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keine Ahnung mehr......

(Anonym fragte am 14.09.2010 um 21:20:50)

Einerseits ist es mir furchtbar unangenehm überhapt darüber zu sprechen, andererseits weiß ich auch nicht mehr weiter, ich habe mein \"anderes ich\" sicher schon seit mehr als 10 Jahren, einerseits verfluche ich meine Sucht nach essen und Hungern, andererseits ist es ein Teil von mir, ohne den ich es mir nicht mehr vorstellen kann, mitlerweile bin ich 30 und sollte laut meiner Familie, Umwelt, etc... mit beiden Beinen im Leben stehen, und genau das schaff ich nicht, denn mein Leben dreht sich nur um nix essen, fasten, hungern, essen und dann dieses wieder loswerden, manchmal ist der Druck so groß, das ich das Gefühl habe, es in mir selbst nicht mehr auszuhalten. Mir wird zusehenst alles zu viel, egal ob es einfache Dinge sind, oder der Job, aber dann ist da auch wieder dieses Vertraute Gefühl, von Sicherheit, das mir mein \"Problem\" gibt, es fühlt sich teilweise ja auch wirklich gut an, ich weiß das ich das in den Griff bekommen sollte aber ich habe auch Angst ohne allem dazustehen, und vielleicht noch mehr die Kontrolle zu verlieren, vielleicht ist es auch einfach nur Verrückt, denn wirklich dünn (1.79m- 54kg) bin ich nicht, im gegenteil, ich habe das Gefühl, aus meiner Haut zu platzen,ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, vielleicht könnten Sie mir ja ein paar Tips geben, wie ich etwas besser mit mir und meinem anderen Teil zurecht kommen kann, denn ganz loslassen kann ich im Moment noch nicht, aber so kann es auch nicht weitergehen.....

(INTAKT antwortet am 15.09.2010 um 12:08:32)

Aus Ihrem Brief spricht große Verzweiflung und gut, daß Sie sich überwunden haben, zu schreiben, obwohl es Ihnen furchtbar unangenehm ist darüber zu sprechen. Genau deshalb ist uns die Forumseite so wichtig, denn das anonyme Schreiben ist dann doch möglich und ist gleichzeitig ein wichtiger Schritt zum \" neu für sich sorgen lernen\"!Es ist sehr sehr verständlich, daß Sie Ihre inzwischen schon langandauernde Essstörung nicht wirklich loslassen wollen, weil Sie einerseits so vertraut geworden ist und andererseits eine wichtige Lebensbewältigungsstrategie für Sie ist. UND ES IST EINE SCHWERE ERKRANKUNG, an der Sie schon 10 Jahre leiden. Und dafür brauchen Sie kompetente Unterstützung, medizinische als auch psychotherapeutische! Auch Ihre Angst ist verständlich, in einer Therapie ist es daher wichtig, genau mit dieser Angst zu arbeiten, aber gleichzeitig den Blick auf andere Möglichkeiten und Ressoucen zu lenken, mit denen Sie schwierige Lebenssituationen bewältigen können.
Der \"andere Teil\", den Sie ansprechen, gehört zum Krankheitsbild, er verhindert, daß Sie gut für sich sorgen lernen, denn er verurteilt jegliches Schwachwerden, was das Essen anbelangt und fordert immer nur zu mehr Kasteiung heraus, aber genau diesem Teil gilt es, die Stirn zu bieten, ihn in seine Schranken zu weisen, denn er ist eindeutig KRANKHEITSERHALTEND, ja sogar krankheitsverstärkend und könnte letztlich auch im schlimmsten Fall zum Tod führen. Daß dies so klar geschrieben wird, möge Ihnen helfen, die nächsten Schritte zu Ihrer Unterstützung auch mutig zu gehen. Denn Sie sind mit Recht an einen Punkt angelangt, wo auch Sie eine entscheidene Veränderung wollen, wenn Sie auch wissen, daß Sie noch nicht wirklich loslassen können - das ist verständlich - und dafür ist Therapie wichtig, das ist ein langer Weg der kleinen Schritte, aber da geht es ums GESUNDWERDEN!!!Schreiben Sie uns, wenn Sie Unterstützung brauchen, in Ihrem Wohnbereich kompetente Hilfe zu finden.
Zum Sichtbarmachen dieses anderen Teils hat eine Wiener Therapeutengruppe einen Film gedreht, er heißt \"Ana Ex\" und kann als DVD erworben werden.
Bitte suchen Sie sich wirklich medizinische und psychotherapeutische Unterstützung, denn beides brauchen Sie bei Ihrer Erkrankung! Alles Gute für die nächsten Schritte!

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