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Magersucht sichtbar

(Anonym fragte am 03.12.2011 um 19:20:04)

Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Jeden Tag spricht mich irgendwer wegen meiner Anorexie an. Ich muss jeden Tag in der Arbeit mit meinen Arbeitskollegen diskutieren. Sogar von Leuten von denen ich das nie erwärte hätte. Ich will doch nur meine Ruhe habe. Ich will nicht andauernd rede und antwort stehen. Wie komme ich wieder aus dieser Situation raus. Ich will nicht dass sich wer anderer über mich Gedanken macht. Ich will einfach nur die Zeit nutzen was ich noch habe. Ich habe beschlossen dagegen nichts mehr zu unternehmen. Ich will einfach die Zeit die mir noch mit dieser Krankheit bleibt einfach so gut wie möglich nutzen. Mittlerweile macht nicht einmal das arbeiten Spass und ich kann nur mehr im Krankenstand gehen wenn ich keinen Ausweg finde aus dieser Situation.

(INTAKT antwortet am 05.12.2011 um 20:06:41)

Die Magersucht ist eine sehr sichtbare Krankheit und löst in vielen Menschen starke Gefühle aus. Nur leider werden diese Gefühle nicht zum Ausdruck gebracht, sondern meist in gute Ratschlägen verpackt, die natürlich die Betroffenen sehr nerven können. Das ist sehr verständlich. Dahinter steckt oft eine große Angst, eine Angst, dass der Körper jederzeit auch wirklich schlapp machen kann, also auch eine Sorge um Ihr Leben! Diese scheinen Sie auch zu haben und haben trotzdem beschlossen, nichts mehr zu unternehmen, um sich und Ihrem Körper eine andere Haltung zu gewähren. Doch Ihre Umwelt spiegelt Ihnen Ihre Angst und ist \"lästig\", weil ihnen etwas an Ihnen liegt, diese Menschen sind eben nicht einverstanden, daß Sie vor der Magersucht kapitulieren. Ihre Ruhe wollen steht der Angst gegenüber, auch das ist verständlich. Und umso mehr müssen Sie abschotten, und das ist anstrengend! Eigentlich will der Mensch leben und die Menschen tun sich immer schwer, wenn sich wer aufgibt und wollen helfen, so gut sie können. Aber aus Ihrem Brief ist auch Erstaunen zu lesen, wer sich aller engagiert, macht das nicht auch wieder Hoffnung oder ein bissl Freude, daß man den anderen nicht einerlei ist?! Was brauchen Sie, um Ihre resignative Haltung ein bißl beiseite schieben zu können und die Beziehungsangebote Ihrer Umwelt annehmen zu können oder welche Angebote könnten Ihnen helfen, um sich und der Welt eine Spur offener begegnen zu können. Wie würden Sie die Zeit, die Ihnen bleibt am liebsten nützen können? Und wie können Sie anderen Menschen vermitteln, was Sie wirklich von ihnen brauchen, denn die guten Ratschläge und die Sorge sind es nicht. So kann ich Ihnen die Fragen nur zurückgeben und Sie ermutigen, sich den anderen zuzumuten und alle Hilfe, vor allem auch professionelle, anzunehmen, um wieder den Blick aufs Leben zu richten zu lernen. Bitte schreiben Sie wieder!

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