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Chefin mit Bulimie, wie soll ich mich Verhalten?

(Liliane fragte am 01.05.2012 um 20:31:27)

Guten Abend!

Also, ich bin noch nicht so lange in meiner Arbeit. Aber ich habe ziemlich schnell mitbekommen das meine Chefin, wie soll ich sagen \"anders\" ist. Sie ist zwar erst 20, aber trotzdem ist ihr Verhalten sehr merkwürdig! Sie redet meist sehr offen, da schon jeder andere zu wissen scheint das sie Bulimie hat. Sie redet darüber als wäre es das normalste auf der Welt sie macht das ein paar mal Nachts aber das sei nicht schlimm oder ja sie wird sowieso nicht älter als 50 also wozu Gedanken machen!Aber sie reißt teilweise Witze darüber, und meine andern Kollegen auch. Ich weiß nicht ich finde das nicht witzig wenn die anderen sagen na komm ich lade dich mal ein und dann gehst du Kotzen ich will das sehen usw. Sie lacht darüber :/!! Ich habe sie noch nie essen sehen, soviel ich von anderen weiß hat sie ein Mischform oder so also sie isst nur alleine, essen sehen hat sie noch nie jemand bei uns und wenn kotzt sie alles wieder aus. Keine ahnung wie man das dann nennt!

Aber auch ihr sonstiges Verhalten macht mir Angst. Ich bin ein totaler Familien Mensch sie spricht über ihre Familie als wären sie abschaum und dass sie niemand braucht auf der Welt. Das sie es liebt alleine zu sein usw....Aber sie sagt das ohne mit der Wimper zu zucken. Sie hat glaub ich echt keine Gefühle für iiiiirgendjemand, was ich sehr schade finde. Da kommt wohl mein Helfersyndrom raus oder so. Ich weiß nicht sie ist Jung sehr Hübsch und so auch eine total Liebe man kann alles von ihr haben. Aber wie soll ich damit umgehen. ich will einfach nicht glauben das sie so glücklich ist.

Wie kann ich ihr helfen? Oder was sollte ich tun? Ich muss ihr doch helfen oder nicht!?

(INTAKT antwortet am 07.05.2012 um 09:37:03)

Es tut mir sehr leid, daß Sie Ihre Antwort so verspätet bekommen. Dabei sind Sie in wirklicher Sorge um Ihre Chefin und das ist ein sehr schöner Zug von Ihnen. Sie sprechen direkt Ihr Helfersyndrom an, das mag schon sein, daß Sie dafür eine Neigung haben. Doch Sie merken etwas, das Sie verstört und das ist etwas sehr Natürliches. Das Hilfreichste wäre, in dieser Natürlichkeit zu reagieren. Und das wäre schon ein großer Schritt der Veränderung in Ihrem Arbeitsfeld, wenn Sie auf für Sie irritierende Aussagen in Ihrer Form reagieren, nicht vorwurfsvoll, sondern indem Sie sagen, wie diese Aussage bei Ihnen ankommt, welche Gefühle sie auslöst. Es kann sehr gut sein, daß Ihre Chefin irgendwann einmal entschieden hat, keine Gefühle mehr zu zeigen bzw. keine mehr spüren zu wollen. Das ist für jemanden Mirfühlenden wie Sie sehr befremdlich, noch dazu wenn Sie merken, daß Ihre Chefin kein natürliches Essverhalten hat und sich der Schwere ihrer Krankheit wahrscheinlich nicht bewußt ist. Sie darauf anzusprechen, würde sie sicher in eine Verteidigungshaltung bringen, aber immer wieder Ihre Sorge zum Ausdruck bringen, kann sie vielleicht zum Nachdenken bringen. Freilich wäre für Ihre Chefin eine Therapie sehr wichtig, um auch mit ihren scheinbaren Verletzungen anders umgehen zu lernen, aber es ist eine delikate Sache, wenn Sie Ihre Chefin ist, allerdings eine sehr junge, eventuell sind Sie vielleicht auch älter. Aber so wie Sie sich an uns gewandt haben zur Unterstützung, so gelingt es Ihnen sicher, immer wieder achtsam Stellung zu beziehen, wenn die Würde eines Menschen missachtet wird. Und auch Ihre Sorge bezüglich der Krankheit zum Ausdruck bringen. Bitte schreiben Sie wieder, wenn Sie weitere Fragen haben oder nutzen Sie auch unseren chatroom am Montag zwischen 17.00 und 19.00. Herzliche Grüße und viel Mut und Achtsamkeit!

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