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Magersucht?!?

(Anonym fragte am 16.11.2010 um 14:50:43)

Liebes intakt-Team,

es fällt mir nicht leicht darüber zu schreiben, aber ich bin inzwischen an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weiter und mir selbst nicht mehr zu helfen weiß!

Ich bin 25 Jahre alt, 171cm groß und wiege derzeit etwa 40 Kilo.
Mein gesamtes Leben und mein Tagesablauf wird zur Zeit vom Essen bestimmt. Ich bringe es einfach nicht über mich normal zu essen, bei jedem kleinen Bissen zähle ich nach wie viele Kalorien ich zu mir genommen habe. Ich verzichte inzwischen auf sehr sehr viele Nahrungsmittel, alles was ich noch esse ist etwas gemüse (kalorien- und fettarmes) und fisch (in sehr kleinen portionen). Auch habe ich nach jeder Nahrungsaufnahme so ein schlechtes Gewissen, dass mir übel wird und ich versuche mit Abführmittel und Abführtees die zu mir genommene Nahrung wieder loszuwerden. Ich habe auch schon mehrmals versucht zu erbrechen, was mir aber nicht gelang - also bin ich auf diese Methode ausgewichen.
Abgesehen vom Essen hat sich auch meine gesamte Persönlichkeit geändert - ich gehe nicht mehr gerne aus, bin ständig kraft- und antriebslos und würde mich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen und nichts tun und niemanden sehen! Jede noch so kleine Tätigkeit ist für mich eine große Überwindung und ein riesiger Kraftakt!

Einerseits hab ich Phasen, in denen ich mir denke ich bin immer noch viel zu dick und muss weiter abnehmen um schön und attraktiv zu sein (diese Phasen überwiegen), andererseits frag ich mich manchmal schon auch was ich mit mir und meinem Körper eigentlich mache!

Aber was soll ich tun? Wie kann ich wieder zu einem geregelten Leben kommen, wieder fröhlich werden?!

Vielen Dank schon im Vorraus!
Lg



(INTAKT antwortet am 17.11.2010 um 08:51:48)

Gut, daß Sie sich überwunden haben, uns zu schreiben! Das war ein ganz wichtiger Schritt, in dieser Ehrlichkeit von Ihrer Verzweiflung zu schreiben. Sie sind sehr schwer an anorexia nervosa erkrankt und Sie brauchen von Ihren Werten her und von Ihrem Verhalten her dringend stationäre Betreuung!!! Das mag Sie vielleicht im Moment erschrecken, aber dieser Schritt ist unumgänglich und Sie werden sehen, es wird ein erster wichtiger Schritt aus Ihrer Krankheit heraus sein. Da aus Ihrem Brief nicht ersichtlich ist, wo Sie wohnen, schauen Sie bitte auf unsere links Seiten, um eine entsprechende Institution in Ihrer Nähe ausfindig zu machen. In Wien wären Sie z.B. gut bei den Barmherzigen Schwestern aufgehoben, dort vereinbart man telefonisch ein Erstgespräch, bei dem dann auch besprochen wird, wann ein neuer 8-wöchiger Turnus startet. Bitte handeln Sie schnell, nehmen Sie sich ernst in Ihrem Wunsch nach einem geregelten Leben und wieder fröhlich zu werden. Das ist sicher wieder möglich und wird Ihre große Motivation sein in Ihrem Gesundungsprozess. Und holen Sie sich alle Unterstützung aus Ihrem Umfeld, die Sie brauchen. Alles alles Gute und anerkennen Sie sich Ihren Mut, aber auch Ihren klaren Schritt in Richtung Eigenverantwortung, daß Sie uns geschrieben haben!!!

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