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gibt es einen ausweg?!

(Jenny fragte am 17.02.2011 um 14:27:49)

hallo liebes intakt team,
ich bin 17 jahre alt und weiß einfach nicht mehr weiter.
ich leite seit etwa 3 jahren an einer essstörung und ich komm da einfach nicht mehr raus.
mein gewicht ist nicht gerade bedrohlich.
also ich bin seit ca. 2 jahren im untergewicht und hielt mich sehr lange auf 52 kg bei 172 cm.
letztes jahr im sommer lag mein gewicht dann auf 48, ich schwankte immer zwischen 46-49. doch dann kamen die fressattacken und ich komm da nicht mehr raus. mein leben besteht nur mehr aus fressen, hungern und abführmittel.
ich habe die schule sehr häufig geschwänzt weil ich mich einfach sehr geschämt habe. mittlerweile komme ich mit dem selbsthass nicht mehr klar. manchmal ritze ich mich auch, weil ich keinen anderen ausweg sehe.
ich habe die schule abgebrochen und hätte dann die möglichkeit auf mehrer lehrstellen gehabt, diese aber alle abgesagt weil ich aufgrund der fressattacken es nicht schaffe einen geregelten alltag zu schaffen.
meinen eltern habe ich andere gründe erzählt, welche sie mir auch glauben. derzeit lüge ich ihnen was vor das ich auf der suche nach einer neuen stelle wäre.. was ich aber nicht bin, am liebsten würde ich mich im bett verkriechen und nie wieder raus gehen.
ich würde am liebsten alles beenden, aber irgendwie auch nicht.
ich weiß einfach nicht was ich machen soll, denn ich habe nicht den mut mir hilfe zu holen, ich hab total angst davor.
aber so kann es doch nicht weiter gehen, ich habe alle freundschaften abgebrochen/verloren und bin nur noch zuhause und liege im bett herum.
das haus verlasse ich nur um mir abführmittel zu holen, davon nehme ich auch sehr viele, bis zur 100x dosis.

ich weiß, dass es so nicht weitergehen kann weil ich nichts mehr auf die reihe bekomme, aber was soll ich sonst tun?!

liebge grüße,
jenny

(INTAKT antwortet am 21.02.2011 um 13:44:34)

Liebe Jenny,
es ist ganz mutig und toll, dass du schreibst. Wenn man viele Freundschaften abgebrochen hat und sich so zurückzieht, ist es ganz wichtig, sich aussprechen zu können und seine Verzweiflung, seine Ängste und Sorgen einmal mit jemanden zu teilen. Du bist wirklich krank und brauchst dringend kompetente Hilfe (psychotherapeutisch und körperlich). Es steht dir auch zu, diese Hilfe zu bekommen und es gibt Menschen und Einrichtungen, die dir gerne helfen können und möchten. Gemeinsam kann man einen Weg finden, zurück in ein Leben mit einem gesunden Essverhalten. Es geht um deine Gesundheit, deine Lebensfreude und deine Zukunft. Der erste Schritt ist immer der schwierigste, aber wenn man einmal all seinen Mut zusammennimmt und gegen diesen Kreislauf der Selbstzerstörung etwas tut, erkennt man, dass sich die Dinge anfangen zu bewegen und sich zu verändern. Und man sieht wieder etwas Licht am Horizont.
Du schreibst, dass du die Möglichkeit gehabt hast, zwischen mehreren Lehrstellen zu wählen. Das ist eine große Chance und es erscheint mir wichtig, es zu erwähnen, denn viele junge Menschen suchen vergeblich eine Lehrstelle. Oft fällt es auch in einer neutralen Umgebung, unter mehreren Menschen leichter, abzuschalten und sich nicht ständig mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Doch zuerst wäre es wichtig, dich zu stärken. Vielleicht kann dir ein Buch („ich wär so gerne satt“ von Brigitte Reifetzhammer) einen Impuls geben, um dich deiner Mutter ehrlich anzuvertrauen und aus den Lügenkonstrukten rauszukommen. Du kannst das Buch auch deinen Eltern zum Lesen geben, damit sie alles besser verstehen und sich besser vorstellen können, wie es in deinem Inneren aussieht. Wenn du wissen möchtest, welche Möglichkeiten der Betreuung es in deinem Umfeld gibt, schreibe uns, in welcher Gegend du wohnst, dann können wir dir Kontakte zukommen lassen. Ich wünsche dir sehr viel Kraft und Mut, nächste Schritte zu setzen!

(INTAKT antwortet am 21.02.2011 um 17:24:11)

liebe jenny, gut, daß Du noch einmal geschrieben hast! Ich möchte Dich ernst nehmen, auch in Deiner Resignation, Du hast noch einmal geschrieben, d.h. Du willst etwas verändern! Es ist verständlich, daß Du niemanden sehen willst, und trotzdem ist es wichtig, Kontakt zu halten mit Menschen, die einen mögen, die einen auf andere Gedanken bringen und die auch sicher bereit wären, da zu sein, wenn man selber sich entscheidet, wieder einen Spalt das Fenster oder die Tür zu öffnen. Bitte vertraue Dich jemandem aus Deiner Familie oder einem befreundeten Erwachsenen an, mit dem Du am leichtesten sprechen kannst, denn allein bewegst Du Dich zu sehr in einer Negativspirale. Unter www.psyonline.at findest Du nach Gegenden geordnet PsychotherapeutInnen, die auch Erfahrung mit Essstörungen haben und in Deiner Nähe arbeiten. Du brauchst psychotherapeutische Unterstützung, damit Du wieder in Deine Lebensfreude finden kannst und Energie für deine Berufsausbildung mobilisieren kannst. Bitte schreib uns wieder, wenn Du noch weiteren Zuspruch brauchst!!!Herzliche Grüße!

(Erweiterung der Fragestellung am 21.02.2011 um 14:33:20)

danke für die antwort,
ja ich hätte wählen können, habe sie aber letztendlich alle abgesagt und meiner mutter etwas anderes erzählt.
ich hatte es aber versucht, also habs 2, 3 tage probiert, aber dann kamen wieder diese fressattacken und ich hab mich wieder verkrochen und letzendlich alle abgesagt, meiner mutter aber etwas anderes erzählt.
ich bekomm das einfach nicht hin, deshlab lass ich es lieber gleich, aber das führt meist nur dazu, dass ich noch öfter solche fressanfälle bekomme. ich habe auch teilweise angst rauszugehen, denn jemand könnte merken wie fett ich geworden bin, etc..
ich will einfach niemanden sehen und alleine sein.

ich wohne in oberösterreich.

lg, jenny

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