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grenzüberschreitungen, essen , zwang

(Anonym fragte am 26.11.2009 um 19:48:20)

ich weiss nicht, wie ich es betiteln soll. ich hab eine lange geschichte mit essstörungen. magersucht, bulimie. ich hab mich schon lange da ganz gut wieder rausgekämpft. ich hab trotzdem noch probleme. und in letzter zeit hab ich total schlimme essanfälle, am abend in der nacht. sonst esse ich normal. jedenfalls versuche ich das weiter, obwohl ich einiges zugenommen habe und es mir sehr schlecht geht ich hab auch viel stress und es passieren sehr viele kleine und manchmal größere grenzüberschreitungen im alltag. das alles holt so viel hoch. ich wehre mich nicht, weil ich es viel zu spät merke, und weil ich gelernt hab, dass ich mich nicht wehren darf, dass ich kein recht hab, dass meine gefühle falsch sind und dass es noch schlimmer wird, wenn ich mich versuche zu wehren. dann wird man erst recht gezwungen, noch viel mehr verletzt und beschämt. ich halte das nicht mehr aus.ich glaube dass da ein zusammenhang ist. ich habe all diese gefühle in mir von früher und von jetzt und diese essattacken, die ich gar nicht mitbekomme. ich hab mit meinem therapeuten darüber gesprochen, und er hat mir geraten, mir bevor dieser kontrollverlust passiert mir ganz bewusst ganz langsam etwas zu essen, was ich richtig gerne mag. ein bisschen als gegenstück zu den essanfällen. genießen. bewusst. ich hab das gemacht und dann hatte ich an diesrem abend keinen essanfall aber es ist mir so viel bewusst geworden. ich habe all diese gefühle so stark auf und in meinem körper. und das zuviele fett am körper fühlt sich auch so an, wie der schmutz, die schuld, scham und der ekel, der an mir klebt. ich will mich schützen. ich will das wieder runterkriegen von mir. die gefühle und das fett. ich möchte weinen und ich kann nicht. ich weiss, dass ich meine positiven kräfte mobilisieren soll. aber ich bin so tief unten mit meinem selbstwert und ich halte diese gefühle nicht mehr aus und was ich mit mir nd meinem körper geschehen lassen habe. und das essen ist ein teil davon. auch das hat mit müssen und zwang zu tun und grenzverletzungen. und ich will das nicht mehr. ich brauche ein bisschen hilfe. ich will niemanden mehr in meine nähe lassen und ich weiss, ich muss es coch wieder. und ich hab nicht die kraft , mich gegen die kleinen unbedeutenden grenzverleztungenzu wehren. das ist ja auch gar nichts. ich hab keine kraft. aber ich halt es nciht mehr aus. ich hasse mich so sehr, weil ich so abhängig bin, entweder weil ich im alltag hilfe brauche, oder weil ich liebe und halt suche und gesucht hab und so vieles geschehen lasse, obwohl es mir nciht gut tut und ich es nciht will. millionen kleine dinge, einige große und dann ist es meine schuld, weil ich mich ja nicht gewehrt hab. ich kann nicht mehr. ich brauche ein bisschen ... mut. was kann ich tun, muss ich weiter diese ungesunden dinge essen,weil ich ja essen muss und weil ich als ehemalige magersüchtige ja überhaupt kein recht hab, etwas nicht essen zu wollen. ist es ok, wenn ich es nicht mehr aushalte, normal zu essen, weil ich von den essanfällen so voll bin und mir immer schlecht wird, wenn ich dann nochwas essen muss. ich will nichts mehr essen, was mir nicht gut tut und wo ich mich schlecht und unglücklich fühle und was mein körper auch gar nicht verträgt. ich will das wieder weghaben.dieses eklige fett auf meinem körper und dass es mir immer so schlecht geht und ich nichts mehr genießen kann. ich will mich wieder gut fühlen und das essen, was mir gut tut und was ich mag. ich will das zuviel vom körper wieder weghaben. und diese bildergefühle. ifhc kann das nicht mehr. icfh kann nicht mehr aushalten müssen. bitte.ich will nicht mehr ich kann nicht mehr einfach weiteressen und es geht mir wahnsinnig schlecht. ich will mich beschützen ich will mir helfen ich will nicht mehr essen. ich kann nicht .

(INTAKT antwortet am 27.11.2009 um 18:18:46)

Scheinbar haben Sie diesen Brief während oder nach einem Essanfall geschrieben, gut, daß sie ihn geschrieben haben und sich dadurch vielleicht \"Luft\" verschafft haben. Sie sprechen von vielen Grenzverletzungen, die Sie nicht mehr aushalten wollen. Das könnte bedeuten, daß Sie durch mehr Achtsamkeit in Ihrem Alltag draufkommen, wie oft es passiert, daß man ihre Grenzen überschreitet. Das ist einerseits ein wichtiger sehr wichtiger Ansatz, und natürlich bringt das mit sich, daß man sich auch an alte Grenzüberschreitungen erinnert, die man vielleicht ausgehalten hat, weil man noch keine Unterstützung gehabt hat. Wichtig aber ist vor allem, das man trotz der früheren schwierigen Erlebnisse weiterhin im Hier und Jetzt achtsam bleibt und jetzt Schritt für Schritt sich mehr zutraut an Einhaltgebieten den Menschen gegenüber, die Ihre Grenzen verletzen. Damit kann man jederzeit beginnen, auch wenn man sich schon lange zu viel gefallen gelasssen hat!!! Schuld und Schamgefühle unterstützen Sie da nicht, sondern es ist wichtig, daß Sie wissen, daß Sie das Recht haben, mit Respekt und Achtung behandelt zu werden, unabhängig davon, wie lange Sie sich was auch immer gefallen lassen haben. Nur Sie wissen um Ihre Gefühle, und Sie sind richtig, nur Sie wissen, was Ihrem Körper gut tut und nur Sie können und dürfen gut auf sich aufpassen, immer wieder von neuem. Und das ist manchmal schwieriger und manchmal leichter, aber je achtsamer Sie dabei mit sich umgehen und je wohlwollender Ihnen das gelingt, umso leichter können Sie Schritt für Schritt andere in die Schranken weisen, die Grenzen überschreiten und zunehmend für sich gut sorgen lernen. Und mit der Zeit wird Ihr Körper das Fett verlieren, das er durch verzweifelte Essattacken zugenommen hat. Sie haben ja schon viele, viele Fortschritte gemacht, bleiben Sie mutig auf ihrem Weg und lassen Sie sich vor allem von Menschen unterstützen, die Ihnen guttun. Alles Gute weiterhin!

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