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langjährige Essstörung

(Sabine fragte am 02.03.2011 um 20:54:55)

Liebes Team, ich schlage mich seit fast 20 JAhren mit Essstörungen herum. Begonnen hat es damit, dass Essen für mich das wichtigste in meinem Leben wurde, dann kam die Magersucht und im´Anschluss daran die Bulimie, die mein Leben bis heute in gewisser Weise bestimmmt. Seit 2 Jahren bin ich bei einer sehr netten Therapeutin, die mir geholfen hat, mein Leben zu erweitern, neue Freunde zu finden, etc. Doch leider hat sich an den Fressanfällen nur wenig geändert, was mich sehr frustriert. Nur zu gerne würde ich dies ändern, bin mir aber gleichzeitig auch nicht sicher, ob ich es überhaupt wagen soll, ein Leben oh´ne diese Sicherheit zu führen. Dazu anmerken möchte ich vielleicht noch, dass ich nie in einer Klinik war, ein nach außen hin gánz normales Leben führe mit einem Partner, einem fixen Job etc. Doch in Wahrheit belasten mich gewisse Themen sehr (abgebrochenes Studium, geringer Selbstwert etc, frustrierender JOb). Nun frage ich mich, ob es Sinn macht, die Therapeutin zu wechseln oder ob ich einfach weiter Geduld haben sollte. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar

(INTAKT antwortet am 03.03.2011 um 10:06:33)

Liebe Sabine, danke für Ihren sehr ehrlichen Brief! Auch daß Sie Ihre Sorge ausdrücken, ob Sie es überhaupt wagen sollen, diese \"Sicherheit\" aufzugeben. Sie sprechen da etwas sehr Wichtiges an, nämlich wie schwer es oft fällt, Vertrautes für Unbekanntes aufzugeben. Oft wird dabei übersehen, wie unvergleichlich mehr Energie für dieses krankmachende Vertraute aufgewendet werden muß - weil man sich gar nicht vorstellen kann, daß auch andere Ressourcen zu einer adäquaten Lebensbewältigungsstrategie in einem stecken - als man Energie für einen Veränderungsprozess aufbringen müsste. Meist ist aber die Angst vor der Veränderung sehr groß. Die Frage ist auch, ob Sie diese Ehrlichkeit, die Sie in Ihrem Brief ausdrücken, auch in Ihrer Therapie sich und Ihrer Therapeutin zumuten. Sie haben sicher ein guter Vertrauensverhältnis zu Ihrer Therapeutin aufgebaut, vieles ist Ihnen auch schon gelungen, aber vielleicht war es Ihnen noch nicht möglich, diese gewissen Themen auch wirklich anzusprechen, sich selber ernst zu nehmen in Ihrer Sehnsucht nach einem gesunden Leben. Ein Therapeutenwechsel zu diesem Zeitpunkt wäre sehr schade, denn Ihre Vertrautheit bis jetzt kann ein guter Boden für ein Zulassen eines tieferen Prozesses sein, der neben Geduld mit sich auch Mut für bisher nicht An- und Ausgesprochenes braucht und Vertrauen, daß Sie auf einem guten Weg sind! Sie haben sich nach soviel Jahren der Krankheit zu Therapie entschlossen, bitte bleiben Sie weiter dran an Ihrem Gesundungsprozess! Alles, alles Gute dafür!

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