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Anorexie?

(Anonym fragte am 25.02.2013 um 22:35:39)

Hallo liebes Intakt Team,
Ich hätte gerne gewußt, ob auch Frauen in meiner Altersgruppe unter Anorexie leiden können? (Ich bin Ende 40). Ich finde über diese Altersgruppe keine Informationen darüber. Ich lese imer nur über Anorexie bei jungen Mädchen und Frauen. Jetzt weiß ich nicht recht, ob ich trotz meines Alters gefährdet bin, eine zu entwickeln. In den letzten Monaten habe ich ziemlich an Gewicht verloren. Momentan stehe ich bei 47 kg. Intellektuell weiß ich, daß ich schlank bin, aber trotzdem fühle ich mich nicht dünn genug.
Ich mag nicht mehr essen, fühle mich gut,wenn ich es nicht tue und freue mich wenn ich wieder weniger Gewicht habe. Ich mag meinen Körper nur, wenn er sehr schlank, fast schon zerbrechlich ist! (Für mich passt dieses Bild \"Wie Innen, so Außen\"). Bis dato hatte ich keine ES, war aber immer schlank und habe sehr auf meine Figur geachtet.
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

(INTAKT antwortet am 27.02.2013 um 13:44:51)

So wie Sie Ihr Essverhalten schildern, scheint etwas aus den Fugen geraten zu sein, denn das Essen bzw. Nichtessen nimmt einen Stellenwert ein, der über ein normales, genussvolles und ausgewogenes Essen hinaus geht. Auch fühlen Sie sich gefährdet und das gilt es ernst zu nehmen. Die Frage ist, in welcher Lebenssituation es für Sie wichtig ist, Ihre Zerbrechlichkeit zum Ausdruck zu bringen, auf der anderen Seite aber absolute Kontrolle wenigstens übers Essen zu haben, wenn schon nicht über eine andere Situation. Es stimmt, daß es viel mehr Literatur über Anorexie bei jungen Menschen gibt, nämlich in der Pubertät, der Übergangsphase zum Erwachsenwerden - oder in der Übergangsphase von Schule zu Studium oder Studium zum Berufsleben - wo oft scheinbar unüberwindliche innere Probleme ihre Ausdrucksform in einer Essstörung zeigen. Ein nahender Wechsel um die 50 oder eine Veränderung im familiären Bereich ist wiederum eine nächste Übergangsphase im Leben, die auch als schwierig, belastend und mitunter unkontrollierbar erlebt werden kann. In diesen Phasen ist es hilfreich und bei schwerer Erkrankung auch lebensnotwendig, Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, um sich für den nächsten Lebensabschnitt zu stärken, neue Ressourcen in sich zu suchen und finden, um neue Lebenssituationen bewältigen zu lernen, um weiterhin ein altersgemässes, erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Gönnen Sie sich diese Unterstützung, bevor diese Krankheit noch mehr von Ihnen Besitz ergreift!

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