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Magersucht

(mariechen fragte am 25.09.2012 um 11:30:47)

Liebes Intaktteam,

Ich bin eine 22 jährige Studentin und leide seit ich 15 bin an einer Essstörung. Sehr früh schon begann ich mit Diäten und Sport als Gewichtskontrolle und mein zur Bulemie entwickelte. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass ich mit 161 cm immer einen Bmi 17,5- 19 hatte, mit dem ich jedoch unzufrieden war. Mit 17 Jahren bemerkten meine Eltern das Übergeben und ich hatte einige Stunden bei einer Therapeutin, vor dieser ich mich jedoch ziemlich verschlossen haben und meine ES nicht wahrhaben wollte, da ich mich nicht als dünn genug betrachtet habe...Seit meinem Studiumsbeginn 2009 nahm ich kontinuierlich immer etwas ab,mit sehr wenig essen, viel Kaffee und auch frischgepresste Säfte, Molke, Suppen und teils Übergeben bei üppigen Mahlzeiten und Sport erreichte ich vor 2 Jahren mein Zielgewicht von 40 kg. Jedoch hörte es bei diesem nicht auf und ich pendle seitdem zw. 35-37kg... Was für mich unerklärlich war, warum ich so lange in meiner starken Bulemiezeit nicht in solchem Ausmaß abgenommen habe wie in den letzten Jahren.Mein Umfeld reagiert eigentlich mit gemischten Gefühlen, einerseits Sorgen machen, andererseits sind sie mein Erscheinungsbild schon \"gewohnt\". Ich selbt weiß, dass ich starkes Untergewicht habe, sehe es jedoch nicht, wenn ich mich im Spiegel betrachte...
Grundsätzlich bin ich mir im klaren, dass ich so nicht endlos weiter machen kann, ich selbst fühle mich zwar fit, konzentriert, leistungsorientiert, jedoch weiß ich um die Langzeitfolgen bescheid...
Eine stationäre Therapie kommt für mich hinsichtlich des Sudiums und der Arbeit nicht in betracht, jedoch wäre eine therapeutische Unterstützung sicherlich wichtig...
Nur wie soll ich das angehehen? Sie wissen , dass diese erste Hürde, sich die Es einzugestehen, eine große Überwindung ist.Vor allem eine Gewichtszunahme von 10 kg und die Kontrolle darüber was getan werden muss jm anderen in die Hände zu legen klingt alles andere als verlockend und kann ich kaum mit mir selbst arrangieren.
Gibt es Möglichkeiten auch bei starken Untergewicht eine ambulante Therapie zu machen? Wie sieht das mit der Gewichtszunahme aus? Kostenfaktor? Oder wieder einen Therapeuten aufsuchen?

Ich hoffe Sie können mir einige Fragen beantworten und ich möchte Ihnen Danken für die Möglichkeit anonym und online dies alles zu fragen.

(INTAKT antwortet am 27.09.2012 um 10:31:41)

Liebe Marie, ganz bewußt schreiben wir jetzt nicht die Verniedlichungsform Ihres Namens, denn mit diesem Brief haben Sie einen entscheidenden Schritt in Richtung Eigenverantwortung gemacht. Sie haben sich überwunden und sich dadurch auch klargemacht, daß Sie etwas Entscheidendes in Ihrem Leben verändern wollen! So wie Sie Ihre Krankheit schildern, was die Dauer anbelangt und die niederen Gewichtswerte, muß klar gesagt werden, daß eine stationäre Therapie fürs erste eine seriöse Empfehlung ist. Wir erleben es immer wieder, daß Betroffene sich vorerst sehr gegen stationären Aufenthalt wehren, diesen aber dann meist - eigentlich fast immer - als sehr hilfreich erleben, um wirklich einmal ohne jegliche Verpflichtung mit professioneller Versorgung ganz bei sich sein zu können und dadurch wichtige Erkenntnisse und neues Bewußtsein über sich bekommen. Dadurch fällt es dann leichter - wenn man die gute Absicht der Krankheit durchschaut hat - neue Ressourcen zu entwickeln, die einem Genesungsprozeß dienen. Auch ist es wichtig, daß Sie einmal in geschütztem Rahmen regelmässiges, ausgewogenes Essen erlernen. Natürlich ist es mit einem acht Wochen Turnus oft nicht getan, im Anschluß an den stationären Aufenthalt braucht es regelmässige Einzeltherapie, um das Erlernte gut in den Alltag integrieren zu können. Auch wenn Sie sich als fit, konzentriert und leistungsorientiert beschreiben, so gibt es die Erfahrung, daß bei so einem Langzeituntergewicht aufgrund einer Unterversorgung des Gehirns zuerst die langsame Gewichtszunahme im Vordergrund stehen muß, damit Psychotherapie überhaupt wirken kann. Auch wenn Sie damals bei der Therapie sehr verschlossen waren, so haben Sie sicher jetzt eine andere Motivation, sich auf einen Prozeß einzulassen. Die Frage, ob auch bei starkem Untergewicht ambulante Therapie möglich ist, kann bei uns immer nur die Ärztin entscheiden, denn das kann nur mithilfe einer genauen medizinischen Anamnese erfolgen. Und auch die Gewichtszunahme ist immer nur persönlich abstimmbar. Bitte nehmen Sie sich weiter ernst, Sie sind jung und haben lange genug unter dem Joch dieser schweren Krankheit gestanden, die Ihr Leben sicher sehr beeinträchtigt hat und es immer noch tut, doch es gibt Wege heraus! Nehmen Sie alle Unterstützung in Anspruch, die Sie bauchen, Sie haben alles Recht auf ein selbstbestimmtes, gesundes Leben!!!!Schreiben Sie wieder, wenn Sie noch Fragen haben oder kommen Sie zu einem persönlichen Gespräch zu uns. Bleiben Sie dran an dem, was Sie mit diesem Brief begonnen haben und Sie werden Wege finden, die für Sie passen!

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