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alles dreht sich ums essen und gewicht

(sonja fragte am 14.10.2009 um 22:48:10)

ich bin 20 jahre alt und habe gerade mit meinem studium angefangen. seit ich 12 jahre alt bin ist das essen mittelpunkt meines lebens. ich war eiskunstläuferin, habe jeden tag zwischen 1-3 stunden trainiert, musste jetzt aber wegen rückenproblemen aufhören. mit 13 bekam ich anorexia nervosa, wo ich mich bei einer größe von 1,60m auf 36kg herunterhungerte. das geschah aber in einem sehr kurzen zeitraum von etwa 3-4 monaten. meine eltern brachten mich damals auch ins krankenhaus und ich bekam eine psychologische behandlung. irgendwann kam ein punkt, wo sich ganz von selbst, das blatt wendete. ich begann plötzlich ganz unkontrolliert in mich hineinzufressen und konnte nicht mehr damit aufhören. in wenigen wochen nahm ich extrem zu und hatte schon mehr als mein ursprüngliches gewicht. da dachten alle, ich sei wieder gesund und alle waren beruhigt, aber mir gings schlechter als je zuvor. da begannen meine ess-brech-attacken. und seitdem fährt mein gewicht nurnoch achterbahn. es sind keine große schwankungen, aber mich belastet das extrem. vorallem belastet mich, dass ich nicht spüren kann, wann ich satt bin, bzw wann ich wirklich hunger habe und wann nicht. seit ich wieder zugenommen habe, weiß niemand von meinem problem und seither versuche ich auch ständig abzunehmen, schaffe es aber nicht. mittlerweile habe ich 57kg bei einer größe von 162cm. und ich fühle mich viel zu dick!! seit zwei wochen bin ich aus dem elternhaus heraus. jetzt wohne ich mit meiner freundin zu zweit in einer wohnung. abends bin ich immer alleine, weil sie schule hat und ich dachte, wenn ich sozusagen selbstständig leben kann, eine eigene wohnung habe usw. dann normalisiert sich vielleicht mein essverhalten. aber abends wenn ich alleine bin muss ich immer so viel essen. und es kotzt mich dermaßen an, dass ich mein essverhalten nicht unter kontrolle kriegen kann! ich versuche wirklich gesund abzunehmen, indem ich gesundes esse und geregelte mahlzeiten zu mir nehme, also morgens, mittags abends. aber ich habs bis jetzt nicht geschafft meine fressorgien am abend zu unterlassen, wo ich meistens so gut wie alles in mich hineinstopfe, obwohl ich eigentlich überhaupt keinen hunger mehr habe. ich habe auch nicht viel geld für therapien usw. da ich ja studentin bin. aber ich will so auf keinen fall weitermachen und glaube, dass ich hilfe brauche. ich habe ja auch schon lange genug versucht von selbst herauszukommen, aber es scheint mir hoffnungslos zu sein. bitte gebt mir einen rat! ich wäre euch sehr, sehr dankbar!!

(INTAKT antwortet am 15.10.2009 um 17:10:41)

Liebe Sonja, gut, daß Sie uns geschrieben haben und Ihre Verzweiflung ausgedrückt haben, das ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung Gesundwerden. Und es zeigt von großer Eigenverantwortung, zur Erkenntnis zu kommen, daß man Hilfe braucht. Wenn Sie schreiben, daß Sie seit zwei Wochen mit einer Freundin zusammenwohnen, so ist das für Sie ja auch eine völlig neue Situation, an die man sich auch gewöhnen muß, das ist ja auch ein Loslösungsprozeß von zuhause, indem man sich verloren fühlen kann. Wichtig ist, daß sie dabei nicht zu streng mit sich sind. In einer Therapie können Sie lernen, wieder Ihre Ressourcen für sich zu nützen und nicht gegen sich zu richten. Sie sind grad an einem wichtigen, großen Veränderungspunkt in Ihrem Leben und da ist es oft schwierig, sich zurecht zu finden, mit sich, mit der Familie, mit der Umwelt, mit der Uni...Freilich kostet Therapie Geld, aber letztlich weniger als man für Essanfälle braucht. Und es ist ein Persönlichkeitsentwicklungsprozess, der Ihnen in allen Lbensbereichen zugute kommt, nicht nur beim Bewältigen der Essstörung. Vielleicht kommen Sie zu einem persönlichen Erstgespräch, dann können wir herausfinden, was für Sie am hilfreichsten ist. Alles Gute für Ihre weiteren Schritte!

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