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Will mich keiner

(Anonym fragte am 07.09.2012 um 16:42:13)

Ich glaube die Einzige was mich versteht ist meine Magersucht. Ich wurde von allen Menschen nur enttäuscht. Auf dieser Welt ist niemand der mich versteht. Wieso darf ich nicht endlich gehen. Es ist alles so sinnlos. Alles was versucht habe aus der Krankheit herauszukommen ist gescheitert. Hoffentlich ist das alles bald vorbei, mich braucht hier keiner. Ich bin nur eine Belastung. Ich bin nichts wert. Die Krankheit ist meine einzige Verbündete, hoffentlich bringt sich endlich bald zu den Menschen die mich verstehen. Auf dieser Welt hasst mich sowieso nur jeder.

(INTAKT antwortet am 10.09.2012 um 14:06:09)

Sie sprechen zu uns in großer Verzweiflung und es ist spürbar, dass Sie den Weg zu sich selbst verloren haben und Sie die Magersucht als Sprachrohr ihrer Verzweiflung und Sehnsüchte gewählt haben. Sie haben die Magersucht gewählt, um der ganzen Welt zu sagen, wie schmerzlich für Sie die Dinge sind. Umso verständlicher, dass Sie die Magersucht als „Verbündete“ sehen, eine Gehilfin. Auf der einen Seite stimmt das ja auch – doch jeder kann offensichtlich sehen, wie sehr Sie leiden. Der Schein trügt allerdings: Ihre Krankheit ist nur eine „vermeintliche“ Verbündete zu Ihnen – das haben Sie ja selbst schon gemerkt, als Sie uns erzählten, dass jeder Versuch „rauszukommen“ gescheitert ist. Wie soll denn das auch gehen? Sie können ja nicht eine Verbündete, eine Freundin so einfach wieder „loswerden“. Erst wenn Sie wirklich erkennen lernen, dass Sie hier in die Fänge eines Trugbildes geraten sind und sich entschließen, nicht die Magersucht leben zu lassen sondern sich selbst zu leben – dann werden Sie auch wieder sehen können, wie sehr sie von den Menschen geliebt werden, wie wertvoll Sie sind und wie viele Gründe es gibt, dem Leben in Freude zu begegnen. Wahrscheinlich sagt Ihnen gerade in diesem Moment ihre Magersucht, dass das alles Quatsch ist. Sie erzählt Ihnen vielleicht auch gerade, dass das unerhört ist, denn sie bemühe sich unendlich für Sie! Schließlich bemühe sie sich nichts zu essen, auf die Waage zu hören, diszipliniert zu agieren und und und. Sie kennen das ja alles! Erst, wenn Sie selbst realisieren, dass Sie die Arbeit ihrer Magersucht nicht mehr brauchen, werden Sie wieder viel Platz für sich selbst bekommen. Dazu braucht es nur „Ihre Bereitschaft“.
Geben Sie sich selbst die Chance! Werden Sie zur Kriegerin und gewinnen Sie den Kampf gegen Ihre inneren Dämonen. So wie Sie schreiben, brauchen Sie sicher stationären Aufenthalt. Und dort werden Sie Menschen finden, die Sie verstehen und sie unterstützen, einen Weg aus der Krankheit zu finden um wieder in Kontakt mit Menschen zu kommen.

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