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Ist das gefährlich?

(Anonym fragte am 05.10.2011 um 16:04:01)

Guten Tag liebes Intakt Team!

Ich war letztens bei meiner Schwester (20), sie ist schon lange Essgestört, das wissen wir auch aber wir können leider nichts tun, sie will halt nicht.
Ich wusste das sie sehr wenig isst, aber als ich bei ihr im Bad war habe ich einen Brechmittelsirup gefunden (Ipechachuana) ich habe dann im INternet gelesen, das dass sehr gefährlich sein kann. Abgesehn davon wusste ich nicht das sie sich auch übegribt. Ich habe sie darauf angesprochen, und sie sagte ich soll mir nicht schon wieder ins Hemd machen, es hat sowieso nicht geholfen. Aber ich hab gelesen das es besonders dann wenn es nicht wirkt und im Körper bleibt sehr gefährlich ist.
Wir (ich und meine mom) wissen nichtmehr was wir machen sollen, sie hält ihr gewicht zwar jetzt weil sie weiß das wir sie sofort ins Kh bringen würden, aber so kanns auch nicht weitergehen.
Sie hat auch totale schulden hat sie mir gesagt. Ich denke das sie das vom Essen kaufen hat, den sonst hat sie nciht viel und einen guten bezahlten job auch.
Wo soll das enden? Schulden? Tot?
Irgendwas müssen wir doch tun können oder??
Ich bitte sie wirklich inständig, ich habe das Thema außerdem schon mehr als satt, immer nur gehts um sie und um Ihre Probleme. Ich bin nur sauer, wir tun alles für sie und sie ist nichtmal so weit das sie ihre Krankheit loslasst. Sie ist eher ausgezogen, meine mom hat ihr die wahl gegeben Klnik oder ausziehen und 2 Tage später war sie weg.
WAS KANN MAN TUN??????????
Danke schonmal

(INTAKT antwortet am 10.10.2011 um 17:23:58)

Leider ist aus organisatorischen Gründen erst heute ein Antwort möglich. Ihr Brief berührt sehr, zeigt er doch die unerträgliche Ohnmacht, der man als Angehörige bei dieser bedrohlichen Krankheit ausgesetzt ist. Es ist eine große Sorge herauslesbar, aber auch starker Frust und Resignation, ob der Uneinsicht der Betroffenen. Aus Erfahrung in der Arbeit mit KlientInnen wissen wir, daß diese Ohnmacht und Verzweiflung bei den Betroffenen ähnlich gross ist, sie wissen sehr wohl, was sie auch ihren Angehörigen antun und können oft wegen der inneren Enge, die diese Krankheit auch ausmacht, nicht aus ihrer Haut heraus. Sehr wichtig wäre eine psychotherapeutische Hilfe für Ihre Schwester, aber auch die medizinisch-psychiatrische Unterstützung, um eventuell medikamentös eine Erleichterung zu ermöglichen. Als Schwester oder eben auch Mutter ist es auch wichtig, sich Unterstützung zu gönnen, um mit jemandem Kompetenten Vorgangsweisen zu erarbeiten, die Entspannung im Beziehungssystem schaffen, aber auch Erleichterung im Umgang mit der Krankheit. Wichtig ist es aber vor allem auch, die eigenen Bedürfnisse wieder ernstzunehmen und eigene Grenzen, an die man ja wirklich stößt, klar zu erkennen und man darf auch wieder eigene Wünsche nach Aufmerksamkeit anmelden. Das haben Sie Gott sei Dank mit diesem Brief auch klar zum Ausdruck gebracht. Aber wahrscheinlich wird das nicht ausreichen, um Sie wirklich zu entlasten. Auf Ihre Frage, was kann man tun: vor allem Ihrer Schwester vermitteln, daß sie Hilfe braucht, ihr versichern, daß Sie zwar an Grenzen stossen, was die Krankheit anbelangt, aber als Schwester und Tochter da sind, jedoch nicht für sie gesund werden können. Wichtig ist auch, daß Sie Ihre Gefühle zum Ausdruck bringen, Ihre Angst um Ihre Schwester, Ihre Hilflosigkeit, Ihre Wut auf so viel Aufmerksamkeit und sie nimmt nichts an, Ihre Traurigkeit, oder dann auch Ihre Freude, sie einfach nur zu sehen, mit ihr zu sein, zu unterscheiden, dass es die Krankheit gibt, aber auch eben Ihre Schwester selbst, denn sie hat diese Krankheit,aber sie ist nicht diese Krankheit, sie ist mehr! Und erinnern Sie sich, was früher schön war, vielleicht gab es Rituale, die gut getan haben, die man wieder aufleben lassen könnte. Aber bitte keine Vorwürfe, keine \"du sollst endlich Sätze\", sondern eher um Rat fragen, wie es für sie am hilfreichsten wäre, wie Sie sich als Angehörige verhalten sollten, um ihr zu vermitteln, daß Sie an ihren Gesundungsprozess auch glauben und ihr das auch zutrauen. Der Selbstwert von Betroffenen ist so im argen, dass das wichtigste das \"trotzdem liebhaben\" ist und das bleibt, ob der Berg-und Talfahrten der Gefühle sowohl bei Betroffenen als auch bei Angehörigen oft auf der Strecke! Schreiben Sie wieder, wenn Sie noch mehr Fragen haben! Alles Gute!

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