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Essstörung/Erbrechen

(Anonym fragte am 04.01.2011 um 20:26:33)

Liebes Intakt Team,
ich weiss nicht wie ich anfangen soll. Bin der Meinung, dass ich eine Esstörung habe, die so wies ausschaut doch schon etwas fortgeschritten ist. Ich bin 27 Jahre alt, 165cm gross und wiege zwischen 40 und 41kg.Eigentlich dreht sich bei mir alles um Essen - jeder Gedanke ist ob ich noch was essen darf oder ob ich schon zuviele Kalorien heute habe. Wie ichs schaffe nichts zu essen, usw. Ich schaue, dass ich täglich nicht mehr als 500kcal zu mir nehme. An manchen Tagen schaffe ich das auch und wenn ich dann alleine bin (zumindest wars bis vor ca ein paar Monaten so) und einen bissen esse, dann bricht der Damm und ich schaufle alles in mich rein was ich finde (süsses, saures, salziges, einfach alles) um das dann wegen dem schlechten Gewissen sofort wieder zu erbrechen. Früher war das einmal alle paar Wochen/Tage, mittlerweile ein bis vier mal täglich. Auch wenn ich essen bin gehts nicht mehr anders, teils auch schon zwischen den Mahlzeiten. Nehme ausserdem Abführmittel in grossen Mengen, vor allem dann wenn ich etwas \"mehr\" gegessen habe. Jetzt wurde ich schon von Verwandten angesprochen, ob ich ein Problem habe, was ich natürlich verneint habe. Mir fallen auch schon Haare in grösseren Mengen aus und ich habe starke Kreislaufprobleme. Bin vorgestern fast in Ohnmacht gefallen.
Wie solls nun weiter gehen? Bitte geben Sie mir einen Rat, ich weiss nicht, ob ichs ohne prof. Hilfe schaffen kann und wenn ja wie? Möchte aber meinem Mann nichts davon erzählen, auch meinen Eltern nicht. Will für meine Tochter wieder normal werden. Habe aber Angst wenn ich die Essstörung aufgebe, dass ich dick werde und das will ich nicht.
Bitte um Rat und Hilfe...

(INTAKT antwortet am 05.01.2011 um 11:04:58)

Sie haben eine große Motivation, wenn Sie für Ihre Tochter wieder gesund werden wollen, denn Sie sind sehr krank! So wie Sie Ihr Essverhalten und Ihre Symptome schildern, brauchen Sie dringend professionelle Hilfe! Die Angst vor dem Dickwerden haben viele von einer Essstörung Betroffene und sie ist auch sehr verständlich, weil ja die eigene Wahrnehmung überhaupt nicht mehr der Realität entspricht. Aber mit medizinischer und auch psychotherapeutischer Unterstützung lernen Sie wieder für ein regelmässiges Essen zu sorgen und mit belastenden Lebensgegebenheiten anders umzugehen. Und vor allem lernen Sie, sich anzunehmen mit all Ihren Ressourcen und Schwächen, sich nicht zu verurteilen und aus dieser Verurteilung heraus dermassen aggressiv gegen sich zu handeln, wie Sie das zur Zeit mit Ihrer Essstörung tun. Letztlich wäre es wichtig, Sie suchen für Ihren Gesundungsprozeß alle Hilfe, die Ihnen zur Verfügung steht, dafür braucht man viel Geduld und Verständnis - auch von Ihrer Familie! Aber anerkennen Sie sich, daß Sie sich zuerst einmal nur für sich selber an uns gewandt haben, das war ein ganz wichtiger Schritt, ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenverantwortung für Ihr Leben, für Ihre Gesundheit und für Ihre Verantwortung für Ihre Tochter. Bitte gehen Sie mutig die weiteren Schritte, sollten Sie in Wien - Umgebung wohnen, kommen Sie zu einem Erstgespräch zu intakt, damit in einem persönlichen Gespräch genau das herausgearbeitet werden kann, was für Sie am hilfreichsten ist! Alles alles Gute dafür!

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