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ES?

(Elli fragte am 06.01.2011 um 17:43:04)

Hallo,
ich habe seit geraumer Zeit große Probleme mit dem Essen, seit nun fast 3 Jahren. Mitte Dezember wog ich noch 46,5 kg bei einer große von 172 cm. Durch etliche Fresstage habe ca. 3 kg zugenommen.
Ich nehme nahezu täglich Abführmittel in sehr hohen Dosen.
Es dreht sich alles um hungern und fressen, ich habe kein Leben mehr. Seit mehr als einem halben jahr verkrieche ich mich zu Hause, mit mehr als 48 kg kann ich das Haus nicht verlassen weil ich mich so schäme. Meine Arbeit vernachlässige ich dadurch sehr, fehle mehrere Tage in der Woche, weil ich mich nach einer Fressattacke mindestens 1-2 tage nicht aus dem Haus wage. Durch diese Fressattacken bekomme ich einen extremen Blähbauch, ich verkrieche mich im Bett, aber irgendwann kann ich der Waage nicht mehr wiederstehen und muss mich drauf stellen. Durch die starke Zunahme auf der Waage, falle ich meist wieder in eine Fressattacke.
Dies geht soweit dass ich nicht mehr aufrecht gehen kann und Atemprobleme bekomme. In dieser Form geht das etwa schon 1/2 jahr.
Davor aß ich noch bis zu 500 kcal am tag, aber dadurch, dass sich mein Bauch nach 1-2 Bissen sehr stark aufbläht gibt es für mich nur noch hungern und fressen.

(INTAKT antwortet am 07.01.2011 um 13:46:48)

Liebe Elli, danke für Ihren ehrlichen Brief, der Ihre Verzweiflung ob Ihrer Krankheit zeigt. Aus Ihrem Brief ist nicht ersichtlich, ob Sie medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung haben, aber beides brauchen Sie dringend!!! Die Scham hat einen zu großen Anteil in Ihrem Leben, die dahinter steckende Verzweiflung braucht dringend Hilfe! Die Essattacken und der Abführmittelmissbrauch sind eine große Herausforderung für Ihren Körper, der Blähbauch daher leider nur eine logische Konsequenz. Die Frage wäre, ob Sie sich nicht als ersten Schritt zu einem stationären Aufenthalt entschliessen könnten, anschliessend ist sicher ein längerer ambulanter Weg notwendig, damit Sie wieder in Ihre Kraft kommen. Über unsere links finden Sie dementsprechende Einrichtungen, aber Sie können auch gerne zu uns zu einem Erstgespräch kommen, um nächste Schritte wirksam ausarbeiten zu können. Bitte bleiben Sie dran, Sie brauchen wirklich kompetente Hilfe!!!

(INTAKT antwortet am 07.01.2011 um 19:47:20)

Liebe Elli, gut, daß Sie noch einmal geschrieben haben! Es zeigt noch deutlicher, daß Sie unbedingt und möglichst bald sowohl medizinische als auch psychotherapeutische Hilfe brauchen. Aber es zeigt auch deutlich, daß Sie etwas verändern wollen!!! Dass Sie sich unerträglich dick fühlen, ist leider ein Symptom Ihrer Krankheit und entspricht natürlich überhaupt nicht der Realität. Es wäre so wichtig, auch Ihrem Selbsthass auf die Spur zu kommen, Ihrer Wut ein anderes Ventil zu ermöglichen als sie nur so grausam gegen sich selbst zu richten! Bitte wagen Sie nächste mutige Schritte - anerkennen Sie sich bitte, daß Sie sich uns so ehrlich und offen geoutet haben, das ist ein riesengroßer erster Schritt aus Ihrer inneren Isolation - jeder wird Sie Ernst nehmen! Aber vor allem nehmen Sie sich ernst, dann finden sich Wege aus dieser selbstzerstörerischen Krankheit wieder hin zu Eigenverantwortung für ein gesundes Leben, in dem Ihnen wieder alle Ressourcen zur Verfügung stehen, die in Ihnen schlummern. Dazu braucht es Geduld, aber es lohnt sich, den Weg zu gehen und alle Unterstützung anzunehmen, die möglich ist!!!

(Erweiterung der Fragestellung am 07.01.2011 um 14:47:10)

Danke, für Ihre schnelle Antowort.
Nein, ich bin derzeit nicht in Behandlung.
Ich konnte mich noch nie dazue entschließen einen Arzt aufzusuchen, da ich mir denken es gibt Leute die dünner, da würde er mich doch nicht wirklich Ernst nehmen. Außerdem möchte ich nicht, dass meine Familie und Freunde davon erfahren.

Einerseits will ich ja raus aus dem Ganzen, jedoch kann ich das nicht, da ich dann zunehmen müsste und ich finde mich ja jetzt schon unerträglich dick, wie soll ich das dann mit noch mehr schaffen?

Dazu kommt noch das ich teilweise SVV \"praktiziere\". Manchmal nach einer Essattacke kann ich es nicht verhindern. Die Wut ist einfach zu groß, der Hass auf mich Selbst.


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