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Grund für ES?

(Anonym fragte am 23.02.2011 um 21:43:43)

Hallo, ich bin ein 17jähriges Mädchen aus Österreich. Ich weiß garnicht wie ich anfangen soll... also ich habe ein Problem: Ich denke, dass ich seit über drei Jahren an einer Essstörung leide. Mal nehme ich zu und dann wieder ab. Habe mich aber noch nie in wirklich lebensbedrohlichem Zustand befunden. Mein niederster BMI war 15,8. Aber das heißt ja nichts. Ich versuche meist zu hungern und wenn ich es nicht schaffe, dann stecke ich mir den Finger in den Hals. Im alter von 7 bis 13 Jahren wurde ich von meinem Nachbarn sexuell missbraucht. Ich muss oft daran denken, aber ich konnte es noch nie jemandem erzählen. Außerdem war ich einmal kurz vor einem Selbstmord. Wie auch immer, ich habe komischer Weise nicht das Gefühl, dass meine ES etwas mit dem Missbrauch zu tun hat- im Gegensatz zu meinem Selbstmordversuch. Ich weiß nicht ob ich Hilfe bei meinem Essverhalten brauche, aber es nervt mich einfach. Können Sie mir bitte einen Rat geben? Ich bin verzweifelt und kann einfach nicht mehr. Vielen Dank schonmal. Ich bewundere Ihre Arbeit und, dass Sie Menschen helfen sehr.
Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 28.02.2011 um 15:47:54)

Hallo, zuerst einmal ist es sehr bedauerlich, dass wir aus organisatorischen Gründen gerade einen Brief wie Deinen (dürfen wir du sagen?) erst heute beantworten können.
Du schreibst, es ist das erste Mal, dass Du es wagst, vom Missbrauch zu erzählen. So viele Jahre hast Du diesen schweren Rucksack alleine getragen und das kostet sehr viel Kraft. Doch es scheint so, als ob Du nun zu einem Punkt gekommen bist, wo Du wirklich motiviert bist, etwas zu verändern. Es ist ganz wichtig, dass Du professionelle, therapeutische Hilfe in Anspruch nimmst und einen ersten wichtigen Schritt hast Du mit diesem Brief getan. Deine verletzte Seele braucht Mitgefühl und Beistand, um all die Dinge verarbeiten zu können, die Dir angetan wurden. Ob nun der Missbrauch mit der ES zu tun hat, diese Frage kann man nicht so allgemein beantworten. Wichtig ist in erster Linie, dass Du Hilfe annimmst und nicht das Gefühl haben musst, alles alleine lösen zu müssen. Du warst bis jetzt schon lang genug stark! Wäre es zum jetzigen Zeitpunkt auch denkbar, eine vertraute Person Deiner Familie mit einzubeziehen? Wenn Du uns schreibst, in welcher Gegend Du wohnst, können wir Dir gerne Einrichtungen nennen, an die Du Dich wenden kannst oder eine Website, über die man TherapeutInnen suchen kann. Gut, dass Du geschrieben hast und es werden sich Wege finden, wie Dir geholfen werden kann. So lange bleiben wir in Kontakt (vielleicht wohnst Du auch in Wien und könntest zu uns kommen).
Alles , alles Gute !

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