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Ich habe Angst vor mir selbst

(Anita fragte am 29.08.2012 um 21:32:48)

Hallo Liebes Intakt Team!

Zuerst einmal Großen Dank an euch alle für diese tolle Idee! Ich finde das wirklich super was ihr hier macht, den ich würde die Dinge die sie jetzt fahren nie jemanden erzählen können!

Ich habe seit fast 5 Jahren eine Essstörung, Anfangs Magersucht, wo ich es so weit getrieben habe das ich mit einem BMI von 11,6 in ein KH kam und Zwangs ernährt wurde, und seit knapp 2 Jahren habe ich Bulimie!
Die Zeit nach der Magersucht war die schlimmste, da ich mich ab einem Zeitpunkt nicht mehr im Griff hatte und alles wahllos in mich hinein gestopft habe aber noch nicht erbrechen konnte! Ich habe soviel zugenommen, das ich Depressiv wurde! Mein letzter Ausweg war damals einfach Selbstmord! Ich habe ein große Menge Tabletten mit Vodka genommen und wurde in eine Psychiatrie eingewiesen!
Da ich schon Volljährig war habe ich mich, so schnell wie es nur ging selbst entlassen!
Und ab da gings los, ich habe mir das \"Kotzen können\" antrainiert, habe begonnen Stundenlang Sport zu treiben und mich einfach wieder darauf konzentriert abzunehmen!
Mittlerweile ist das ganze ziemlich heftig, ich esse Tagsüber nicht, da ich vor anderen nicht essen kann, aber sobald ich von der Arbeit nach Hause komme verliere ich wie jeden Tag jegliche Kontrolle über mich! Ich fresse und kotze dan 3-6 mal hintereinander! Ich finde es jeden Tag beängstigender wie viel ich essen kann, was alles in mich hinein passt!!!

Abgesehen davon das es sehr viel Geld kostet beeinträchtigt es auch sehr mein \"normales Leben\". Ich war vor kurzem im Urlaub, war toll alles hat gepasst aber ich konnte an nichts anderes denken endlich wieder zu Hause zu sein und zu essen....ich hatte nur das in meinem Kopf! Nicht wie schön das Meer ist, wie toll die Partys sind oder sonstiges! Nein es war nur die Freude aufs Fressen und Kotzen!
Und ich bin oft so Planlos was ich noch tun kann, das da wieder diese Gedanken sind! Und ich weiß nicht wie lange ich das noch kann, oder will! Aber was noch schlimmer ist, das der einzige Weg darin besteht was dagegen zu tun. Das alles hinter mir zu lassen, ich könnte das nicht! Ich brauche das und gleichzeitig hasse ich es! Ich will einfach wieder dünn sein aber auch Normal sein!
Warum muss immer alles hinterfragt werden? Ja nein, Essen oder nicht, Leben oder Sterben??

Ich bin es so Leid, und es kostet so unglaublich viel Kraft das zu tun! Aber es ist Alles für mich!
Ich weiß nicht weiter, aber ich weiß das ich manchmal unberechenbar bin.
Es kann sein das ich einem \"schwachen Moment\" meine letzte Kurzschlusshandlung abziehe!

Was ist das für ein beschissenes Leben, in dem man sich selbst nicht trauen kann??????

(INTAKT antwortet am 31.08.2012 um 12:06:01)

Liebe Anita, gut, daß Sie uns so ehrlich Ihr Herz ausschütten, sich in dieser Verzweiflung zeigen und dieser Verzweiflung Worte geben. Aus Ihrem Brief ist nicht zu erkennen, ob Sie in Therapie sind. Sie brauchen ganz dringend medizinische und psychotherapeutische Unterstützung, wahrscheinlich sogar am besten einen stationären Aufenthalt, um aus Ihrem so herunterziehenden Kreislauf herauszukommen. Alles in Ihnen schreit nach Veränderung und dafür braucht es professionelle Hilfe! Auch wenn damals ein Selbstmordversuch Ihr einziger Ausweg war, so darf das nicht nocheinmal notwendig sein, und indem Sie uns schreiben, haben Sie auch einen anderen Weg eingeschlagen. Bitte wenden Sie sich an die Barmherzigen Schwestern für ein Erstgespräch (Tel 01 599 88 32 00, Mo-Fr 10.00-16.00) oder schauen Sie auf unserer homepage nach, welche stationären Einrichtungen es in Ihrer Umgebung gibt, sollten Sie nicht in Wien und Umgebung wohnen. Vertrauen Sie darauf, daß Ihr Leben noch viel Lebenswertes und Erlebenswertes für Sie bereit hält, wenn es Ihnen gelingt, aus dieser so belastenden Situation mit unterstützenden Menschen herauszufinden. Bitte bleiben Sie mit uns in Kontakt, bis Sie gut gelandet sind!

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