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Ausweg?

(Stefanie fragte am 08.11.2010 um 16:50:19)

Ich melde mich hier schon zum zweiten mal. Hab seit 2 Jahren Ess-Brechsucht.Ich hab bis jetzt noch keine Besserung geschafft. Können Sie mir nicht irgendeine Motivation sagen, einen Grund geben warum ich mich anvertrauen sollte?
Der Einzige dem ich es anvertraut habe ist mein Ex-Freund und er war verständnisvoll und gleichzeitig schockiert. Ich weiß nicht warum, aber es ging nicht sehr schwer es ihm zu sagen und ich konnte mit ihm reden. Aber jetzt ist es aus mit ihm. Zwar noch in Kontakt, will ihn aber nicht nerven. Was soll ich nur machen? Am meisten würde ich mir wünschen, er würde mir helfen mir zu helfen, weil ich einfach so ein Vertrauen zu ihm habe. Bitte sagen sie mir was ich machen soll.
Danke.

(INTAKT antwortet am 09.11.2010 um 20:42:04)

Liebe Stephanie, erfahrungsgemäß ist ein Freund bei so einer Krankheit meist überfordert, jemandem wirklich nachhaltig zu helfen. Dazu braucht es Menschen mit einer fachlichen Ausbildung. Wenn Sie sich so jemandem anvertrauen, dann übernehmen Sie mehr Verantwortung für Ihr Gesundwerden und könnten mit Ihrem \"zukünftigen\" Freund eine klarere Beziehung führen. Dann können Sie einander auf gleicher Ebene begegnen und das Gesundwerden bekommt einen geschützten Raum, den immer nur Sie betreten und für den Sie veranwortlich sind mit der Unterstützung von ÄrztIn und PsychotherapeutIn. Ist das für Sie ein ausreichender Grund? Sie werden sehen, Sie werden auch unter TherapeutInnen jemanden finden, zu dem Sie Vertrauen entwickeln können, mit dem/der es Ihnen leicht fallen wird, über das zu sprechen, was Sie belastet. So seien Sie mutig und gehen Sie auf die Suche! Alles alles Gute dafür!

(INTAKT antwortet am 10.11.2010 um 09:14:10)

Sie dürfen es sich selber nicht antun, keine Hilfe in Anspruch zu nehmen!!!! So wie Sie es schildern, brauchen Sie dringend Hilfe, auch wenn Ihre Umgebung - aus welchen Gründen auch immer - Sie da nicht unterstützen kann, ist es sehr wichtig, daß Sie für sich aktiv werden. Und niemand kann Sie für bescheuert halten, denn Sie sind krank! Bulimie ist eine Krankheit, die Behandlung braucht! In der Therapie haben Sie dann den geschützten Raum, in dem Sie sich alles von der Seele reden können, was Sie an wahrscheinlich ganz großer Belastung mit sich tragen, und wofür Sie sich wahrscheinlich auch noch schuldig fühlen. Leider passiert das ja oft bei Missbrauch, daß Opfern eingeredet wird, auch selbst Schuld zu sein. Gut, daß Sie so schnell geantwortet haben und bitte, Sie haben alles Recht, kompetente Hilfe zu suchen!!!! Wo wohnen Sie und wie können wir Sie dabei unterstützen?

(Erweiterung der Fragestellung am 09.11.2010 um 22:21:30)

Danke für ihre Antwort! Ich sehe was sie sagen wollen und natürlich ist das ein guter Grund, aber ich kann mich einfach nicht überwinden. Ich kann meinen Eltern das nicht antun. Alle würden mich verurteilen und mich für bescheuert halten. Meine Freunde, meine Familie. Außerdem denke ich, dass meine Eltern weg schauen und es nicht sehen wollen. Bin mir ziemlich sicher, dass sie schon was bemerkt haben. Aber wie damals, ich wurde 6 Jahre missbraucht, da war es ja auch so, dass niemand was gesehen hat, zumindest hat niemand was unternommen.
Ich habe es noch immer nicht geschafft jemandem von dem Missbrauch zu erzählen und seit 2 Jahren hab ich jetzt auch noch eine Esstörung. Niemand wird mir glauben, dass ein einziger Mensch so viele Probleme hat?! Aber ich weiß nimmer wie ich das alles verarbeiten soll, wohin damit?

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