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Ich mache mir sorgen um meine Tochter

(Mama46 fragte am 23.06.2011 um 19:43:38)

Guten Abend,

ich und meine Tochter hatten immer ein gutes Verhältnis. Aber sie beginnt langsam sich zu verändern und das macht mir richtig Angst.

Sie war immer so ein fröhliches Kind und immer gut drauf aber jetzt seit ein paar Monaten ist alles anders geworden.
Anfangs dachte ich an eine Phase aber ich habe jetzt mal aufgepasst. Sie hat sehr viel abgenommen, ich seh sie nicht mehr, wir haben nie miteinander gegessen aber sie nimmt es immer mit ins Zimmer und letztens habe ich das essen verstreut in Klo, Mülleimer gefunden und sie hat es aus dem Fenster geworfen.
Am Montag kam ich spät Heim und ich sah nochmal nach ihr, sie war noch wach um 4 uhr morgens und machte Turnübungen, sie hörte zwar auf als sie mich sah und schrie mich an ich solle sofort das Zimmer verlassen. Seitdem Verschließt sie die Tür.
Gestern hatte sie vergessen abzusperren, sie war in der Schule und ich weiß man durchsöbert nicht das Zimmer eines 15 Jährigen Mädchens aber ich konnte nicht anders. Ich habe in ihrem Computer beunruhigende Sachen gefunden. Sie schreib mit Leuten auf FB das sie am weitesten vorne wäre und noch 15kg fehlen, ich fand Kotztipps, sogenannte Thinspirations, verschiedene Regeln, und sogar Gebete auf ihrem PC. Sie hatte das alle gespeichert unter \"Schularbeiten\". Zum schluss stand dann stst thth, ich habe im Internet gestöbert und das ist der Leitspruch von der Pro ana Szene, ich habe jetzt viel darüber gelesen und ich war geschockt was sich diese jungen Mädchen da antun, mitten drin meine kleine. ich brach zusammen sie ist doch noch so jung, noch nichtmal ganz ausgewachsen, ich habe solche Angst um sie. Sie hat sogar eine Waage gekauft, die steht unter ihrem Bett zusammen mit Viel essen das schon stinkt, einem Essenstagebuch wo drin stand das sie sich auch nach dem Essen übergab und Abführtabletten wo schon 34 fehlten. Ich habe solche Angst um sie, ich kann ihr doch nicht zusehen und tun als wüsste ich von nichts. Was soll ich jetzt tun?? Sie schreit mich immer nur an ich soll gehen und wenn es ihr zu viel wird geht sie stundenlang im Park Joggen. Soll ich sie darauf ansprechen?
lg
Ella

(INTAKT antwortet am 24.06.2011 um 22:15:33)

Ihre wachsende Unruhe und große Sorge um Ihre Tochter ist sehr verständlich!!! Diese Internetforen, in die sich Ihre Tochter einklickt, sind sehr krankmachend manipulierend, sie werden auch immer wieder verboten, aber tauchen auch leider immer wieder auf.
Ja bitte, sprechen Sie Ihre Tochter an und lassen Sie sich nicht abwimmeln, wenn sie meint, daß eh alles ok ist, das ist es nämlich nicht, so wie Sie es beschreiben. Und das braucht eine starke Klarheit seitens der Eltern! Eltern sind in diesem Stadium der Krankheit oft sehr verunsichert, wie sie sich verhalten sollen, hoffen, daß sich diese \"Marotten\" möglichst bald auch wieder legen, doch in Wirklichkeit ist es wichtig, eigene Wahrnehmungen offenzulegen, die Veränderungen ganz objektiv kundzutun, die auffallen und dranzubleiben am Reden, Diskutieren und vor allem Ernstnehmen der Sorgen, die Ihre Tochter vielleicht verschlüsselt kundtut.
Wenn man selber nicht so durchkommt, wie man gerne würde, so kann es hilfreich sein, eine andere Ihrer Tochter gut vertraute Person zu bitten, ein unterstützendes Gespräch mit ihr zu führen. Denn Ihre Tochter braucht unbedingt Unterstützung, sowohl medizinische als auch psychotherapeutische, um aus dem Teufelskreis des immer mehr Abnehmenwollens rauszukommen. Aber meistens gibt es ja keinerlei Krankheitseinsicht, geschweige denn ein Annehmenwollen jeglicher Hilfe. Dann ist es am besten, man nimmt selbst Unterstützung von psychotherapeutisch ausgebildeten Menschen an, um Wege zu finden, wie sich Verstrickungen lösen können, wie ein unterstützendes Miteinander möglich gemacht werden kann und Sie dann Ihrer Tochter anders helfen können, neue Ressourcen in sich zu finden, um wieder das Leben in der ganzen Fülle, die ihr zur Verfügung steht, geniessen zu können.
Sie können gerne auch zu uns zu einem Beratungsgespräch kommen, oder zu unserem nächsten intakt Eltern&Angehörigenabend (er findet immer am 2.Mitwoch des jeweiligen Monats von 19.00 bis 21.00 statt), dann zeigen wir den Film \"ana ex\", er zeigt sehr anschaulich die Dynamik dieser schweren Krankheit auf und vermittelt Lösungsansätze, die wir dann auch diskutieren, um unser Wissen weiterzugeben, aber auch die Erfahrungen unter den betroffenen Eltern und Angehörigen auszutauschen.
Bitte bleiben Sie dran, womit Sie jetzt mit Ihrem Brief an uns begonnen haben! Alles, alles Gute für Ihre nächsten Schritte!

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