intakt Forum

zurück zur Übersicht

Stationärer Aufenthalt

(Anonym fragte am 06.12.2010 um 11:43:41)

Liebes Intakt-Team,

ich leide jetzt schon seit längerem unter massiven Essproblemen, nehme eigentlich kaum noch Nahrung zu mir! Zur Zeit wiege ich 39 Kilo bei einer Größe von 1,71m.
Ich weiß, dass sich mein Essverhalten ehestmöglich ändern muss, und versuche auch mehr zu Essen, jedoch gelingt mir das leider nur sehr selten und nie ohne anschließendes schlechtes Gewissen und extremer Übelkeit!

Daher habe ich bereits mit dem Gedanken gespielt einen stationären Aufenthalt zu machen, da ich glaube, nicht alleine aus diesem Teufelskreis herauszukommen!

Nun würde mich interessieren, wie so ein stationärer Aufenthalt abläuft!?

Danke schon jetzt für eure Antwort!

Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 07.12.2010 um 15:44:16)

Schön, daß Sie sich mit diesem ehrlichen Brief an uns gewandt haben. So wie Sie sich schildern, wäre es wirklich sehr hilfreich, wenn Sie einen stationären Aufenthalt planen. Im folgenden schreiben wir Ihnen, wie es bei den Barmherzigen Schwestern abläuft. Mit ihnen haben wir im Laufe der Jahre viele gute Erfahrungen gemacht und wir haben mit ihnen auch eine gute Vernetzung.

KH der Barmherzigen Schwestern – stationärer Aufenthalt
Alle 8 Wochen ist ein Aufnahmetermin für die therapeutische Gruppe. Wartezeit 1-8 Wochen.
Akutaufnahmen nach telefonischer Absprache möglich.
1. Erstgespräch:
Die Indikation zur stationären Behandlung wird in einem ambulanten Erstgespräch festgestellt.
Telefonische Terminvereinbarung: Mo-FR 8-15 Uhr (01/599 88 – 3200).
Kostenlos mit Überweisungsschein der Krankenkasse.
Medizinische und psychologische Befunde mitnehmen.

2. stationäre Behandlung und Therapie:
Es gibt keinen Vertrag, der sich auf konkrete Aspekte der Essproblematik bezieht, aber einen generellen Behandlungsvertrag der verpflichtenden Teilnahme an allen Therapieeinheiten.
Die Behandlung erfolgt immer individuell und je nach Art der Essstörung spezifisch.

2 Möglichkeiten:
• 8wöchige stationäre Therapie (kombinierte internistische-psychotherapeutische Behandlung) in einer geschlossenen Gruppe mit max. 10 Patienten. Insgesamt erfolgen 96 Psychotherapiestunden, bestehend aus Gesprächsgruppentherapie, Konzentrative Therapie, Psychodrama, Maltherapie, Musiktherapie und Einzeltherapie.
• Kurzzeittherapie (FIPs: Fokussierte internistische Psychosomatik): medizinische Diagnostik und Therapie und fokussierende psychotherapeutische Gespräche. Dauer individuell 3-4 Wochen.

Angehörige können bei Bedarf in die Therapie miteinbezogen werden, nur auf Wunsch und in Anwesenheit des Patienten.
Es gelten die Besuchszeiten des Krankenhauses.
Ausgänge können in Anspruch genommen werden.
Es erfolgt:
- eine intensive medizinische Betreuung
- regelmäßiges , nicht angekündigtes Wiegen
- keine Begleitung auf die Toilette

3. Nachbetreuung:
Wöchentliche ambulante Gruppentherapie. Im Einzelfall auch Tagesklinik.

Kosten:
Die Krankenkassen bezahlen die stationäre Behandlung. Mit allen Zusatzversicherungen und Privatversicherungen besteht ein Abkommen. Für den Therapieaufenthalt wird der in den allgemein öffentlichen Krankenhäusern übliche Kostenbeitrag eingehoben. Sollten sie von der Rezeptgebühr befreit sein, entfällt der Betrag.

Wir wünschen Ihnen sehr, daß Sie einen guten Platz finden, es kann sein, daß Sie eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Nach diesem stationären Aufenthalt können Sie sich aber auch gerne für eine weitere ambulante Nachbetreuung bei uns melden. Alles Gute!

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.