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Wie geht es weiter? Die 3.

(Anonym fragte am 27.08.2011 um 15:26:09)

Hallo,

Ich hatte grade mal wieder Lust mich mal kurz zu melden. Sie haben mir echt durch ein ziemliches Tief geholfen und ich bin dafür sehr dankbar. Nach meinem letzten Schreiben von Mitta Juli ist allerhand passiert. Meine Krise dauerte recht lange und zehrte an meinen Kräften. Ich bin doch tatsächlich wieder in meiner Not in die Essstörung zurück gegangen. Ich habe es akzeptiert und zerfleische mich nicht mehr dafür. Sie lebt noch etwas in mir als gehöre sie schon zu mir.
Aber ich habe mir selbst Anfang August die Erlaubnis erteilt mir sehr intensive Hilfe zu suchen. Seit zwei Wochen bin ich in einer Tagesklinik, in der ich mich sehr gut aufgehoben und sicher fühle und denke, dass ich dort viel zu mir finden kann. Dort bin ich allerdings nicht wegen meiner Essstörung. Das finde ich aber total gut, dass der Fokus auf anderen von mir Dingen liegt. Ich habe nun wieder freie Kapazitäten mich diesem essgestörten Teil von mir zu wittmen und ich muss sagen, es geht etwas aufwärts. Und ich bin sogar stolz darauf, dass ich das alleine hin bekomme. Na gut, ich hab ja den Rückenhalt durch die Klinik. Zudem kam die Problematik, dass es ja noch diese Krankheit in meiner Familie gibt und ich den Test vor mir hatte. Ich weiss seit Freitag, einem Tag nach dem Geburtstag meiner Tochter, dass ich von ihr verschont bleibe. Es ist nichts davon in meinen Genen zu finden. Da bin ich allerdings mir noch nicht ganz einig, ob ich das durchweg total gut finde, weil es gibt auch den Teil in mir, der über das Ergebnis sehr deprimiert ist.
Mit meiner \"alten\" Therapeutin habe ich mich allerdings etwas überworfen, so dass ich es endlich geschafft habe mich von ihr zu trennen. Das gibt mir ein gutes Gefühl, auch wenn ich mit ihr eigentlich viel vor hatte. Nur hat es zwischen uns eigentlich gar nicht gepasst. Das habe ich aber erst jetzt zugelassen, dass das tatsächlich so ist.
Die Welt ist zwar nicht rosarot und wunderschön, aber irgendwie wächst das Gefühl, dass ich jetzt neu anfangen kann. Ich würde zwar gern sofort alle meine Fehler und auch die Essstörung völlig beseitigen und sofort gesund und munter, voller Ziele und Energie wie ein junges Reh durch die Welt hüpfen, aber ich glaube, das ist nicht so schnell realisiert, wie ich das gern hätte.

Ach, ich könnte sie grad umarmen, wenn Sie vor mir stehen würden.

Tausend Dank nochmal!

(INTAKT antwortet am 29.08.2011 um 09:00:29)

Ich danke Ihnen vielmals für Ihren so aufbauenden Brief und ich spüre Ihre Umarmung! Und wieder komme ich mit ganz viel Kraft in Verbindung, mit der Sie die Widrigkeiten in Ihrem Leben umschiffen lernen, immer wieder von neuem! Welch große Erleichterung, daß der Test jetzt endlich gute Klarheit gebracht hat und Ihnen dadurch auch die Möglichkeit gibt, die Welt mit neuen Augen zu sehen und mit konstruktiver Energie Ihr Leben jetzt auch anders anzupacken UND wie Sie ganz richtig schreiben, SCHRITT FÜR SCHRITT, in Ihrem Tempo! Bitte haben Sie den Fokus nicht so sehr auf Ihren Fehlern, sondern auf Ihren Ressourcen, die bis jetzt, trotz vieler Querschläge, und vermehrt auch weiterhin, Ihnen zur Verfügung stehen werden. Das Bild vom jungen Reh ist ein sehr lebendiges, energievolles! Alles erdenklich Gute für Ihren weiteren Weg!!!

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