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Inwieweit kann man Fressattacken nach einer Magersucht als normal bezeichnen?

(Anonym fragte am 26.01.2014 um 22:23:21)

Liebes intakt-Team,
ich bin 20 Jahre alt und vor einem knappen Jahr durch eine Diät in die Magersuch gerutscht. Ich habe innerhalb eines halben Jahren 20 Kilo abgenommen. Hasbe mich auf 39kg bei einer Größe von 168cm runtergehunger. Ich hatte einen 7wöchigen Klinikaufenthalt, der mich so weit gebracht hat, dass ich wieder angefangen habe, halbwegs normal zu essen, was natürlich super ist! Während der Klinikzeit hatte ich selten, etwa einmal im Monat \"Heißhungerattacken\", die ich aber damals noch gut durch weiteres Hungern ausgeglichen habe. Seit ich Anfang Dezember entlassen wurde ( immernoch mit 39kg ) häufen sich diese Fressattacken und werden vor allem immer schlimmer. Sobald ich etwas \"verbotenes\" esse, habe ich das Bedürfnis jetzt auch alles andere \"verbotene\" zu essen. Dann esse ich mehrere Tafeln Schokolade und eben Dinge, die ich die ganze Zeit vermieden habe. Mittlerweile wiege ich ca 45 Kilo, Ich dachte, irgendwann hört dieser Heißhunger auf, wenn der Körper merkt, dass er wieder regelmäßig versorgt wird. Ich esse ausgewogen und regelmäßig und trotzdem bekomme ich fast täglich abends diese Attacken, bis mir schlecht ist und ich mich furchtbar schlecht danach fühle.
Kann man wirklich davon ausgehen, dass es eine normale Reaktion des Körpers ist, bis er wieder normalgewichtig ist, oder ist es eher ein psychisches Problem, bedingt durch die vermeindlichen Verbote, die man sich selber auferlegt hat?!
Ich bin in ambulanter Therapie, aber genaues kann man mir da auch nicht sagen, und ich weiß einfach nicht, ob ich die Attacken im Moment noch so akzeptieren muss, oder ob es schon unnormal ist und die Gefahr besteht, in die nächste Essstörung zu rutschen.
Vielen Dank für die Hilfe!!!
Viele Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 28.01.2014 um 13:09:59)

Als normal kann man Fressattacken nach einer Magersucht wirklich nicht bezeichnen! Allerdings kommt es immer wieder vor - so wie Sie es beschreiben - dass der Körper, wenn er endlich etwas bekommt, so viel wie möglich will, weil er ja nicht weiß, wann er wieder etwas bekommt. Das hat dann meist zur Folge, dass man wieder hungert, bis es zum nächsten Essanfall kommt. Sie beschreiben allerdings, dass Sie regelmässig und ausgewogen untertags essen und dennoch abends Essattacken haben. Da wäre es wichtig, in Ihrer Therapie zu klären, was Sie wirklich brauchen, um mit vielleicht dieser Art von Stressbewältigung anders umgehen zu lernen. Gut, dass Sie in Therapie sind nach Ihrem stationären Aufenthalt, sodass Sie noch die Möglichkeit haben, weiter an Ihrem Gesundungsprozess zu arbeiten, um sich wieder gut in den Alltag zu integrieren. Letztlich wird es Ihnen dann gelingen, sich keine Verbote mehr aufzuerlegen, sondern achtsam mit sich umzugehen und nachsichtig zu sein und immer wieder nachzuspüren, was Sie und Ihr Körper wirklich brauchen - ohne den strengen inneren Zeigefinger als Überbleibsl der Magersucht, sondern in liebevoller Haltung mit sich selbst!!!Alles Gute weiterhin, denn es ist Ihnen schon viel gelungen!!!

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