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Ich glaube meine Freundin hat eine Essstörung

(Anonym fragte am 27.02.2013 um 19:38:46)

hallo!

ich habe eine freundin, die in den letzten jahren immer dünner und dünner wird.
mittlerweile ist sie wirklich sehr dürr.
wenn sie bei mir zu besuch ist, ißt sie normale portionen. aber ich habe den verdacht, dass sie dann den ganzen tag nichts mehr ist.
ich mache mir sorgen... habe aber angst, sie darauf anzusprechen. ich will sie nicht beleidigen.
wenn andere zu ihr sagen, dass sie immer dünner wird, winkt sie bloß ab und meint, dass wäre, weil sie momentan viel mit dem fahrrad unterwegs ist, oder erzählt sonst eine ausrede.
habt ihr einen rat, wie ich ihr am besten eine unterstützung sein kann?
ich möchte mit ihr keine manipulativen spielchen treiben. 1. weil ich das nicht mag und 2. weil sie sehr reflektiert ist und dass ohnehin sofort durchschauen würde.

(INTAKT antwortet am 04.03.2013 um 09:24:14)

Schön, daß Sie sich als Freundin sorgenvolle Gedanken machen. Mit Ihrem Verdacht werden Sie wahrscheinlich richtig liegen und die Art der Ausreden sind sehr symptomatisch für eine Essstörungserkrankung. Als Freundin ist es am wichtigsten, ehrlich seine Gefühle der Sorge auszudrücken. Die Veränderung anzusprechen, die ja meist einhergeht mit der Gewichtsabnahme, das Launische, das Unverlässliche, das Heikelsein beim Essen, aber eben auch die ewigen Ausreden. Es ist wichtig, Ihrer Freundin zu vermitteln, daß sie Ihnen als Freundin wichtig ist und Sie sie unterstützen wollen im Erkunden, was sie so sehr belastet. Aber letztlich ist es auch wichtig, seine eigenen Grenzen als Freundin zu erkennen, weil professionelle Hilfe für die Betroffene unumgänglich ist, um aus den Klauen der Krankheit wieder herauszukommen. In der Arbeit mit den Betroffenen und bei Erstgesprächen hören wir immer wieder, daß es FreundInnen mit ihrem/seinen Dranbleiben an der Sorge gelungen ist, daß sich Betroffene eingestehen trauen, daß sie Hilfe brauchen und nicht immer nur stark sein müssen, um alles alleine zu schaffen. Deshalb ist es wichtig, daß man ehrlich ist in seiner Sorge und seine eigenen Gefühle dazu zum Ausdruck bringt. Dann braucht die Betroffene sich nicht angegriffen fühlen und sich verteidigen müssen, sondern darf erste Schritte des Eingestehen, daß etwas aus dem Ruder gelaufen ist, zulassen. Alles Gute für Ihre freundschaftliche Unterstützung, die so sehr wichtig ist!

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