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Essstörung?

(Anonym fragte am 08.10.2013 um 01:48:43)

Hallo, liebes intakt-Team!

Ich (w) bin 18 Jahre alt und weiß nicht so recht, ob ich eine Essstörung habe.
Diese Sache mit dem Essen ist eigentlich nicht mein zentrales Problem bzw. meine einzige Symptomatik, glaube ich... keine Ahnung...
Da ich aber über meine anderen \"Dinge\" schon recht gut Bescheid weiß, und eigentlich mit den Menschen aus meinem Umfeld darüber rede, was mich von meiner Symptomatik her so belastet, außer eben über\'s Essen (vielleicht weil ich mich dafür so schäme?), wende ich mich an euch.
Seit ich ca. 4 oder 5 Jahre alt bin, habe ich Probleme mit dem Essen.
Es war immer zu viel.
Und daraus ist dann eine Adipositas entstanden.
War dann mit 8 Jahren im Krankenhaus, weil ich eine Fettleber hatte.
Mit 9 Jahren kam ich für 6 Wochen in ein Sport-Camp (Rotes Kreuz), habe dort 9 kg abgenommen.
Zurück daheim war dann leider wieder alles an den Hüften.
Mit 12 hatte ich eine kurze Phase, wo ich mit Abführmitteln experimentiert und auch willentlich erbrochen habe.
War aber wirklich nur \'ne kurze Phase, sicher nicht länger als 6 Monate.
Mit 12, 13 Jahren hatte ich dann meinen Höhepunkt vom Gewicht her: 170 cm/113 kg.
Bis dahin könnte man sagen, dass ich eine Esssucht hatte.
Mit ca. 13 oder 14 hat es dann \"Klick\" gemacht und war total motiviert abzunehmen.
Hab dann auch in relativ kurzer Zeit ca. 30 kg abgenommen.
Hatte dann mit 15 Jahren 80 kg bei einer Größe von 173 cm.
Mich haben dann meine Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht, dass ich eigentlich schon anorektisch sei, auch wenn ich vom \"typischen\" Aussehen noch weit entfernt war.
Wollte das am Anfang nicht wahrnehmen, hab dann aber doch entsprechende Symptome gekriegt.
Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, unregelmäßiger Menstruationszyklus, Ohnmachtsanfälle, extreme Bauchkrämpfe in der Nacht usw...
Daheim haben sie gesagt, dass sie nicht mehr lange zusehen werden und mich in eine Klinik einweisen lassen.
Hatte aber fürchterliche Angst davor und hab wieder angefangen weniger Sport zu betreiben und wieder normal zu essen, also wirklich normal, hatte noch keine Esssucht.
Da kam dann der beliebte Jo-Jo-Effekt.
Hatte mit 16 schon wieder 95 kg.
Seitdem geht es mit dem Gewicht stetig bergauf.
Habe jetzt bei einer Größe von 178 cm mindestens 105 kg (nur geschätzt, wiege mich schon lange nicht mehr, hab Angst davor).
Jetzt aber fällt mir erst auf, dass ich in dieser Phase des Zunehmens immer extreme Gewichtsschwankungen hatte und habe.
Und dass ich auch nicht jeden Tag zuviel esse, sondern an einigen Tagen hintereinander erst gegen Nachmittag meine erste Mahlzeit einnehme (z.B. eine normalgroße Portion Nudeln mit Pesto) und dann am Abend vielleicht noch ein belegtes Weckerl.
Dann fällt mir wirklich auf, dass ich nach solchen Tagen sicher zwei, drei Kilo abnehme.
Dann kommt wieder die andere Phase.
An denen ich an einigen Tagen hintereinander sehr viel esse bzw regelrechte Fressattacken bekomme.
Danach fühle ich mich so schlecht, dass ich entweder gar nichts mache, sondern nur depressiv im bett dahin vegetiere (dabei merke ich, dass ich wieder ca. 2, 3 kg zunehme) oder aber, die durch die Fressanfälle aufgenommenen Kalorien, versuche wieder loszukriegen (Fasten, Sport).
Ich weiß ja, dass ihr in Wien seid.
Wohne aber schon seit 7 Jahren nicht mehr dort.
Bin jetzt in Linz-Umgebung daheim.
Wollte von euch einfach nur wissen, was das genau ist, was ich da habe.
Stresst mich schon ziemlich :-/
Und, ob ihr in Oberösterreich, am Besten in Linz oder nähere Umgebung irgendwelche guten Anlaufstellen kennt.
Noch ein paar Infos, die vielleicht wichtig sind.
Wohne in einer 24-Stunden betreuten Einrichtung, habe Psychotherapie (in der ich über mein Essverhalten aber nicht wirklich rede) und habe vor mich an einer psychosomatischen Klinik anzumelden.
Wäre echt toll, wenn von euch etwas zurückkommt!

Danke



(INTAKT antwortet am 08.10.2013 um 10:45:35)

Vielen Dank für Ihren so ehrlichen Brief, der sehr klar macht, daß Sie bezüglich des Essens einen neuen Weg gehen wollen. Es ist traurig, daß Sie sich für Ihr Essverhalten schämen, denn scheinbar muss das Essen herhalten für etwas, mit dem Sie anders nicht umgehen gelernt haben. Und es wäre wirklich wichtig, Sie würden dieses Thema auch in Ihrer Therapie ansprechen, um auch darüber mehr Bescheid zu wissen. So wie Sie in Ihrem Brief schreiben, gelingt es Ihnen nicht, regelmässig und ausreichend zu essen. Die Phasen des möglichst wenig Essens müssen deshalb geradezu mit Phasen der Essattacken abwechseln. Sie haben in all den Jahren aber auch viel Disziplin aufgebracht, wenn Sie diese jetzt nutzen können, um regelmässige Essenszeiten mit abwechslungsreichem und ausreichendem Essen sich anzugewöhnen, tun Sie Ihrem Körper einen großen Dienst, denn dann lernt er sich darauf zu verlassen und das Gewicht wird sich einpendeln. Vielleicht kann Sie Ihr(e) HausärztIn dabei begleiten, jedenfalls brauchen Sie auch die Unterstützung der Therapie. Auch die Idee eines Klinikaufenthaltes ist da sehr zu begrüßen! Was Sie dort erleben und erfahren, kann Ihnen dann mit der Einzeltherapie auch danach helfen, Ihr Essverhalten so zu verändern, daß es Ihnen ein energievolles, genussvolles und abwechslungsreiches und auch selbstverständliches Essen möglich macht!!! Alles, alles Gute weiterhin!

(Erweiterung der Fragestellung am 08.10.2013 um 12:38:37)

Hallo,

danke für die schnelle Antwort.
Und danke für die Tipps, werde versuchen es zu probieren.

LG

(Erweiterung der Fragestellung am 08.10.2013 um 12:41:47)

Hallo,

danke für die schnelle Antwort.
Und danke für die Tipps, werde versuchen es zu probieren.

LG

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