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zunehmen nach magersucht

(Anonym fragte am 04.08.2012 um 18:51:52)

eigentlich ist mir klar, dass man nicht ewig abnehmen kann, dass irgendwann der punkt kommt, wo man wieder zunehmen muss, wenn man sich fürs leben entscheidet. aber dass es so schwer ist, das hätte ich niemals gedacht!!

kurz zu meiner geschichte:
nach jahrelangem hungern, hatte ich letzten herbst ein absolutes tiefstgewicht (unter 30kg bei 160cm) erreicht. eierseits hab ich mich super gefühlt, so stark und unbesiegbar. andererseits hatte ich furchtbare schuldgefühle gegenüber familie/freunden, und fühlte mich einsam. aber mir war nie bewusst wie schlimm es eigentlich um mich stand. bis heute nicht.
den winter über habe ich dann mehr zeit mit der familie verbracht, und hab unbewusst auch mehr gegessen (sicher nicht \"normal\") und wieder ein paar kilos zugenommen. wenn ich ehrlich bin, es ist noch lange nicht genug, ich bin nach wie vor unter meinem sondengewicht, sollte also weiterhin zunehmen. aber seit monaten kämpfe ich wieder immer mehr mit mir. ich fühle mich unglaublich schlecht mit dem jetzigen gewicht, finde mich dick und undiszipliniert.
und am schlimmsten ist es, wenn ich dann zu hören bekomme: es freut mich dass es dir wieder besser geht! du siehst gut aus! oder: du bist zwar dünn, aber nicht mehr so abgemagert!
dass gibt mir dann iwie die bestätigung, dass ich immer dicker werd. nur weil ich nicht mehr ausschau wie ein skelett, denken alle gleich, ich bin gesund. ich fühl mich einfach alleingelassen mit meinen problemen. jeder in meiner umgebung denkt, es ist alles wieder in ordnung. ich geh wieder arbeiten, schau besser aus. aber dass ich jeden tag immer mehr kämpfen muss, eigentlich kaum esse, und wie ich mich wirklich fühle, das bekommt niemand mit.
eine kurze zeit lang hab ich mich fast wohl gefühlt, aber im moment fühle ich mich so unwohl, und sehne mich so sehr nach der zeit, wo ich so dünn war. ich hab angst, dass ich nie aus der essstörung herauskommen werde. was soll ich nur machen???

(INTAKT antwortet am 07.08.2012 um 08:49:32)

Ihr Brief ist sehr berührend, schildert er doch so ehrlich und einsichtig Ihren Kampf mit Ihrer Krankheit. Zur Bewältigung der Magersucht braucht man viel Kraft und Geduld, denn sie ist ein hartnäckiger Wegbegleiter. Dafür braucht es soviel Unterstützung wie möglich, professionelle, aber auch ein sich Zumuten Ihrer Familie und Ihren Freunden gegenüber. Denn Sie haben vollkommen recht, wenn Sie schreiben, daß man eben nicht gesund ist, nur weil das Gewicht in einen weniger lebensgefährlichen Bereich gestiegen ist. Was war da anders als jetzt, als Sie sich eine kurze Zeit lang fast wohl gefühlt haben? Wann fällt es Ihnen leichter, zu essen, liebevoll mit sich zu sein, sich mit vertrauten Menschen zu treffen? Wann fällt Ihnen das besonders schwer? Welche Unterstützung brauchen Sie dann von Ihrer Umgebung und wie können Sie dafür klare Signale aussenden? Das sind Fragen, die den Heilungsprozess unterstützen. Mit professioneller Hilfe finden Sie diese Antworten leichter und diese brauchen Sie, wenn Sie schreiben, daß Sie nach wie vor unter Ihrem Sondengewicht sind!!! Es ist Ihnen schon soviel gelungen, lassen Sie es nicht zu, daß Sie Ihre Motivation fürs Gesundwerden aus den Augen verlieren! Vertrauen Sie sich immer wieder jemandem an, der Sie verstehen und Kraft und Unterstützung geben kann, damit Sie Schritt für Schritt wieder in ein erfülltes, lustvolles, Ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen und Wünschen entsprechendes Leben finden!!! Alles, alles Gute dafür!

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