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Selbstverletzung&Magersucht

(Anonym fragte am 06.11.2012 um 15:36:06)

Liebes Intakt-Team,
es fällt mir nicht gerade leicht dieses thema anzusprechen, aber ich bräuchte Ihren rat.
seit gut 8 jahren leide ich nun schon an selbstverletzendem verhalten (hat ca mit 11 jahren angefangen), großteils ritzen/schneiden und verbrennungen. es ist ein wunder, aber ich konnte es vor familie/freunden immer verstecken. bis jetzt hab ich auch nie darüber gesprochen, mit niemandem. es ist einfach mein weg, mit dem druck, dem inneren schmerz klarzukommen, ohne verrückt zu werden. (mir ist natürlich bewusst, dass das nicht normal ist.) die magersucht ist würd ich sagen auch ein teil dieses selbstverletzenden, selbstzerstörerischen verhaltens. mit dem unterschied, dass man die körperlichen auswirkungen nicht ewig verstecken kann. in der zeit des absoluten hungerns ging es mir auch mit sämtlichen anderen selbstverletzungen viel besser.
seitdem ich aber angefangen habe gegen die essstörung zu kämpfen, ist das ritzen zb mit voller wucht zurück, und es macht mir angst wie sehr es mich \"beherrscht\".

nun zum eigentlichen problem:
ich bin schon seit ein paar monaten in therapie, wegen der magersucht, und ich mag meine therapeutin auch wirklich sehr. aber bis jetzt habe ich es einfach nicht geschafft ihr das mit den selbstverletzungen zu erzählen. nicht weil ich ihr nicht vertraue... ich finde einfach nie den nötigen mut dafür. und irgendwie schäme ich mich auch dafür. vor jeder therapiestunde nehme ich es mir vor, und dann schaffe ich es nicht, denn \"es hat sich halt nicht ergeben\" (dh sie hat nicht direkt danach gefragt) vermutlich ist es aber wichtig, dass sie es weiß???
hätten sie nicht irgendwelche tipps, wie ich das gespräch in die richtung lenken kann? weil es so aus heiterem himmel auszusprechen, das kann ich nicht...
ich weiß, dass ist ein seltsames anliegen,aber ich weiß halt nicht wie ich das angehn soll...
vielen vielen dank! liebe grüße, anne

(INTAKT antwortet am 08.11.2012 um 18:09:11)

Liebe Anne! Zuerst einmal, gut, daß Sie in Therapie sind!!!Daß Sie Ihrer Therapeutin noch nichts von Ihrem Selbstverletzen sagen konnten, ist sehr verständlich, haben Sie doch viele,lange Jahre Ihre innere Verzweiflung alleine getragen und niemandem zugemutet.Doch Sie haben beschlossen, einen anderen Weg zu gehen, Sie haben eine Therapeutin gefunden und mit Ihrem Brief an uns zeigen Sie, daß Sie mutig genug sind, Heikles anzusprechen bzw darüber zu schreiben. Bitte schämen Sie sich nicht, die Therapie ist ein geschützer Raum nur für Sie, in dem ALLES Platz haben darf und Sie brauchen nichts mehr allein durchstehen. Freilich wäre es wichtig, Ihre Therapeutin weiß um Ihre Selbstverletzung. Vielleicht ist es besser, Sie sprechen zuerst das Thema Mut an, um damit Mut zu sammeln, das auch auszusprechen, was Sie Ihrer Therapeutin endlich sagen wollen. Solche kleinen Umwege sind manchmal hilfreich. Es ist so traurig, daß Sie so verletzend mit sich umgehen und Sie haben alles Recht auf ein Leben ohne diese Schmerzen und dürfen Wege finden, anders mit diesem Druck umgehen zu lernen. Sie könnten aber auch Ihren Brief ausdrucken und Ihrer Therapeutin zum Lesen mitbringen, wenn das erste Ansprechen eine zu große Überwindung ist. Geben Sie sich alle Chancen, die Sie brauchen!!!Alles Gute dafür!!!

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