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muss es mir erst richitg richtig schlecht gehen?

(anonym fragte am 19.09.2010 um 19:37:37)

damit ich die Esstörung hinter mir lassen kann?
Bei meinem letzen Aufenthalt in einr Klinik, vor einem halben Jahr habe ich gelernt was richtige Ernährung wäre. Ich habe auch zugenommen.
Jetzt bin ich wieder fast beim Ausgangsgewicht. Das freut mich einerseits, irgendwie wünsche ich mir unter die 40 kg zu kommen (bin 170cm groß). Untertags denke ich mir \"was wäre wenn ich 39 kg habe\"... \"Ginge es mir dann wirklich schlecht?\"
Abends bekomme ich seit 2 Wochen fast Panikattacken, habe Angst zu sterben, Angst umzukippen.
Trotzdem werfe ich mir Abführmittel ein, trinke Alkohol um ja nicht nachdenken zu müssen und am nächsten Tag hungere ich wieder und abends versuche ich mit 2 Schleckern, alkohol und etwas verdünnsaft die Panik zu bekämpfen. ich weiß nicht...wann hört es auf, wann kann ich endlich von der Essstörung lassen..muss es mir erst wirklich dreckig gehen? kurz vor dem Sterben?
ich trinke, hungere, kotze, nehme Abrührmittel....stopfe dann wieder Gemüse in mich hinein weil ich angst habe zu sterben.
Abends denke ich: So will ich nicht weitermachen
Unter Tags denke ich \"Du fette Sau. Friß und trinke nicht so viel. Bwerg dich mehr. na los unter die 40 kg, dass musst du schwaches, unkontrolliertes Schwein doch schaffen\"
andere sind dünner als du und laufen auch noch herum

(INTAKT antwortet am 20.09.2010 um 17:54:21)

Ihr Brief macht sehr betroffen, die Vehemenz mit der Sie gegen sich arbeiten nämlich. Ihre Panik ist mehr als verständlich. Sie schildern sehr ehrlich diesen sehr kranken Anteil in Ihnen, dem jede Veränderung hin zu einem \"besser für sich sorgen\" ein Dorn im Auge ist. Mit 39kg bei 1.70 sind Sie bei einem sehr bedrohlichen Gewicht, vor allem in Zusammenhang mit dem Alkohol und den Abführtabletten. Aus Ihrem Brief ist nicht ersichtlich, ob Sie seit Ihrem stationären Aufenthalt in regelmässiger medizinischer und psychotherapeutischer Betreuung sind, das wäre sehr notwendig, denn Sie müssen Ihre Angst vor dem Sterben ernst nehmen. Sie brauchen diese Betreuung, denn Sie sind sehr krank. Und daß SIE LEBEN WOLLEN zeigt Ihr Schreiben an uns! Wahrscheinlich sind Sie auch jetzt für diesen Schritt bereit, weil Sie ganz unten angelangt sind. Es spricht für Ihr \"neu Verantwortung für sich übernehmen\", daß Sie sich an uns wenden, bitte gehen Sie auch mutig die nächsten Schritte, um mit Ihrer/m TherapeutIn oder ÄrztIn den Kontakt aufzunehmen. Vor allem nach einer stationärer Betreuung ist es wichtig, an der Therapie dranzubleiben, um das dort Gelernte gut weiterleben zu lernen. Oder eben die Therapie wieder fortzusetzen, wenn man merkt, daß es allein zu schwierig ist oder ernsthaft eine Therapie zu beginnen, mit dem Wunsch und der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben. Bitte nehmen Sie sich ernst in Ihrem \"So will ich nicht weitermachen!\" Alles Gute für nächste notwendige Schritte und schreiben Sie uns wieder, wenn Sie weitere Fragen haben.

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