intakt Forum

zurück zur Übersicht

fortsetzung: muss es mir erst richtig schlecht gehen

(anonym fragte am 20.09.2010 um 19:53:54)

danke für die rasche Antwort. ich muss so antworten weil ich den code nicht notiert habe.
39kg habe ich ja nicht, ich würde nur gerne.
ich habe momentan 45 kg (1,70m) also eigentlich nicht dramatisch wenig. ich hatte schon weniger, vor einem Jahr waren es 41. Es geht mir so auch nicht schlecht. Ich arbeite (Hortpädagogoin), versuche mein Studium zu vollenden.
Jeden abend, seit knapp 2 wochen, habe ich diese Panikattacken, ich hasse sie. wären sie nicht würde ich leichter abnehmen.
letzeb Sommer wog ich 41 kg, ich ging dann nach Eggenburg, nahm zu (ich gestehe ca. 4 kg waren \"getrunken\", ich trank enorme mengen vorm Wiegen) aber schon in den letzten wochen begann ich wieder zu reduzieren. Aber was tun? länger bleiben ging eh nicht und ich ertrug den fetten körper nicht.
ich war dann eine zeitlang zu hause bei meinen Eltern die recht scharf aufpassten, doch ich trickste wo ich nur konnte, ich musste, ich war durch die \"esstörung\" fast gezwungen dazu. Auch erbrach ich mich wieder häufiger.
nach einem Monat zog ich wieder in meine -wohngemeinschaft, ich begann immer mehr zu reduzieren und wieder öfter zu erbrechen und Abführmittel zu nehmen. Ich nahm etwas ab, helt das Gewicht einige Zeit.
Begann immer mehr zu reduzieren...
momentan schaut es so aus:
ich stehe auf, frühstücke wenn ich zur Arbeit muss 2-4 Redbull sugar free, zwinge mich bei der Arbeit 2 Äpfel zu essen, komme heim, koche mir um 18 uhr eine portion gemüse (kraut,spinat, tomaten, manchmal paprika) dazu etwas salat, nehme 5-6 Stück abführmittel, trinke Alkohol, nehme schlaftabletten und geh ins Bett.
manchmal erbreche ich das Gemüse, manchmal wache ich um 6 auf, fressen und erbrechen.
manchmal habe ich 5 bis 6 fressanfälle und erbreche, dann behalte ich eigentlich keine Nahrung.
unter tags denke ich mir immer \"FETT!!!!!!!!!!! Nimm ab...etc\"
seit kurzem eben die Panikattacken abends.
ich vermute wenn ich eine Weile die 45 kg halte nimmt die Panik ab und ich kann weiter abnehmen.
schließlich bin ich bei 42 kg auch noch walken gegangen.
ich bin bei meiner Hausärztin alle 2-3 wochen, schlaftabletten holen, manchmal wiegen
in therapie...ich beginne am Mittwoch ambulant eine
vorher hab ich nichts gemacht.
ich kanns mir nicht leisten. hab durch die bulimie schulden
etwas wie intakt gibts in oö nicht
und die letzte Therapeutin gab mir Zeitschriften mit Diäten die ich machen sollte

(INTAKT antwortet am 27.09.2010 um 14:29:20)

Die Ambivalenz in bezug auf Veränderung zum Gesundwerden, die sich in Ihren Briefen zeigt, gehört zum Krankheitsbild der Magersucht. Und auch das sich nicht Vorstellenkönnen, daß man eventuell zunimmt. Aber Sie schreiben auch, daß Ihnen dadurch während der Arbeit viel an sozialen Kontakten entgeht und das ist traurig, daß Sie sich das auch nicht gönnen können. Der Preis des unbedingt ganz Dünnseinwollens ist da ein sehr hoher und die Frage ist, wie lange Sie diesen auch wirklich bezahlen wollen oder ob Sie sich entscheiden können für einen Veränderungsprozeß in kleinen Schritten hin zu mehr Lebensqualität! Denn wirklich wollen Sie dieses komische Leben ja nicht! Arbeiten Sie daran mit Ihrer Therapeutin! Alles alles Gute!

(INTAKT antwortet am 22.09.2010 um 15:41:39)

Gut, daß Sie sich eine ambulante Therapie gesucht haben! So wie Sie sich schildern, brauchen Sie regelmässige Unterstützung, um aus diesem Essens-und Erbrechensteufelskreis herauszukommen. Auch die regelmässigen Abführ- und Schlaftabletten beeinträchtigen den Körper, aber auch Ihre Psyche. Was Kosten für Therapie anbelangen, so übersieht man meistens, wieviel mehr für Essanfälle ausgegeben werden muß als eine Therapiestunde pro Woche kostet. Und suchen Sie sich auch in Ihrer Familie und in Ihrem Freundeskreis soviel Unterstützung wie möglich!!! Mit Beginn einer Therapie ist es wichtig, sich dafür zu entscheiden, wirklich gesund werden zu wollen und vor allem wieder liebevoller mit sich umgehen zu lernen. Und sich auch daran zu erinnern, was schon einmal geholfen hat und vielleicht inzwischen wieder vergessen worden ist. Bitte sprechen Sie bei Ihrer Hausärztin das Thema der Abführmittel an, auch da gibt es andere Möglichkeiten, für sich zu sorgen. Sollten Sie da zuwenig Vertrauen haben, vielleicht arbeitet Ihre Therapeutin auch mit Ärzten zusammen, die im Essstörungsbereich Erfahrungen haben.
Wenn Sie schreiben, es geht Ihnen auch nicht schlecht, so anerkennen Sie sich, was Ihnen auch gut gelingt und entscheiden Sie sich, mehr aufs Positive zu schauen als sich so abzuwerten. Nur Sie können das letztlich und es ist Ihnen sehr zu wünschen, daß Ihnen das gelingt!!!Alles alles Gute!

(INTAKT antwortet am 24.09.2010 um 13:25:41)

Viel sind 10 Stunden nicht, aber vielleicht gibt es aufgrund dieser Stunden doch die Möglichkeit einer Fortsetzung. Trotzdem können auch 10 Stunden viel sein, wenn Sie wirklich etwas verändern wollen, nämlich vor allem Sie für sich und mit sich! Selbst wenn es von der Familie Unverständnis gibt, so wissen Sie sehr wohl, wie hart und lieblos wahrscheinlich auch Sie mit sich umgehen, und es liegt an Ihnen, ob Sie sich dafür entscheiden, sich trotz allem eine Chance zu geben. Sie würden nicht schreiben, wenn Sie sterben wollten, Ihr Lebenswille ist viel viel größer! Vielleicht gibt es in Ihrem Umfeld doch einige, die bereit wären, Ihnen auf dem Weg zurück zu Eigenverantwortung und Lebenskraft beizustehen, die vielleicht auch traurig waren, daß sie sich zurückgezogen haben. Es können auch neue Menschen in den nächsten Wochen auftauchen, die Mut machen und Verständnis haben und Geduld. Ja, Geduld ist das, was Sie am meisten brauchen, viel Geduld und Nachsicht mit sich. Bleiben Sie dran am Veränderungsprozeß, denn Sie sind schon mitten drin und nehmen Sie sich ernst dabei. Denn nur Sie selber können wieder gesund werden. Alles Gute auf diesem Weg zurück zu mehr Lebensfreude!!!

(Erweiterung der Fragestellung am 22.09.2010 um 21:27:10)

ich war heute beim Erstgespräch. 10 Stunden sind mir zur Verfügung. sehr viel...
Wieder bekam ich den hinweis bei stress für Alternativen sorgen. warum versteht niemand dass ich auch frese und kotze wenn ich nicht gestresst bin? Wenn ich gelangweilt bin, wenn ich glücklich bin? Dass ich es manchmal wirklich genieße?
Andererseits: ich will nicht zunehmen. ich bin eh zu dick.
Wenn ich zu dünn wäre würden es mir andere doch sagen.
Unterstützung von der Familie. Nein Danke, wieder diesen druck, wieder die Unverständnis. \"Du redest dir alle Probleme nur ein, denn in deinem Alter hat man doch keine Probleme \" (ich bin 28) oder \"du willst ja eh sterben, ich seh schon , mit 30 bist du tod\" \"Du tust dass nur umk uns eins auszuwischen\"

ich glaube schön langsam dass ich früher oder später wirklich sterben werde daran. Wie weiß ich nicht aber vermutlich haben meine Eltern recht.
und bis dahin..keine Ahnung
ich trinke zuviel, ritze mich, habe keine Beziehung, keine freunde und irgendwo auch keine Leben
aber ich versuche zu vergessen...verdränge

(Erweiterung der Fragestellung am 25.09.2010 um 17:41:02)

klar kann man auch in 10 stunden was ändern und erreichen.
nur ich weiß nicht.. als ich der Therapeutin sagte dass ich auf keinen Fall zunehmen will war sie etwas überfordert. ich denke dass eher meine Persönlichkeitsstrungen und der Alkohol behandelt werden sollen.
und ich bekam den Hinweis mich zu entspannen... ja ich weiß manche fressen und kotzen wenn sie gestresst sind. ich tu das auch weil es mir gefällt, ich brauche es manchmal einfach nur zu fressen und dann zu kotzen (da gehört eben dazu, ansonsten würde ich zunehmen)
ich beneide die dünnen Frauen und mädchen...
dann wieder weiß ich gar nicht was ich während der Arbeit tun soll, gemeinsame Frühstücke und mittagessen sowie Feiern (Weihnachten) sind dort Gang und Gebe.
Bis auf obst esse ich nie was..
ich glaube wirklich dass ich die Essstörung gar nicht loswerden will
da es mir gerade recht gut geht, die Panikattacken weg sind mache ich wahrscheinlcih wieder weiter bis zum nächsten Zusammenbruch
komisches leben

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.