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binge eating

(Anonym fragte am 09.06.2012 um 20:27:47)

Hallo...Ich habe vor ein paar Tagen einen Artikel über den \"Binge eating disorder\" gelesen und mir beim Lesen sofort gedacht \"Oh Gott, das bin/habe ich!\" - Nun habe ich mich schon etwas damit beschäftigt und ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber da wirklich die meisten der Symptome (außer Übergewicht) bei mir zutreffen, denke ich, dass ich auch an dieser Essstörung leide. Seit ungefähr 2 Jahren, seitdem ich von zuhause ausgezogen bin, habe ich begonnen sehr unregelmäßig zu essen und mich z.B. Stresssituationen mit Essen zu belohnen, oder bei Liebeskummer, oder bei Nervösität, oder bei Langeweile, oder wenn ich glücklich bin -.- naja, ihr seht also, dass ich eigentlich zu jedem Anlass esse und dadurch ist es so weit gekommen, dass ich immer mehr zunehme, dann wieder schreckliche Schuldgefühle habe, wieder abnehme usw...das geht wirklich wochenweise so, dass ich 2-3 kg. zu- und wieder abnehme. Ich esse dann oft auch immer so viel, dass es weh tut und esse so gut es geht heimlich, weil ich nicht will dass die anderen merken, dass ich so viel esse. Die meisten Essattacken bekomme ich jetzt, wenn ich z.B. übers wochenende nach hause fahre, dann da gibt es immer sooo viel auswahl, damit kann ich einfach nicht mehr umgehen! Das Problem ist, dass ich einfach mit niemanden aus meiner Familie reden kann, 1. sind alle dünn, haben keine Probleme mit dem essen und 2. wenn ich früher mal darüber gesprochen habe (als ich noch nicht wusste, dass es b.e.d. überhaupt gibt) haben sie immer gesagt \"du musst dich eben zurückhalten\", \"dir ist doch nur langweilig, du musst mehr arbeiten\" usw. - sie verstehen einfach nicht, dass ich wirklich ein problem habe! ich WILL ja damit aufhören, aber es geht einfach nicht! ich hab keine ahnung was ich machen soll, denn tatsache ist doch, dass b.e.d. fast keiner kennt und nicht ernst nimmt und einfach denkt, dass man keine disziplin hat. Naja...es tut mir Leid dass ich jetzt so viel geschrieben habe, aber irgendwie musste das mal raus und es tut einfach gut darüber zu schreiben, denn anvertrauen kann ich mich einfach niemanden.

(INTAKT antwortet am 11.06.2012 um 14:46:07)

Uns ist Ihr Krankheitsbild - so wie Sie sich beschreiben - sehr vertraut. Auch Ihre Sorge, wie unverständlich das für Ihre Umgebung ist, ist erklärlich, weil Menschen auch so reagieren, denen es kaum bewusst ist, dass dieses Essverhalten so wie Sie es schildern, eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, die Behandlung erfordert. Schön, dass Sie sich an uns wenden und damit auch erstmals darüber schreiben und Sie haben selbst gemerkt, wie erleichternd so ein erster Schritt sein kann - sich wenigstens schriftlich anzuvertrauen. Therapie heißt, für sich einen geschützten Rahmen zu finden, in dem all das was Sie belastet, besprochen und ernst genommen wird und gemeinsam Lösungen und Ressourcen entwickelt und wiedergefunden werden.
Gerne können Sie uns anrufen, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren, bei dem alle weiteren Schritte besprochen werden. Sie sind auf einem richtigen Weg und mit fachlicher Unterstützung können Sie auch wieder in Ihre ganze Kraft kommen und Ihre Ressourcen für ein gesundes Leben nutzen lernen. Alles Gute!

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