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Gibt es einen Ausweg aus der Bulimie???????

(Anna Maria fragte am 17.11.2012 um 15:22:50)

Hallo liebes Intakt-Team...

Ich bin anfang zwanzig und habe seit 10Jahren Bulimie. Vor gut einem halben Jahr habe ich mir Unterstützung bei einer Therapeutin gesucht und seither gehe ich regelmäßig, also ein mal pro Woche zur Therapiestunde.

Ich habe mich vor einem halben Jahr aus eigener Motivation für die Therapie entschlossen, da ich privat (Familie, Freund) viele Probleme hatte und damit auch nicht mehr zurecht gekommen bin.. Seit ich jedoch in Therapie bin, ist die Bulimie, ich sag mal so: „so richtig ausgebrochen“…. Es ist wirklich furchtbar, so stark und intensiv habe ich es die ganzen letzten Jahre nicht erlebt.. Es wird fast immer schlimmer, kurzzeitig war es besser, aber wirklich nur kurzzeitig.. Es wird jetzt auch schon so, dass ich mehr und mehr Geld für Lebensmittel brauche und als Studentin merkt man das schon sehr stark……………… Noch dazu kann ich mich nicht aufs Studium konzentrieren und bekomm nichts mehr weiter, wirklich: nichts mehr, wobei ich die letzten Jahre wirklich so fleißig war und nichts konnte mich aus der Ruhe bringen..
Ich zieh mich halt auch phasenweise immer mehr zurück in meine Wohnung etc…

Ich habe mir das eigentlich so vorgestellt, dass sich das eher bessert, wenn ich zur Therapie gehe und nicht verschlechtert! Ich fühl mich so hilflos und der Bulimie „ausgeliefert“… Es ist so ein Teufelskreis aus dem ich nicht rauskomme… und ich habe es schon so satt, ich will das einfach nicht mehr.. ich wünschte einfach, irgendjemand könnte mich da rausholen, einfach rausziehen von da, wo ich jetzt bin, einfach wegbringen……….

(INTAKT antwortet am 19.11.2012 um 15:59:03)

Liebe Anna Maria, gut, daß Sie schreiben und gut, daß Sie in Therapie sind! Auch wenn Sie das Gefühl haben, daß es momentan schlimmer für Sie ist. Das ist ja auch etwas Neues, plötzlich über ganz vieles zu reden, was Sie 10 Jahre niemandem zugemutet haben, oder vielleicht sich auch noch nicht wirklich trauten, sich mit alldem, was Sie belastet, auseinanderzusetzen. Bitte haben Sie Geduld mit sich und sprechen Sie es vor allem in Ihrer Therapie an. In der Homöopathiebehandlung spricht man auch oft von Erstverschlechterung, bevor es dann bergauf geht! Wenn Sie sich so hilflos fühlen, so gilt es auf kleine Veränderungsschritte zu achten, um sich nicht mehr so ausgeliefert zu fühlen. Und so ein kleiner Schritt ist auch Ihr Brief, d.h.Sie haben Ihre Verzweiflung ausgedrückt und Sie werden gehört bzw. gelesen. Vor allem möchten wir Sie ermutigen, an Ihrem therapeutischen Prozess dranzubleiben und bei Ihrer Therapeutin so viel wie möglich und so oft wie möglich anzusprechen, was Sie wirklich belastet. Seien Sie bitte zuversichtlich, daß Sie aus dem Teufelskreis herauskommen, wenn es Ihnen gelingen wird, andere Ressourcen in Ihnen wiederzuentdecken, die es Ihnen ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Diese müssen aber auch wie bei einem Muskeltraining wieder angeeignet werden und das braucht auch seine Zeit. Akzeptieren Sie, daß Sie so einer jahrelang treuen Begleiterin wie der Bulimie auch anerkennen müssen, wofür sie herhalten hat müssen, um sich dann wirklich von ihr verabschieden zu können. Bitte seien Sie nachsichtig mit sich und glauben Sie trotzdem an eine Besserung, auch wenn Sie sich momentan nicht so fühlen. Und bitte schreiben Sie wieder, wenn Sie das Bedürfnis haben!

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