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ich halte es einfach nicht mehr aus.

(Anonym fragte am 28.10.2009 um 10:57:56)


ich weiss auch nicht genau, ich muss es i-wie loswerden.

ich war früher magersüchtig, hatte zwischendrin auch eine bulimische phase, seit jahren ist das nun äußerlich betrachtet in ordnung.

aber ich habe immer noch sehr viele probleme mit mir und meinem körper. ich bin auch in therapie. seit einiger zeit geht es mir wieder ganz schlecht damit. ich habe zugenommen, nicht extrem, aber für mich ist das schrecklich. ich hab so extrem große spannung in mir, und bislang ist es mir nicht gelungen, die ein bisschen zu reduzieren. dann habe ich essanfälle, meistens am abend. in der nacht. und ich esse, ohne dass ich es wirklich mitbekomme. und nehme zu. ich halte diesen körper einfach nicht mehr aus. ich versuche alles, um die essanfälle zu verhindern, aber es hilft einfach nichts. und es geht mir immer schlechter.
ich würde am liebsten bis zum umfallen sportt machen, damit ich das wieder runterkriege. das kann ich nicht, weil ich körperlich eingeschränkt bin. aber ich drehe fast durch dabei. es ist mir immer mehr alles egal, ich würde so gut wie alles in kauf nehmen, um wieder dünn zu sein. so richtig dünn. ich halte das einfach nicht aus, dieses gewicht. dieses eklige gefühl. ich kann nicht weinen, seit jahren nicht. ich bin einfach nur verzweifelt, ich weiss nicht mehr weiter. ich schaff es kaum noch, mich mit dem körper zu konfrontieren. ich drehe durch dabei. in meinem kopf schreit es nur noch. ich will dünn sein. ich will nie mehr i-was essen. ich hasse mich. ich fühle mich so schrecklich ekelhaft. ich sehne mich so sehr nach dem dünnsein. ich will wieder untergewichtig sein. obwohl ich im kopf weiss, dass das nicht gut ist. aber es ist mir so egal, ich will nur, dass das aufhört. und ich krieg es nicht hin. ich weiss gar nicht , was ich hier will. ich weiss, was sie sagen werden. ich bin einfach nur total verzweifelt.

(INTAKT antwortet am 28.10.2009 um 16:05:20)

Hallo! Dünnsein ist keine Antwort! Wie Sie auch selbst schreiben ist Untergewichtig-Sein keine Lösung und Sie schaden sich dadurch. Ihre Verzweiflung ist verständlich, es ist wichtig, dies in einem vertrauensvollen Rahmen in Ihrer Therapie anzusprechen. Vielleicht bräuchten Sie zusätzlich eine medikamentöse Unterstützung von einer PsychiaterIn, um aus Ihrer destruktiven Enge heraus kommen und mehr Klarheit und Ordnung in Ihre Gedanken und Gefühle bringen zu können.
Sie sind mehr als Ihr Körper, Ihre verletzte Seele braucht Mitgefühl und Wohltuendes - und nicht Abwertung. Wenn Sie von Ihren inneren Spannungen schreiben, dann wird deutlich mit welchem Druck Sie zu kämpfen haben. Es gibt aber sehr gute Methoden, mit denen Sie lernen können mit solchen Spannungen umzugehen. Zum Bespiel ein Skills-Training wäre in diesem Falle sehr hilfreich. Ihr Therapeut/Ihre Therapeutin wird Ihnen sicher darüber näher Auskunft geben können. Es ist auch immer wichtig, sich mit dem zu befassen, was einem gut tut und Wohlbefinden schafft.
Welche Dinge tun Sie gerne, was macht Ihnen Freude? Beispielsweise könnte ein Spaziergang in der Natur, bei dem man die Gerüche ganz bewusst wahrnimmt, wohltuend für die Seele sein, ein Bild malen, eine Skulptur aus Ton machen oder ein gutes Musikstück hören, könnte Ent-Spannung bringen. Auch zu einer beschwingten Musik, die Ihnen gefällt, tanzen, kann zu einem befreienden Gefühl führen. Wenn Sie etwas für sich gefunden haben, was Ihnen gut tut – es kann auch ein einfacher Gedanke sein – dann pflegen Sie dies und wiederholen Sie es öfter. Das regelmäßige Sich-Gutes-Tun-(Dürfen!) kann viel zu einem positiveren Lebensgefühl beitragen!

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft!

(Erweiterung der Fragestellung am 28.10.2009 um 21:11:34)

ich habe auch medikamente ich habe die jetzt immer genommen seit es mir so schlecht geht aber gegen die essanfälle helfen die nicht. ich nehme sie bin müde und kann schlafen aber i-wann wache ich auf und der essanfall passiert verspätet. das wollte ich noch sagen weil sie medikamente angesprochen haben.

(Erweiterung der Fragestellung am 28.10.2009 um 21:02:31)

ich kenne skills ich wende sie auch an wegen den selbstverletzungen . auch imaginations- und achtsamkeitsübungen versuche ich zu machen aber ich bekomme die alleine im moment gar nicht mehr hin. in der therapie geht es noch eher, doch auch da ist es momentan so schwer. ich fühle mich so allein trotz allem so allein in mir drin. ich hab mich heute seit langem wieder selbst verletzt, im grunde haben kleine dinge schließlich gereicht. ich versuche dinge zu finden, die mir gut tun, ich war in der oper mit einer freundin doch hinterher bröckelt alles ab und es ist als ob es gelogen gewesen wäre, das außen ich. macht weiter und innen bleibe ich allein im dunkeln. ich habe angst, ich finde nichts, was mich hält, es zerfällt alles immer wieder obwohl ich mich so bemüht hab. ich versuche doch alles aber es gelingt mir nicht . übrig bleibt nur der körper und das innen erreicht nichts. die gedanken kommen wieder und wieder und die gefühle. was soll ich noch tun. mir fehlt die kraft und ich fühle mich so allein und haltlos.

(INTAKT antwortet am 29.10.2009 um 10:40:16)

Haben Sie schon einmal einen stationären Aufenthalt in Erwägung gezogen? Das wäre ein geschützter Raum, mit anderen Betroffenen gemeinsam zum Austausch, mit Gruppentherapie, mit ärztlicher Betreuung, in Krisenzeiten kann das hilfreich sein. Aber wie gesagt, es ist wichtig, daß sich sich ganz bewußt eine Zeit des Traurigseins gönnen, dann aber sich bekräftigen, daß Sie mehr sind als diese Verzweiflung und daß die bedrohlichen Ereignisse vorüber sind, daß die Verantwortung dafür bei anderen liegt und sich vor Augen halten, wieviel Sie trotzdem auch schon gemeistert haben!!!!Und mit sich wie mit einer besten Freundin umgehen, achtsam, liebevoll, aufmunternd, mitfühlend und Abwechslung suchend. Und muten Sie sich Freunden oder Ihrer Familie zu, Sie brauchen den persönlichen Kontakt, ein Miteinandersein, das mailen allein erreicht Sie nicht wirklich.
Alles Liebe!!!

(INTAKT antwortet am 29.10.2009 um 21:41:12)

Das wichtigste ist, dass Sie sich nicht schuldig fühlen und auch nicht schämen, es ist wie es ist und wenn Sie sich schlecht fühlen, dann fühlen Sie sich so UND SIE SIND MEHR ALS DIESE VERZWEIFLUNG!!! Trotzdem ist es wichtig, den Kontakt mit Freunden zu suchen, um sich abzulenken, mit ihnen in der Natur zu sein, so schlecht ist das Wetter momentan nicht, gönnen Sie sich lange Spaziergänge, von denen Sie dann müde nach Hause kommen.
Schade, daß Ihnen der stationäre Aufenthalt Angst macht, aber umso wichtiger ist es dann, Ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und sich an all das zu erinnern, was Sie in der Therapie schon erarbeitet haben. Widerstehen Sie dem Sog ins Negative, entscheiden Sie sich ganz bewußt, in kleinen Schritten auch die kleinen Freuden des Alltags zu suchen. Alles Liebe!!!

(Erweiterung der Fragestellung am 29.10.2009 um 11:46:16)

ich will auf keinen fall wieder stationär gehen. ich ... das erste mal war so schlimm, ich will das nicht wieder. ich war schon öfter stationär im lauf der zeit aber ich hab panische angst davor, dass es wieder so ist wie damals.

ich traue mich so schwer, mich meinen freunden zuzumuten. es geht ihnen selbst momentan nicht gut und es ist schwer nachvollziehbar, das mit dem essen und dem svv.
natur hilft mir sehr, aber im moment ist es ein bisshen schwierig mit dem wetter und weil ich auch oft angst habe. ich möchte nicht mehr ins krankenhaus. aber ich weiss nicht, was ich tun muss, damit ich das schaffe.
sie haben recht. direkter austausch ist wichtig. es fällt mir nicht leicht. ich fühle mich auhc so schuldig und schäme mich, weil es äußerlich keinen anlass gibt,warum es mir so schlecht geht wieder. und ich es nicht schaffe, da wieder rauszukommen. bitte seien sie nicht ungehalten, aber mir macht die vorstellung, wieder stationär gehen zu müssen, extrem viel angst. ich suche einen weg, wie ich es ohne schaffen kann. aber ich weiss nicht, was nicht stimmt, weil es mir nicht mehr gelingt.

(Erweiterung der Fragestellung am 08.11.2009 um 20:02:37)

ich muss nochmal hier schreiben. ich habe mich meinen engsten beiden freunden geöffnet und versuche auch sonst mehr in kontakt zu treten. es tut gut, aber alleine in mir kann ich mich nicht halten und finden, ich fühl mich wie auseinandergefallen, da wechseln ständig die gefühle und szenen. und manchmal da hab ich plötzlich so schlimme wörter im kopf. wenn ich allein bin falle ihch immer wieder zurück in diese zersplitterung und
das körpergefühl macht mich fertig. da sind auch manchmal so gefühle da,wie wenn da etwas wäre an meinem körper oder jemand etwas macht und ich weiss dass das nicht echt ist aber es kommt immer wieder und ich will das nicht. ich halte das kaum aus, weil das ja auch gar nicht echt ist und so ist das auch nie passiert. warum fühl ich dann so eklige sachen? und warum geht das nicht weg?
das macht es so schwer, dann aktiv zu sein im jetzt, wenn da so etwas da ist. und ständig die gefühle wechseln und dieses gefühl im körper. ich versuch was gutes auch für den körper zu machen aber das macht mich fertig. weil ich es auch nicht wirklich aus mir rausbringe. kann das nicht ausdrücken, und ich flüchte dann immer wieder \"weg\". obwohl ich eigentlich nicht will. aber ich schaff es nicht. vllt kann ich es anders ausdrücken, malen oder so hat mein therapeut gemeint. aber ich weiss nicht wie. das muss wieder raus aus mir. und ich hab angst dass das alles vllt nur eingebildet ist oder gelogen oder so. ich kann das nicht einschätzen.

(INTAKT antwortet am 09.11.2009 um 15:14:08)

Entscheidend ist, wie sie sich erleben, was sie wahrnehmen und auch ihrer Wahrnehmung vertrauen. Und sich immer wieder daran erinnern, was sie in ihrer Therapie bereits erarbeitet haben. Und darauf vertrauen, dass dieser Prozess auch Stärken in ihnen entwickelt. Ihre Therapie ist der richtige Ort, wo sie das, was sie hier beschreiben, bearbeiten können. Wir können sie darin nur bestärken und ihnen Mut machen, diesen Weg weiter zu gehen. Alles Gute!

(INTAKT antwortet am 10.11.2009 um 12:58:04)

In diesem Brief sind Sie ganz anders in Ihrer Kraft und das ist uns wichtig, Ihnen rückzumelden. Sie haben Ihre Ressourcen, diese werden auch mit jeder Therapiestunde mehr und es gilt auf diesen Weg zu vertrauen, sich immer wieder darauf zu besinnen, daß Sie mehr sind als das, was Ihnen an Traumatas widerfahren ist, daß Ihnen aus allem auch eine Kraft erwachsen ist, die es gilt, weiter zu nähren. Und es ist ganz verständlich, daß einen alte Geschichten einholen, wir alle sind keine Maschinen, sondern menschliche Wesen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu unterschiedlichen Zeiten. Und da ist man manchmal auch verzweifelt UND SIE SIND MEHR ALS DIESE VERZWEIFLUNG!!!! Es braucht Ihnen nicht leid zu tun, daß Sie uns immer wieder geschrieben haben, vielleicht ist es Ihnen dadurch möglich, mehr an sich zu glauben! Wir wünschen Ihnen alles alles Gute!

(Erweiterung der Fragestellung am 09.11.2009 um 19:39:21)

danke dass sie trotzdem nochmal geantwortet haben.

ich weiss dass das in der therapie am besten aufgehoben ist. ich hab ja schon einige sachen gelernt bzw. bin dabei die zu lernen und zu üben aber es passiert mir oft dass das alles wie gelöscht scheint. und ich nicht mehr weiss, wo ich anfangen muss und was vielleicht helfen kann. und in meine wahrnehmung vertrauen, das ist ganz schwer.
ich hoffe, das ist nicht schlimm, dass ich da jetzt so viel geschrieben habe. es hilft ein bisschen weiter, mich zu erinnern und mich zu trauen, mir zu trauen und den sachen, die ich versuche, anzuwenden.
das ist nicht immer so holprig wie in letzter zeit aber grade wankt der boden den ich schon ein wenig gefunden habe wieder sehr. ich verliere dann öfter den halt und das vertrauen dass da auch noch was anderes da ist und es auch wieder besser werden wird. dann schreibe ich meistens alles auf und manchmal suche ich auch hilfe. aber besser wäre es, wenn ich die sicherheit in mir selber wieder finden könnte ohne hilfe von außen. trotzdem passiert mir das manchmal wenn ich so verzweifelt bin. das tut mir leid.

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