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Essstörung und Therapie

(Anonym fragte am 19.01.2012 um 14:30:46)

Hallo,

ich bin 26 Jahre alt. In der Pubertät nahm ich zu, wollte wieder dünner sein und irgendwann begann ein Wechselspiel aus nicht-essen und zu viel Essen und Abführmitteln. Da ich die Medikamente viel zu hoch dosierte, gab es ein, zwei Schlüsselerlebnisse die mir tatsächlich richtig Angst um meine Gesundheit machten... seither erbreche ich nicht mehr und versuche auch nicht durch Medikation zu kompensieren. Ich weiß mittlerweile dass ich mit 17 Jahren zum ersten Mal eine wohl mittelgradige Depression hatte, bisher würde ich nun sagen dass ich bereits 4-5 leichte bis mittlere Phasen habe. Das habe ich alles jetzt erst wirklich erkannt, da ich nun seit einem Jahr wegen der Depressionen zur Psychotherapie gehe. Viele meiner Probleme, die auch deutlich mit meiner Familiensituation zu tun haben/ hatten, habe ich gut aufgearbeitet und ich bin aus der Depression heraus und fühle mich stark und kenne mich selbst nun viel besser´. Irgendwie bin ich auch viel \"versöhnter\" mit mir. Was geblieben ist, dass sind die Essanfälle. Ich habe einen BMI von 26, gerne würde ich wieder, wie früher vor ein paar Jahren, ein paar Kilo weniger wiegen. Ich schaffe das im Ansatz immer über ein paar Wochen ausgewogen und gut zu essen - dann nehme ich auch gesund ab. Irgendwann jedoch breche ich ein und esse ohne zu stoppen, ohne dass es mir schmeckt, auch nachts! Das führt dazu, dass ich sehr unzufrieden und auch beschämt bin und dann auch dazu neige mich sozial zurückzuziehen, weil ich mich unwohl mit mir fühle. Ich mache eine tiefenpsychologische Therapie, habe das Thema Essen bisher (seit einem Jahr)noch nicht getraut anzusprechen... aber heute in der Stunde habe ich es zum erstem Mal getan und bin nun auch erleichtert.. ich bin nur so hoffnungslos, dass dieses Éssproblem wirklich verschwinden kann. Denn eigentlich habe ich bereits sehr viel gelernt und bin ja schon lange in Therapie, nur das Essproblem ist komplett gleich geblieben bisher. Was sind Ihre Erfahrungen? Sollte ich bei der Therapie bleiben oder noch irgendetwas ergänzendes versuchen? Oder es eher \"akzeptieren\", dass ich diese Kontrollproblematik habe?

(INTAKT antwortet am 23.01.2012 um 18:53:59)

Gut, daß im Wort \'hoffnungslos\', die Hoffnung enthalten ist! Bitte bleiben Sie in Therapie, wo Sie ja schon viel gelernt haben und wo Sie auch soviel Vertrauen entwickelt haben, daß Sie das Thema Essen auch angesprochen haben und sich dehalb erleichtert fühlen!!!!So können Sie dann auch klar besprechen, wie Sie mit den Zeiten umgehen, wo es Ihnen schwerer fällt, aus welchen Gründen auch immer, gut auf sich aufzupassen. Das sind dann hilfreiche nächste Schritte in der Therapie. Diese sind leichter mit einer/m vertrauten TherapeutIn, grad nach einem Jahr geht es oft eine Schicht tiefer und man kann noch ehrlicher mit sich selbst sein. Bitte bedenken Sie, daß die Scham und die Unzufriedenheit leider der Nachsicht mit sich selbst sehr im Wege stehen. Vertrauen Sie lieber darauf, daß es Ihnen gelingen wird, die Zusammenhänge zu erfasen und dann anders, als mit Essanfällen, auf bestimmte Begebenheiten zu reagieren! Anerkennen Sie sich bitte, was Ihnen schon alles gelungen ist, Sie sind auf einem guten Weg!

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