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Fortsetzung zu \"Endet es nie\"?

(Kristina90 fragte am 22.06.2010 um 14:17:49)

Guten Tag!

Erstmals danke für Ihre nette und rasche Antwort!

Sie haben bestimmt Recht, dass ich negative Gefühle, Erlebnisse, etc. mit Essen bzw. Nicht-Essen zu bewältigen versuche.

Manchmal kann ich einfach nicht anders und muss alles (vor allem Süßes) was mir unterkommt aufessen, obwohl ich es meist danach bereue.

Zu Ihrer Frage: Ich hatte letztes Jahr keine medizinische bzw. psychologische betreuung.

Manchmal denke ich, dass ich mich selbst schon aufgegeben habe, denn ich weiß weder ein noch aus. Letztes Jahr habe ich mit Auszeichnung maturiert, dann habe ich ein Studium begonnen, wo sich herausgestellt hat, dass es überhaupt nicht meinen Erwartungen entspricht, und deswegen hab ich mich heuer bei einem anderen Studium beworben, was ich immer schon machen wollte, es aber das Studium nur alle 3 JAhre gibt, doch leider hab ich den Aufnahmetest nicht bestanden....meine Eltern verstehen nicht, dass ich nun mein Studium beenden will und eine Arbeit als verkäuferin suchen will, da sie meinen, dass \"Mehr\" in mir drinnen ist und andere die z.b. nur Poly-Abschluss haben, auch als Verkäufer arbeiten...ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie es weitergehen soll....

Dazu kommen natürlich auch noch die Fressattacken. Zum Beispiel konnte ich vor kurzem 3 tage normal essen und dann kam etwas negatives von meinem Studium und die Esserei begann wieder....und so geht es immer weiter....dann hasse ich mich selbst dafür, denn ich will ja nicht zunehmen, sondern eher abnehmen oder zumindest mein Gewicht bei 45 kg halten...

Wie finden sie 45 kg bei 1,63m größe?

Ich freue mich schon sehr auf eine Antwort von Ihnen!

(INTAKT antwortet am 24.06.2010 um 00:01:10)

Liebe Kristina, zuerst zu ihrer Frage: Mit Ihrem Gewicht sind Sie nach wie vor im eindeutig untergewichtigen Bereich!
Sie schreiben sehr eindrücklich, in welch schwierigen Übergangsphase Sie sich gerade befinden, wo Sie noch nicht Ihren Platz für Ihre Ausbildung gefunden haben. Daher ist es sehr verständlich, daß Sie bei diesen inneren Spannungen, die damit einher gehen, übers Essen ein Ventil finden. Umso wichtiger wäre es, Sie würden in dieser Zeit eine Unterstützung in Anspruch nehmen, um vor allem von Ihrem Selbsthass wegzukommen und ein neues Verständnis für Ihre momentane Unsicherheit zu bekommen. Das würde Ihnen auch helfen, sich wieder Ihrer Ressourcen bewußt zu werden und dadurch eine andere Achtsamkeit mit sich und Ihren Bedürfnissen zu entwickeln.
Sie dürfen nicht übersehen, daß es sich bei Ihrem Essverhalten wirklich um eine Krankheit handelt, die einer Behandlung bedarf und zwar sowohl einer medizinischen als auch psychotherapeutischen.
Es passiert immer wieder, daß junge Menschen ein Studium beginnen, das sich nicht als das herausstellt, was man davon erwartet hat. Es zeigt von großer Eigenverantwortung, wenn Sie daraus auch die für Sie wichtigen Konsequenzen ziehen und es ist vor allem mutig, wenn man kein klares - vor allem für Eltern akzeptables - Konzept hat. Erlauben Sie sich, daß Ihnen in dieser für Sie so belastenden Phase Ihres Lebens geholfen wird (Sie haben zwar schon viel allein geschafft, aber müssen nicht alles allein schaffen!)und mit Ihren Briefen an uns, haben Sie schon wichtige erste Schritte gemacht. Viel Mut und Glück bei den weiteren Schritten!
Ps:Sollten Sie in Wien wohnen, können Sie gerne zu einem Erstgespräch kommen, wohnen Sie in den Bundesländern können wir Ihnen Kontaktadressen schreiben.
Alles, alles Gute!

(INTAKT antwortet am 26.06.2010 um 19:36:23)

Liebe Kristina, auch wenn Sie ein schüchterner, zurückhaltender Mensch sind, würde ich Ihnen wünschen, Sie nehmen professionelle Hilfe in Anspruch. Eben weil Sie sich momentan in so einer belastenden Situation befinden. An sich ist es ja nichts Schlechtes, wenn man einen \"Job\" sucht, bis man wieder ein klareres Bild vom weiteren Ausbildungsweg gefunden hat. Dies ermöglicht Ihnen vielleicht Struktur und den Blick auf andere Lebenssituationen, die sich manche, eigentlich viele, nicht anders aussuchen können. Freilich wollen Eltern immer das \"Beste\" für einen, aber bitte fühlen Sie sich nicht als \"tief gefallen\", sondern nur ratlos und in dieser Phase suchen Sie sich eine Überbrückungsarbeit! Am Dienstag kann ich Ihnen Adressen von Linz zukommen lassen, ich werde Sie Ihnen hier dazuschreiben! Und schreiben Sie wieder, wenn Ihnen danach ist, denn wenn man grad nicht weiter weiß, ist es wichtig, dranzubleiben bei dem, was gut tut! Herzliche Grüße!

(Erweiterung der Fragestellung am 24.06.2010 um 19:41:21)

Herzlichen Dank für Ihre nette und einfühlsame Antwort!
ich wohne leider nicht in Wien, sondern in Oberösterreich. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich eine Therapie brauche, aber ich bin ein sehr schüchterner und zurückhaltender Mensch und tu mir über den PC leichter, meine Gefühle und Gedanken zu beschreiben.
Meinen Sie wirklich, dass 45 kg noch zu wenig sind? Als ich noch keine Essstörungen hatte, wog ich zwischen 48 und 49 kg.
Für mich ist es im Moment wirklich nicht leicht, vor allem mit meinen Eltern und dem Studium, denn ich möchte auf jeden Fall mein derzeitges Studium beenden, da ich bemerkt habe, dass es überhaupt nichts für mich ist und mich auch mittlerweile ziemlich belastet. Am liebsten würde ich im Verkauf z.b. als Kassierin arbeteiten, doch meine Eltern können es nicht verstehen, dass ich so tief „gefallen“ bin und sie würden sich für mich schämen, wenn ich mit ausgezeichneter Matura in einem Geschäft arbeiten würde, wo man mit Polyabschluss arbeiten kann,. Dass ist alles sehr belastend für mich und oft bin ich sehr niedergeschlagen und weiß nicht mehr weiter, Mein einizger Lichtblick ist Bill von Tokio Hotel, seine Musik und er gibt mir immer sehr viel Kraft. Das Konzert am 30.03 in Wien war ein sehr schönes Erlebnis!

Danke für Ihre tolle Hilfe!

Kristina

(INTAKT antwortet am 28.06.2010 um 14:16:32)

Liebe Kristina, ich kann Sie gut verstehen, wenn Sie sich vor gutgemeinten Aussagen fürchten. Aber wichtig ist, daß Sie für sich wissen und spüren, daß Ihnen diese kilos mehr besser tun, daß Sie mehr Energie dadurch haben und vielleicht auch wieder \"bessere Nerven\". Ihr Körper wird es Ihnen danken, er bekommt wieder mehr Nahrung fürs Gehirn und alle Organe und kann dadurch wieder gesunden. Nur das gilt es im Bewußtsein zu haben, dann brauchen erleichterte Aussagen von besorgten Verwandten nicht nerven und Sie brauchen nicht trotzen, sondern sich freuen, daß Sie verantwortungsvoller mit sich umgehen. Natürlich fällt Ihnen das alles nicht leicht, Sie werden denken, das schreibt sich so leicht, aber darum geht es, ums gesund werden!!!Dafür wäre es wirklich wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, das unterstützt Sie dann auch in Ihrem Entscheidungsprozeß. Ich hab mich inzwischen auch schlau gemacht und über eine liebe Kollegin in Linz die Telefonnummern von 2 ihrer Kolleginnen bekommen, die viel Erfahrung mit Essstörungen haben: Alexandra Lagemann 0664 452288 und Rita Haase 0676 9456076. Bitte seien Sie mutig und rufen Sie einmal an und erkundigen Sie sich persönlich!
Was das Foto anbelangt, möchte ich Ihre Intimsphäre schützen - diese Briefe im Forum kann jeder lesen - außerdem weiß ich gar nicht, ob das technisch möglich ist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß wir unterschiedliche Wahrnehmungen haben, was Ihre Figur anbelangt....
Ich wünsche Ihnen alles Gute für nächste wichtige Schritte und schreiben Sie, wenn Sie noch Unterstützung dafür brauchen!

(Erweiterung der Fragestellung am 28.06.2010 um 10:59:02)

Guten Tag!

Ich bin so dankbar, dass Sie mir jedes Mal so schnell und einfühlsam antworten!
Ich habe jetzt nur noch 2 Tage in meinem Studium und dann muss ich ernsthaft überlegen, wie es weitergehen soll. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich selbst nicht, was ich möchte. Ich wollte Diätologie studieren, was schon immer mein Traumberuf ist, aber leider erreichte ich beim Aufnahmetest und beim Gespräch nicht genug Punkte.
Wissen Sie, was mich auch ziemlich beschäftigt.
Wie ich Ihnen ja schon einmal mitgeteilt habe, wog ich vor einigen Monaten nur 37 kg und ich bekam ständig von meinen Verwandten (besonders Großeltern und Tante) zu hören, wie dünn ich sei, ich sei magersüchtig, ich soll was kalorienreiches essen, um zuzunehmen,….

Jetzt wiege ich ja zwischen 45-46 kg und ich habe Angst davor, wenn ich meine Verwandten wieder sehe. Ich meine, als ich sie zum letzten Mal sah, wog ich ein paar kg weniger, und ich möchte nicht Sprüche hören: „JA, jetzt sieht man, dass du zugenommen hast, jetzt siehst du wieder „gut“ aus….

Ich weiß, dass solche Aussagen sicherlich gut gemeint sind, aber ich kann so was echt nicht hören und wenn ich so etwas höre, dann will ich zum trotz sofort wieder weniger essen….

Verstehen Sie mich?

liebe Grüße

ps. ich könnte Ihnen Fotos von mir senden, damit Sie meine Figur besser beurteilen können.

(INTAKT antwortet am 01.07.2010 um 08:19:38)

Liebe Kristina, vielleicht sollten Sie es sich einfach erlauben, Süßes zu essen, dann hätten Sie nicht mehr so viel Stress, dagegen ankämpfen zu müssen. Vielleicht ist es Ihnen auch möglich, sobald Sie denken \"morgen mach ich alles anders\", innezuhalten und nachzuspüren, \"was kann ich jetzt im Moment anders machen\", \"was brauch ich jetzt gerade wirklich\". Damit übernehmen Sie anders Verantwortung für sich. Wichtig ist auch, daß Sie regelmässige Mahlzeiten einnehmen, damit sich der Körper wieder daran gewöhnen kann und nicht über Heisshungerattacken seinen Tribut fordert.
Seien Sie nachsichtig und liebevoll mit sich, verständnisvoll für Ihre belastende Situation, dann kann es Ihnen auch gelingen, besser auf sich aufzupassen, mehr von dem zu tun, was Ihnen gut tut und weniger von dem, was Sie belastet. Versüßen Sie Ihr Leben anders: geniessen Sie das schöne Wetter in der Natur, treffen Sie Freunde, lesen Sie und hören Sie Musik, gönnen Sie sich eine gute Hautcreme, mit der Sie täglich Ihren Körper verwöhnen...Seien Sie kreativ, was noch alles Ihnen gut tun könnte. Machen Sie sich eine Liste von Dingen, die Sie freuen, die Sie immer schon machen wollten und jetzt in den Ferien auch tun können. Viel Freude dabei!!!

(Erweiterung der Fragestellung am 29.06.2010 um 14:59:55)

Hallo!

Erstmals danke, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben um die Telefonnummern zu bekommen! Das ist wirklich sehr nett von Ihnen!

Ich weiß nicht, ob ich mich mit mehr Gewicht besser fühle als früher...ich hatte eigentlich damals auch keine körperlichen Beschwerden, wie man sie öfters wo liest..auser dass meine Menstruation bis zum heutigen Tag ausgeblieben ist.

Sie haben bestimmt recht, dass es für meinen Körper jetzt besser ist als früher und wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich mit knapp 40 kg auch nicht mehr selbst im Spiegel mitansehen, denn überall standen die Knochen heraus und dass war nicht gerade schön...aber ich finde, dass ich jetzt schon ein wenig Speck an den Hüften habe und nehme mir immer vor, weniger Süßes zu essen um ein bisschen (nicht viel) dünner zu werden und auch damit ich nicht so viel zucker zu mir nehme. Aber es ist jeden Tag das Gleiche: Anfangs bin ich fest überzeugt von meinen Vorsätzen, doch dann werde ich wieder \"schwach\" und esse wieder viel Süßes und denke mir, dass ich es ab morgen ja anders machen kann...doch so geht es ständig!!!!!

Ich möchte auch nicht wissen, ob und was meine Studienkollegen denken, da ich ja innerhalb ein paar Monate einige kg zugenommen habe!? Aber ich kann nicht aufhören, so viel Süßes zu essen.

Liebe Grüße,
Kristina

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