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Normalgewicht, trotzdem Magersucht und Fressanfälle

(feltcliffe fragte am 27.04.2014 um 20:57:37)

Hallo!

Ich möchte gerne ein Thema ansprechen, das mich zur Zeit sehr verunsichert. (Als Nebeninfo, ich bin 15 Jahre alt)
Und zwar: Ich bin Anfang 2013 in die Magersucht reingerutscht, habe meine Nahrungsaufnahme von 1800 Kalorien am Tag immer weiter reduziert, bis ich im August 2013 oft nur noch 100 bis 200 Kalorien täglich zu mir genommen habe. Ich war immer ein eher rundliches Kind, habe 2012 noch 85kg auf 173cm gewogen. Im August 2012 waren es 47kg. Meine Mutter und ich beschlossen, mich in eine Klinik einweisen zu lassen, da ich selber keine Kraft mehr hatte, ich konnte kaum noch gehen usw. Mitte August wurde ich also aufgenommen, mit einem BMI von ca. 15. Sie sagten, ich müsse mindestens 53 kg wiegen, damit ich entlassen werden könnte, also steigerten sie die Kalorienanzahl immer weiter. Ich nahm anfangs sogar noch ab, danach regulierte es sich und ich blieb konstant auf 49kg. Mir ging es besser, ich fand mich super schön, obwohl andere es krank fanden (vor allem meine Familie, Freunde, die Ärzte). Ich blieb weiter dort, aß meine Mahlzeiten. Ich durfte am Wochenende nach Hause, und so fing es an: die Fressanfälle, immer abends und bis zu 7000 Kalorien, von Schokolade bis zu Chips, Broten, Pasta und Pizza. Schnell nahm ich 3kg zu und wog 52kg. Ich verheimlichte die Fressanfälle und die Ärzte waren sich sicher, ich hätte durch die regelmäßigen Mahlzeiten zugenommen und wäre mental stabil, also wurde ich im Oktober entlassen. Danach hielt ich mein Gewicht, indem ich immer wieder Fressanfälle hatte, danach nur 400 Kalorien zu mir nahm. Im Dezember versuchte ich, mir das Leben zu nehmen, mit Hilfe von einer Überdosis Schlaftabletten - ich endete in einer Psychiatrie auf einer geschlossenen Station für Suizidgefährdete. Dort saß ich nur rum, bekam keine Therapien und fing an, täglich wieder 5000 Kalorien zu \"fressen\". Da ich keine Bewegung hatte und mich nie übergab, stieg mein Gewicht in den drei Wochen Aufenthalt um 5 kg an. Entlassen wurde ich Anfang Januar mit einem Gewicht von 58 kg und einem BMI von 19 (und ein bisschen). Seit dem esse ich mal nichts, mal nur ein bisschen, mal normal und dann fresse ich. Mal sind es 60 kg nach einem Fressanfall, dann 56 kg nach drei Tagen mit 600 Kalorien. Ich bin verzweifelt, da ich mit keinem darüber reden kann. Meine Therapeutin nimmt mich nicht ernst und mir kommt es so vor, als würde mich mit meinem fetten Normalgewicht keiner mehr ernst nehmen. Mein Hausarzt lachte mich aus, als ich meinte, ich sei magersüchtig. Er hatte es mir nicht geglaubt. Ich komme mit meinem Körper nicht klar, fühle mich fett und weine fast täglich. Ich gehe kaum aus dem Haus, habe erneut angefangen mich selbst zu verletzen. Nun hat meine Mutter mich für eine \"Rehabilitation\" angemeldet, diese wurde genehmigt und ich muss für sechs Wochen in eine Klinik - mit Normalgewicht? Da werde ich von allen anderen ausgelacht, die sind alle dünner als ich. Was soll ich noch da? ich bin zu dick dafür.
Was soll ich tun, ich weiß nicht mehr weiter. Mal fühle ich mich zu dünn, dann zu dick, zu normal, fühle mich beleidigt, wenn jemand mich schlank nennt. Ich google ständig meinen BMI, rechne meine Kalorien und hasse jede einzelne Stelle meines Körpers.

Wie soll es weitergehen?

(INTAKT antwortet am 29.04.2014 um 11:57:38)

Liebe verzweifelte 15-jährige!
Ist das \"Du\" ok?
So wie Du Deinen Krankheitsverlauf beschreibst, hast Du die letzten 1 ½ Jahre eine richtige Berg- und Talfahrt hinter Dir, zuerst mit enormen Gewichtsverlust und dann das Dilemma mit Deinen Essanfällen, die Du leider verheimlicht hast. Es wäre ganz wichtig, dass Du sie bei Deiner Therapeutin auch offenlegst, damit ihr beide gut auf die Suche gehen könnt, was Du wirklich brauchst oder welche Ressourcen noch wichtig zu entwickeln sind, um Dir ein altersgemäß lebenswertes, lust- und genussvolles Leben zu ermöglichen. Wenn Du auf Reha bist, vergiss Dein Gewicht, vergleiche Dich nicht mit anderen, die vielleicht mehr oder auch weniger wiegen, sondern lass Dich ganz bewusst darauf ein, regelmäßig zu essen. Du hast es schon einmal erlebt, dass Dein Gewicht sich reguliert hat. Und besprich mit Deiner Therapeutin, wie Du die Reha am besten für Dich nutzen kannst, ob mit Tagebuchschreiben, Malen oder durch viele Spaziergänge in der Natur! Sei ehrlich mit Dir und denen, die Dich bei Deinem Gesundungsprozess unterstützen, das ist das Allerwichtigste!
Alles Liebe und Gute!!!

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