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binge eating störung

(Andrea fragte am 25.10.2011 um 23:03:48)

Liebes Intakt Team!

Ich glaube der Kopf ist mein Problem, seit Jahren habe ich das Bedürfniss abzunehmen - das Bedürfniss danach wird immer stärker.
Ich habe einen BMI von 24 (also gerade noch im Normalgewicht) aber ich bilde mir ein ich würde mich mit einigen Kilos weniger wohler fühlen. Ich habe angefangen zu versuchen auf Süßigkeiten zu verzichten (was mir eigentlich sehr gut tut wenn es mir gelingt- ich fühle mich munterer und fiter, gehe lieber meiner Arbeit nach...)
Was mir aber jetzt immer wieder passiert dass ich Fressattacken habe die einfach mit mir passieren - meist ohne Hunger, ich esse alles was mir unter die Finger kommt (am liebsten Dinge die nicht so schnell satt machen) ich esse bis mir übel ist und die Schmerzen im Bauch nicht mehr auszuhalten sind. Letzens habe ich nachdem ich eine große Tafel Milka gegessen habe (nach einem normalen Mittagessen versteht sich) noch unbedingt einen Kuchen mit nach Hause genommen und war froh darüber, dass meine Familie der ich ebenfalls Kuchen mitgebracht habe nicht zu hause war - so konnte ich alle selbst essen (wir sind eine 6köpfige Familie!!!!!!!). Ich fühle mich so richtig krank im Kopf. Leider gelingt es mir nicht \"abzuschalten\". Meine Gedanken kreisen fast immer darum welchen Plan ich machen kann (kein Abendessen, keine Süßigkeiten) und dann denke ich ich beginne morgen damit und bis dahin nütze ich die Zeit noch richtig aus um alles in mich hineinzustopfen. Andererseits kann ich mich in Gesellschaft sehr gut einschränken und wenn ich zum Essen eingeladen bin versuche ich langsam und eher wenig zu essen - das fühlt sich dann gut an nicht so überfüllt zu sein.
Mein Gewicht zu halten gelingt mir nur dadurch dass ich liebend gerne Sport betreibe (leider wird dies mitlerweile auch schon zwanghaft).
Habt ihr eine Idee für mich aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen?
liebe Grüße Andrea

(INTAKT antwortet am 28.10.2011 um 15:39:16)

Liebe Andrea!
Zunächst bitten wir um Verzeihung, dass die Antwort doch etwas länger gedauert hat, unser Computer wollte einfach nicht kooperieren.
Die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der sie Ihre Essprobleme schildern, ist sehr beeindruckend, sich dem aufrichtig zu stellen, ist ja schon ein erster Schritt hin zur Veränderung, den Sie gemacht haben. In die Kommunikation zu gehen und nicht alles nur mehr im eigenen Kopf abzuspielen und diesbezüglich alles mit sich allein auszumachen. Vielleicht gibt es ja in Ihrem Umfeld auch Menschen, denen Sie sich anvertrauen können, die bereit sind, Ihnen diesbezüglich zuzuhören und auch von Ihren Erfolgen wie langsames Essen in Gesellschaft, einen Tag ohne Süßes,…zu hören bereit sind.
Sie beschreiben, dass den Essattacken meist kein Hunger vorausgeht. Nicht nach Nahrungsmitteln, vielleicht aber haben Sie Hunger nach anderem- Ruhe, Sicherheit, Geborgenheit, Zuwendung,…Falls Ihnen dazu etwas einfällt, stellt sich die Frage, wie könnten Sie diesen Bedürfnissen in Ihrem Leben nachkommen, wie ließen sich diese in kleinen Schritten integrieren?
Wichtig erscheint uns auch, freundlich mit sich selbst umzugehen und sich zudem bewusst zu machen, was Sie als Mensch, als Frau ausmacht. Die Essproblematik ist ja nur ein Teil in Ihrem Leben. Da gehört bestimmt noch viel Anderes dazu.
Unserer Erfahrung nach ist es zudem hilfreich, möglichst oft im gegenwärtigen Moment z sein, sich also immer wieder zu vergegenwärtigen: was ist jetzt gerade, was sehe ich im Augenblick, was höre, rieche ich und das dann nur beschreibend festzustellen- ohne Beurteilung und Wertung. Einfach nur wahrnehmen. Die Aufmerksamkeit so oft wie möglich auf gute Momente, Momente, die ganz in Ordnung sind, richten, diese guten Momente sozusagen zu sammeln. Das können Kleinigkeiten sein wie Sonnenschein, ein Lächeln einer fremden Person, etwas erledigt zu haben und ähnliches. Das könnte man sogar in einem kleinen Büchlein in Stichworten festhalten. Beschäftigen Sie sich mit Dingen, bei welchen Sie Freude erleben.
Natürlich kann Ihnen der Kontakt mit einem Arzt/ einer Ärztin und/oder PsychotherapeutIn bei der Bewältigung Ihres Problems ebenfalls Halt und Unterstützung geben.
In jedem Fall wünschen wir Ihnen gutes Gelingen auf Ihrem Weg zum unbelasteten und natürlichen Umgang mit Essen.

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