intakt Forum

zurück zur Übersicht

Atypische Anorexie- Angst für immer mit den Gedanken leben zu müssen

(Steffi fragte am 03.10.2010 um 01:39:57)

Guten Abend zusammen,

ich leide schon seit ich etwa 17 bin unter einer gemischten Essstörung. Vor gut zwei Jahren wurde das ganze dann sehr akut. Ich habe innerhalb sehr kurzer Zeit bei einer Größe von 1,70 m von 71 kg auf 55 kg abgenommen. Was erst mit einer harmlosen Diät angefangen hatte, endete damit, dass ich mein Essen nur noch abwog, plante und kalkulierte. Ich war schrecklich unglücklich, es ging mir mies, aber ich konnte nicht aufhören. Ich spornte mich selbst immer wieder dazu an weiter zu machen, weil ich ja nicht mal untergewichtig war und mich selbst immer noch als dick empfand bzw. auch immer noch empfinde. Kopfmäßig habe ich aber irgendwann eingesehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich hab ein Jahr eine ambulante Verhaltenstherapie auf eigenen Wunsch gemacht. Atypisch anorektisch bin ich, weil ich z.B. keinen BMI von 17,5 hatte und krankheitseinsichtig war.
Ich war ja kurz vor Untergewicht und wirklich viel zugenommen habe ich während der Therapie auch nicht (heute sind es 57-58 kg). Der Grund warum sich das ganze wieder stabilisiert hat, war einfach, dass ich nicht weiter abgenommen habe. Die ganzen körperlichen Beschwerden (Kreislaufprobleme, Haarausfall, ständiges frieren etc.)hatte ich durch die schnelle Gewichtsabnahme. Ich esse nun wieder recht normal... ABER die scheußlichen Gedanken sind nicht weg. Ich beschäftige mich immer noch viel mit Essen. Manchmal esse ich wie aus trotz ein Stück Kuchen oder eine Süßigkeit um mir zu beweisen, dass ich das kann und es mir schmeckt. Es schmeckt mir auch, aber ich fühl mich als ob ich zwischen der Essstörung und dem gesund sein hängen geblieben bin. Ich hab immer das Gefühl es kann bald wieder anfangen und ich will das nicht. Ich will nicht mehr, dass es mir so schlecht geht und ich möchte ein normales Essverhalten. Ich möchte mich endlich mal wieder schön fühlen ohne ein großes ABER, welches sich immer wieder zwischen mich und mein Spiegelbild zwängt.Ich hab so viel Angst, dass diese Gedanken für immer bleiben und niemals verschwinden. Wie kann ich denn noch an mir arbeiten?

(INTAKT antwortet am 04.10.2010 um 18:59:37)

Liebe Steffi, schön, daß Sie sich Ihre Sorgen von der Seele schreiben. Gut, daß Ihnen auch schon viel gelungen ist und es ist wichtig, daß Sie das anerkennen. Stimmig ist, wie Sie beschreiben, dass Sie zwischendrin hängengeblieben sind. Es war sehr selbstverantwortlich von Ihnen, daß Sie aus eigenem Wunsch eine Therapie begonnen haben und es hat den Anschein, daß es hilfreich sein könnte, vielleicht doch die Therapie noch fortzusetzen, um ihren Genesungsprozess zu Ende zu bringen. Als wär noch eine Ehrenrunde nötig, um ganz zu verstehen und umsetzen zu können, was Sie noch brauchen an Veränderungsschritten, um sich wirklich wohl zu fühlen und sich zu akzeptieren, wie Sie sind und was Sie ausmacht! Vielleicht kontaktieren Sie Ihre Therapeutin und beraten sich mit ihr, denn sie kennt Sie schon ein Jahr und da kann man auf einer anderen Ebene gleich weiterarbeiten. Gönnen Sie sich diese Unterstützung. Liebe Grüße und alles Gute!
Aber schreiben Sie uns noch einmal, wenn das für Sie keine Option ist. Dann finden sich andere Möglichkeiten.

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.