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Ich kann nicht mehr

(emily fragte am 30.11.2012 um 23:33:23)

Ich weiß nicht mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Die Essstörung bringt mich um. Erst jahrelange Magersucht, dann Bulimie, jetzt paar Tage hungern, paar Tage fressen und kotzen, also irgendwie eine Mischung aus beiden Störungen. Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende, finanziell, sozial, beruflich, nervlich, körperlich..was ist das für ein beschissenes Leben? Noch dazu werde ich langsam aber sicher zur Alkoholikerin, weil ich den ganzen Scheiß nicht mehr anders aushalte. Ich bin nicht mal 20 und habe das Gefühl, mein Leben ist bereits zerstört. Ich habe immer das Beste gewollt, war ehrgeizig, fleißig und sparsam. Und dann kam die Bulimie. Alles fürn Arsch gewesen, jetzt bin ich eine saufende, kettenrauchende, kotzende Versagerin. Ich bin ein schlechter Mensch, ich lüge wos nur geht, bin gemein zu menschen, weil ich nicht will, dass andere glücklich sind, wenns mir selbst dauernd beschissen geht. Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Gibt es überhaupt noch Hilfe? Ich war schon zigmal stationär und ambulant in Therapie, gebracht hat alles nur kurzfristig was, dann fiel ich wieder in alte Muster und nun bin ich kaputter den je.

(INTAKT antwortet am 05.12.2012 um 20:11:57)

Liebe Emily, gut, daß Sie Ihrer Verzweiflung Ausdruck geben, denn so etwas macht immer nächste Schritte möglich! Natürlich sind Sie kein hoffnungsloser Fall, Sie fühlen sich momentan nur hoffnungslos!Der Weg aus der Krankheit kann ein sehr langer und schwieriger sein und ist auch oft gepflastert von Rückschlägen. Hier sind vor allem Geduld und der Glaube an sich selbst wichtig, den dürfen Sie nie aufgeben!!! Auch wenn Sie bisher noch nicht den richtigen Weg gefunden haben, die Essstörung ganz hinter sich zu lassen, können Sie sich jedoch immer wieder FÜR eine Genesung entscheiden und neue Möglichkeiten suchen und wählen. Vielleicht wissen Sie, was Ihnen bis jetzt doch am meisten geholfen hat, vielleicht haben Sie eine therapeutische Beziehung zu früh beendet, vielleicht würden Sie jetzt einen stationären Aufenthalt anders für sich nützen. Und Sie sind sicher nicht nur Versagerin, auch wenn Sie lügen, tun Sie es aus einer Verzweiflung heraus und dieser verzweifelte Anteil in Ihnen muß auch von Ihnen wahrgenommen werden, leider ist aus Ihrem Brief vor allem Abwertung herauslesbar! Doch Sie wissen noch um Ihre Ressourcen, die leider durch die Krankheit zugedeckt worden sind und Sie brauchen intensive Unterstützung, um sie sich wieder zu eigen zu machen. Sie haben uns geschrieben, das war ein wichtiger erster Schritt, der nächste Schritte möglich macht!!!Alles Gute dafür!!!

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