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Freßanfälle

(Bettina fragte am 11.02.2012 um 18:59:16)

Hallo!

Mit 17 Jahren hab ich mir eingebildet, zu dick zu sein. ich hab in kurzer zeit ca. 7 kilo abgenommen. danach sind dann die eßanfälle gekommen. inzwischen bin ich 33 jahre alt und habe immer noch regelmäßige eßattacken. komischerweisen habe ich immer wieder monatelange phasen, in denen ich regelmäßig und sehr gesund (vegetarische vollwertkost) esse, ohne auch nur einen eßanfall. als hätte ich in meinem kopf einen schalter...ich habe absolut keinen bedarf nach süßem, esse stattdessen trockenfrüchte. in diesen gesunden phasen esse ich ca. 1300 kalorien ich hab richtig freude an dieser ernährung, muß mich nicht kasteien (zum frühstück einen frischkornbrei mit obst und sojajoghurt, als zwischenmalzeit obst und nüsse, mittags eine große schüssel salat, getreide und gemüse, abends vollkornbrot mit aufstrich, gemüse und tofu, danach noch datteln und sojamilch) aber nach einiger zeit kommen auf einmal wieder diese eßanfälle, wo ich schonmal 3000 bis 5000 kalorien in mich reinstopfe. sehr viel süßes, aber auch pizza usw., aber alles vegetarisch. ich bin verzweifelt, weil ich mir jeden tag denke, daß ich heute noch essen darf, ab morgen wird dann eh alles anders. mein gewicht schwankt immer so zwischen 57 und 68 kg. (1,66) es ist so belastend für mich, immer wieder kämpfen zu müssen. :-(((( wenn ich nur wüßte, warum ich immer wieder diese anfälle habe, ich führe auch ein tagebuch und war bei einer therapeutin.

liebe grüße, bettina

(INTAKT antwortet am 13.02.2012 um 16:04:25)

Liebe Bettina, Ihr Brief klingt sehr belastet! Die Frage ist, wie Sie vom Kampf weg hin zu mehr Wertschätzung für Ihre wahrscheinlich recht schwierige Lebenssituation gelangen. Erfahrungsgemäss haben Essanfälle schon die Funktion von etwas abzulenken, was anders schwierig auszuhalten ist. Waren Sie länger in Therapie oder ist das schon eine Weile her? Manchmal ist es gut, grad im Tagebuch nachzulesen, was schon als hilfreich erarbeitet worden ist, um es wieder ins Gedächtnis zu rufen. Oder Sie wenden sich wieder an Ihre Therapeutin, um mit ihr an dem zu arbeiten, was grad im Vordergrund steht. Schreiben Sie Ihr Tagebuch eher mit dem Fokus auf Belastendes oder auf das Positive, das Ihnen doch gelungen ist? Das wäre vielleicht ein unterstützender neuer Blickwinkel! Am besten wäre, Sie gönnen sich wieder Unterstützung! Alles Gute dafür!

(Erweiterung der Fragestellung am 13.02.2012 um 18:17:21)

Danke erstmal für ihre antwort! ich habe festgestellt, wenn ich in mich reinhöre, daß meine eßanfälle verschiedene ursachen haben. mal esse ich, um mir wieder mal was zu \"gönnen\". hinterher bereue ich es, weil ich so voll bin, daß ich mich kaum bewegen kann. dann esse ich, weil alle essen. oft esse ich, weil ich geborgenheit brauche.

ich hab in meinem ersten schreiben nicht erwähnt, daß ich vor zwei jahren einen schweren schicksalsschlag erlitten habe. mein mann ist bei einem unfall ums leben gekommen. deswegen war ich auch in therapie. nach eineinhalb jahren gings mit dem essen wieder super. aber vor einem monat hats wieder angefangen. ich weiß nicht, ob es ist, weil sich der todestag bald das zweite mal jährt...ich vermute aber auch, daß es hormonelle ursachen hat. ich hatte im dezember das letzte mal meine periode.

früher habe ich nur das negative in meine tagebücher geschrieben, jetzt lobe ich mich auch schon, wenn ich einen guten tag habe. gestern konnte ich zB einen eßanfall nur durch schreiben wieder abwenden.

ich arbeite hart an mir, habe schon unzählige bücher gelesen. trotzdem passiert es immer wieder. ich würde so gerne ein \"normales\" leben führen ohne diese belastung...

alles liebe, bettina

(INTAKT antwortet am 13.02.2012 um 18:47:46)

Liebe Bettina, so wie Sie schreiben, gehen Sie achtsam mit sich um und haben auch verständliche Erklärungen für Ihr Verhalten. Vielleicht braucht es noch weniger Härte, dafür noch mehr liebevolles Verständnis!So eine Art beste Freundin für sich sein, die Sie sicher anderen gegenüber sind! Herzliche Grüße!

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