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ich bin so allein...

(Anonym fragte am 16.04.2012 um 22:05:11)

Liebe Forum-Teilnehmer!
Ich bin jetzt 32 und leide seit meinem 16. Lebensjahr an Bulimie. Die Einsicht der Krankheit kam nicht sofort, wie es halt dem Krankheitsbild typisch ist, jetzt ist es sehr belastend und deprimierend. Ich kenne auch die Zeit ohne die bulimische Last. Von 2008 bis 2010 war ich quasi geheilt. Dank Topamax 400mg am Tag hatte ich keine Gedanken ans Essen und Erbrechen. Doch dann kam die Anweisung von der KK, Patienten auf Generika umzustellen (ich wurde zu teuer). Die Ersatzmedikamente vertrug ich nicht, ich versuchte sie abzusetzen und die Krankheit kehrte zurück (Jänner 2011).
Ich habe mir die Pille wieder verschafft, doch sie will einfach nicht wirken. Alkohol ist leider auch im Spiel zur Hungeranregung und ich ekele mich an. Ich verspüre keine Freude am Leben, habe Selbstmordgedanken, habe keine Freunde. Vor 6 Monaten bin ich mit meiner Tochter nach Wien gezogen, denn ich dachte, dass mich die Stadt auf andere Gedanken bringen würde (ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und habe zuvor 11 Jahre am Land verbracht), doch die Krankheit floriert. Meine Familie ist nicht hier, meine Tochter hasst mich, weil ich ihr die Heimat genommen habe und will zum Vater ziehen (von meiner Krankheit weiß und merkt sie nichts), ich existiere und funktioniere nur. Ich würde so gerne in die Selbsthilfegruppe gehen, doch sie ist immer unter der Woche und da kann ich meine Tochter nicht alleine lassen und ich fürchte, dass ich für eine Therapie nicht genug Geld und Zeit habe. Das ist ein Teufelskreis.
Vielleicht kann mich jemand im Forum aufbauen und Kontakt mit mir aufnehmen, Jemand, der an Bulimie leidet und mich verstehen kann. Ich brauche jemanden zum Reden, dem ich mich öffnen kann? Zusammen kann man dieses Problem besser überwinden. Ich kann so nicht mehr weiter machen. Ich WILL nicht mehr so weiter machen!
Danke schön.
I.

(INTAKT antwortet am 17.04.2012 um 15:54:30)

Leider ist dies kein Forum, in dem sich andere einklinken können, sondern nur wir vom intakt antworten auf die Briefe. Ihr Brief klingt sehr verzweifelt und Sie brauchen wirklich Unterstützung. Da lassen sich sicher Wege finden, wie das möglich sein könnte. Diese finden sich in einem persönlichen Gespräch mit uns oder Sie chatten mit uns jeweils am Montag zwischen 17.00 und 19.00 Uhr, auch das ist jeweils nur mit einer Kollegin von uns möglich und nicht mit anderen Betroffenen. Sie schreiben, Sie wohnen in Wien, rufen Sie doch bei uns an, um einen Beratungstermin zu vereinbaren, indem mögliche unterstützende Wege herausgefunden werden können. Sich jemandem öffnen zu können, der Erfahrung hat, ist ganz wichtig, Sie müssen nicht alles alleine schaffen und Sie haben vollkommen recht, wenn Sie schreiben, daß Sie so nicht weitermachen WOLLEN! Das sind Sie sich schuldig und kommt auch Ihrer Tochter zugute! Bitte schreiben Sie wieder, wenn Sie noch offene Fragen für nächste Schritte haben. Sie sind nicht allein!

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