intakt Forum

zurück zur Übersicht

bin ich hier richtig?

(Anonym fragte am 12.02.2011 um 03:05:01)

Hallo liebes intakt-Team!
Eigentlich weiß ich nicht so recht, ob hier überhaupt richtig bin. Der Grund ist der, dass ich streng genommen keine Essstörung (mehr) habe. Ich bin anfang 20 und im Alter von ca. 14 fing ich an, kalorien zu zählen und bildete mir ein, nicht mehr als 500 kalorien täglich zu mir nehmen zu dürfen. Dass das ein kompletter blödsinn ist, wusste ich schon damals. Das ging so 2 -3 jahre. Da ich aber schon immer klein und dünn war, wurden meine angehörigen nicht wirklich aufmerksam. Ich mein, sie haben schon immer gesagt (und sagen es bis heut) dass ich doch bitte mal zunehmen sollte. Heutzutage ist mein gewichtsverlust eher stressbedingt. Meine Magersucht war mein heimliches ventil, um mit familiären problemen und einsamkeit fertig zu werden. Ich dachte, wenn ich eine gute figur hab, bin ich hübsch, und wer hübsch ist, ist nicht allein und wird geliebt. Andererseits war es das einzige in meinem leben, was ich kontrollieren konnte, als alles andere den bach runter ging.
Mittlerweile achte ich seit ca. 4 oder 5 jahren nicht mehr darauf, wie viele kalorien ich esse, ich esse worauf ich lust hab, vorwiegend süßes (ich liebe kuchen), alles mögliche. Ich esse somit nicht zwanghaft, es ist ein genuss. Deshalb weiß ich nicht, ob ich bei euch richtig bin. Denn im hinterkopf steckt natürlich der gedanke, dass ich dünn bleiben will, aber ich hungere keineswegs. Ich glaube aber, dass ich durch die magersucht meinen magen in mitleidenschaft gezogen habe, da ich einfach nicht fähig bin, große portionen zu essen. mit einer kinderportion bin ich komplett satt. mir reicht sogar ein teller suppe und das wars, was ich aber schade finde, da ich gern mehr essen würde, zB ein 3-gänge-menü. jetzt weiß ich nicht, ob ich die probleme, die noch immer dahinterstehen, mit einem psychologen allgemeiner art aufarbeiten sollte, oder der zusammenhang zum essen doch ausschlaggebend ist für eine beratung.
Außerdem hab ich eigentlich ziemliche bedenken eine therapie anzufangen, da ich nicht wieder alles aufwühlen will. denn dann geht es mir nicht gut, wenn ich an alles zurückdenke. und deshalb kämpfe ich seit jahren und arbeite an mir, meinen ansichten, analysiere mich sozusagen selbstkritisch und tue alles, um selbst zurechtzukommen. wenn ich mir allerdings vor augen halte, dass da noch immer eine gewisse bindung zu dieser thematik besteht, so wäre es vielleicht nicht verkehrt. Was meint ihr?

Vielen Dank im Voraus.

(INTAKT antwortet am 14.02.2011 um 12:56:56)

Sie sind schon einen langen Weg gegangen und es ist Ihnen auch schon viel gelungen. Und doch haben Sie das Gefühl, daß irgend etwas noch nicht ganz im Lot ist. Die Frage ist, ob Sie weiter allein kämpfen müssen oder ob Sie es sich gönnen, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um das Belastende der Vergangenheit zu einem stimmigen Abschluß zu bringen. Das muß nicht immer nur aufwühlend sein, sondern auch entlastend klärend, weil Aussenstehende leichter einen lösungsorientierten Fokus im Auge haben können. Das kann Ihnen letztlich wieder ein regelmässiges, ausgewogenes und vor allem genussvolles Essen möglich machen. Und Sie auch in Ihrer ganzen Persönlichkeit stärken, was Ihnen in vielen Facetten des Lebens zugute kommen wird. Herzliche Grüße und alles Gute für nächste Schritte!

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.