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Essstörung???

(Anonym fragte am 16.04.2010 um 15:29:39)

Liebes Intakt Team,

meine Situation ist folgende: Ich bin jetzt 29 Jahre alt. Mit ca. 16 Jahren hab ich angefangen, öfter mein Essen zu erbrechen. Damals gab es Phasen, da war das mehrmals am Tag der Fall, dann wieder nur nach dem Abendesseen. Richtige Fressanfälle hatte ich aber selten. Es war eher so, dass, wenn ich zu wenig Sport machte aber trotzdem Lust hatte zu essen, das Ganze dann wieder erbrochen habe. Ich war nie dick, ich war und bin aber auch nie untergewichtig, habe ganz normales Gewicht (zw. 54 und 60 kg in den letzten 10 Jahren bei 165cm).

In den letzten Jahren ist es eigentlich seltener geworden, ich glaube es hat dazwischen sogar sehr oft Monate, vielleicht sogar mal ein Jahr gegeben, in denen ich das nicht gemacht hab, immer abhängig davon wieviel Sport ich gemacht habe und wie gut es mir privat gegangen ist.

Die letzten 1,5 Jahre waren recht schwierig, ich war schwanger und sogar in der Schwangerschaft hab ich regelmässig (aber nicht jeden Tag) erbrochen.

Das blöde ist ében, ich werde es anscheinend nicht wirklich los und mittlerweile hab ich auch einfach Panik, dass es gesundheitliche Folgen haben könnte!

Was soll ich da machen?

(INTAKT antwortet am 20.04.2010 um 10:34:10)

So wie Sie Ihre Situation schildern, leiden Sie schon ca 13 Jahre unter Ihrem Essverhalten. Aber es gab auch zwischendurch Phasen, in denen Sie genügend Ressourcen zur Verfügung hatten! Das Erbrechen hat sich offenbar als eine Strategie oder Antwort auf \"schwierige Zeiten\" entwickelt, wahrscheinlich dann, wenn Sie unter Druck stehen und dadurch die Erwartung an sich selbst erhöhen. Vielleicht ermöglicht Ihnen Ihr Muttersein, sich einzugestehen, daß Sie die Essstörung noch nicht überwunden haben und sich anders um Ihre Gesundheit zu sorgen. Damit haben Sie die Möglichkeit, sich klar für einen Gesundungsprozeß zu entscheiden. Durch Ihren Brief an uns zeigen Sie auch, daß Sie die Möglichkeit in Erwägung ziehen, sich professionelle Hilfe zu organisieren, weil Sie alleine keine dauerhaft funktionierende Bewältigungsstrategie gefunden haben. Das empfinden viele als ein Eingestehen von Schwäche, ist aber ein wirklich verantwortungsvolles Handeln, denn mithilfe von Menschen mit psychotherapeutischer und medizinischer Erfahrung können Sie wieder Ihre Ressourcen mobilisieren und für \"schwierige Zeiten\" neue unterstützende, und vor allem gesunde Strategien entwickeln lernen und Sie werden merken, daß ein liebevolleren Umgang mit sich auch Ihrem Kind zugute kommen wird. Ein nächster Schritt könnte ein persönliches Erstgespräch sein, in dem gemeinsam bedacht wird, was für Sie am hilfreichsten sein kann. Alles Gute für Ihre weiteren Schritte und danken Sie sich, den Mut zum Schreiben gehabt zu haben!

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