie hoffen, dass Sie verstanden werden in Ihrer Sorge um sich. Leider ist die Scham und das sich Schwachfühlen ein treuer Begleiter bei dem Thema Essanfällen. Allerdings sind diese aber auch eine Form einer Bewältigungsstrategie, d. h. sie müssen für etwas herhalten, womit Sie anders nicht fertigwerden. Da wäre es wichtig, Sie hätten eine kompetente Vertrauensperson, mit der Sie erarbeiten könnten, wie Sie andere Ressourcen entwickeln können, damit sich Essanfälle auch wieder verabschieden können. In der Psychotherapie ist es möglich herauszufinden, was Sie wirklich brauchen, damit Sie das, was Ihnen ja auch schon gelungen ist, auch genießen können. Gönnen Sie sich diese Unterstützung, damit Sie auch wieder ganz gesund werden. Sollten Sie in Wien oder Umgebung wohnen, können Sie gerne zu uns kommen, sonst schreiben Sie uns wieder und wir helfen Ihnen, entsprechende Stellen in Ihrer Umgebung zu finden. Alles Gute für ihre nächsten Schritte!!!

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