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schlummernde essstörung wieder erwacht...

(B. fragte am 17.11.2009 um 12:28:57)

liebes intakt-team!

ich bin 28 jahre alt, weiblich und seit ca. zehn jahren mehr oder weniger (in unterschiedlichen ausprägungen) esssgestört. das heißt, am anfang magersüchtig, dann relativ schnell bulimisch. ich war schon 2 x in psychotherapie (1 jahr und dann 3 jahre) sowie 2 monate in einem \"kurheim\" für essgestörte in villach. das ist allerdings schon einige jahre her.

ich merke nun, dass das thema fressanfälle und kotzen zur zeit wieder sehr präsent ist/wird und ich fast jeden tag am abend wieder das bulimische verhalten von früher als spannungs-\"lösung\" nutze. das ist natürlich keine wirkliche \"lösung\" und es beschäftigt mich sehr, gerade weil ich vom kopf her weiß, was ich meiner seele und meinem körper damit antue...

ich möchte mich nun nicht verteufeln, denn auch die bulimie ist ja auch quasi eine (meine) strategie, um mit meinem leben momentan zurecht zu kommen, trotzdem nehme ich es als signal ernst. ich möchte auf mich schauen und herausfinden, welche themen es sind, die da noch so ungelöst sind, dass die bulimie und die beiden extreme \"nicht-dürfen\" und \"alles-wollen\" wieder erwacht sind.

nun bin ich schon ziemlich \"therapiemüde\" und kann mir momentan nicht vorstellen, irgendwo stationär für einige monate behandelt zu werden. ich hab auch das gefühl, mit (wenngleich therapeutischen) gesprächen ist dem kern nicht wirklich nah zu kommen... ich wollte fragen, welche möglichkeiten gibt es für mich noch (neben einer stationären therapie), die ich begleitend nutzen kann? sowas wie selbsthilfegruppen, oder gespräche?

ich freue mich auf eine antwort und einen tipp, ich bin übrigens aus wien! :-)
b.

(INTAKT antwortet am 18.11.2009 um 11:47:28)

Liebe b., danke für Ihren sehr ehrlichen Brief. Sie haben eine lange Erfahrung mit Essstörungen, aber AUCH eine lange Erfahrung, wie Sie gut mit sich umgegangen sind, ohne - wie Sie schreiben - die Bulimie quasi als Strategie zu brauchen. Freilich kann es immer wieder passieren, daß Lebenssituationen eintreten, die belasten und man auf \"alte Strategien\" zurückgreift, doch Sie sind wach und merken es und wollen es auch ändern. Die Frage ist, ob es Ihnen möglich ist, eine(n) Ihrer TherapeutInnen wieder zu kontaktieren, um inzwischen \"Vergessenes\" wieder als Ressourcen aktivieren zu können. Da müßten Sie nicht wieder von vorne beginnen, sondern könnten auf Vertrautes und schon Hilfreiches zurückgreifen und da könnten einige Gespräche schon viel bewirken.
Da Sie schrieben, Sie sind aus Wien :-), bei uns im intakt gibt es eine Verhaltensmedizinische Gruppe, die unterstützend für Sie sein könnte. Im Antwortsbrief von Naomis Anfrage am 8.10. sind die Inhalte näher beschrieben. Sie können auch gern zu einem Erstgespräch kommen, sodaß in einem persönlichen Gespräch gut herausgefunden werden kann, was hilfreich für Sie ist.
Wichtig ist, daß Sie sich ernst nehmen in Ihrer Sorge und Ihrem Wunsch nach Gesundung, dann finden sich auch weitere Schritte. Dafür alles Gute!

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