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Sorgen um eine Freundin

(Lilly fragte am 14.07.2011 um 17:21:13)

Ich habe bereits in Ihrem Forum den Beitrag einer besorgten Mutter gelesen. Auch ich habe Angst, meine Sorgen gelten einer Freundin die unter der Mischform von Bulimie und Magersucht leidet. Sie hat diese Krankheit bereits seit mehr als 10 Jahren und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich ständig. Ich schätze sie hat bereits nur mehr max. 40kg bei einer Körpergröße von ca 173cm. Sie will nach gescheiterten Therapieversuchen keine weiteren Behandlungen oder Körperwerttests. Trotzdem hat sie ausnahmsweise einen Termin bei einer Gynäkologin/Therapeutin für August vereinbart und eine Blutabnahme über sich ergehen lassen. (Das zeigt doch Ihren Willen, oder?)Die Werte sind so schlecht (v.a. Kalium), dass der behandelnde Arzt meinte, dass er nicht verstehe wie sie mit den Werten noch leben könne. Auch wisse er nicht ob sie den Termin im August noch erlebe. Er könne sie zwar zwangseinweisen lassen, jedoch findet er das nicht gut.

Bereits in den letzten Jahren verstärkte sich ihre soziale Isolation, seit einigen WOchen hat sie extreme KReislaufbeschwerden, und bei ihrem Gelegenheitsjob (körperliche Arbeit)muss sie sich mit Traubenzucker über Wasser halten.
Meine Frage nun an sie: Ich mache mir ernste Sorgen und ich will nicht akzeptieren, dass ich zuschauen muss wie sie stirbt. Dass die Eltern nach so vielen Jahren müde ud ratlos sind kann ich noch verstehen. Aber ich würde noch so viele möglichkeiten sehen und ich fände eine ZWangseinweisung für das erste \"Aufpäppeln\"nicht schlecht. (Ich kann mir aber vorstellen, dass diese Fremdbestimmung der Psyche nicht guttut). Was kann oder darf ich tun als Freundin, wo übertrete ich die Grenze, muss ich zuschauen?
Vielen Dank im Voraus für eine Antwort!
Lg Lilly

(INTAKT antwortet am 18.07.2011 um 13:00:58)

Liebe Lilly, Ihre Angst um Ihre Freundin ist sehr verständlich, manchmal möchte man wenigstens als Freundin einen Zugang finden, der Veränderung möglich macht. Eigentlich kann so eine Veränderungsmöglichkeit immer wieder passieren, ganz egal, wie lang jemand schon krank ist. Doch kann dies nur von der betroffenen Klientin ausgehen, wenn der Moment kommt, daß ihr klar ist, daß sie wirklich leben will! Andererseits kann man bei so einem niederen Gewicht auch die Einschätzung für das eigene Befinden gänzlich verlieren, deshalb muß dann oft auch wirklich eine Zwangseinweisung erfolgen. Da haben Sie schon einen guten Blick auf Ihre Freundin! Doch auch so eine Zwangseinweisung braucht ein gewisses Einlassen auf diesen kritischen Prozess, eben wieder ein \"klares Ja-sagen\", daß man so eben nicht leben will und daher in klitzekleinen Schritten auch bereit ist, an dieser lebensbedrohlichen Haltung etwas zu verändern. - Bei einem drohenden Blinddarmdurchbruch muß ein Arzt auch handeln, selbst wenn der Zeitpunkt des Eingriffes der Patientin nicht paßt, da muß dann der Körper vor der Psyche beachtet werden! - Als Freundin können Sie immer nur daran festhalten, daß Sie Ihre Freundin nicht verlieren wollen und Sie aber in gerechtfertigter Sorge sind, daß dieser Fall eben auch eintreten kann. Vielleicht finden Sie einen Zugang zu ihr, bei dem Sie die Möglichkeiten, die Sie noch für sie vor Augen haben, auch ihr vermitteln können. Aber bitte überfordern Sie sich nicht dabei, aber seien Sie die Freundin, die Ihrer Freundschaft entspricht, jedoch mit einer Klarheit, daß es diese ernste Sorge gibt und auch dem Wissen, daß nur Ihre Freundin entscheiden kann, gesund zu werden. Auch wenn Therapien bis jetzt noch nicht die Veränderungen gebracht haben, die Ihre Freundin sich wünschte, so kann eine neue Therapie trotzdem fruchten. Einen starken Lebenswillen scheint Ihre Freundin schon zu haben, Sie als Freundin würden ihr aber mehr von der Fülle des Lebens zugestehen, als nur das \"Überleben\", das Sie praktiziert, gelt?! Bleiben Sie dran, aber passen Sie auch gut auf sich auf! Alles, alles Gute!

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