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Anorexie nervosa meiner 11 jährigen Tochter

(Sandra Brezina fragte am 12.10.2009 um 23:18:45)

Liebes intakt-Team,
meine Tochter Nina war letztes Jahr - da war sie 10 Jahre alt - 7 Monate stationär an einer psychosomat.Kinder-u.Jugendabt. wg. Magersucht. 3 Monate davon wurde sie über eine Sonde ernährt. Dann erfolgte mit Astronautenkost eine zähe Umgewöhnung an Nahrung und ans Essen. Jetzt nach 9 Monaten ist sie wieder an der Klinik, wieder in Stufe 5 (die bei Nina absolut nichts bewirkt)und mit Sonde. Seit April 2008 hat Nina regelmäßig Einzeltherapie, mit uns Eltern Familientherapie, an der Klinik (sofern sie nicht in Stufe 5 war und ist) das übliche Kreativ-Programm.

Meine Frage, da wir nur Rückschritte machen (trotz Sonde und dem Versuch, dass sie zusätzlich isst, was aber nicht klappt!!! hat sie 200 Gramm abgenommen. Sie kann es einfach nicht und hat panische Angst vor dem \"Fett-Sein\"): gibt es eine Lösung außerhalb des Stufenprogramms, etwas fern einer Hospitalisierung. Mein Mann und ich sahen uns auch das Therapiezentrum Weidenhof an, aber es erscheint uns als Wienern für unsere 11 jährige Tochter als zu große Loslösung aus ihrem jetzigen sozialen Umfeld (Freunde, die sie besuchen, wir Eltern, ihre 13 jährige Schwester,...). Gibt es in Wien und Umgebung Ansätze für so junge Patientinnen, die an Magersucht leiden und kein \"transparentes Trauma\" als Auslöser durchgemacht haben? Gibt es eine Therapie, bei der die PatientInnen nicht zwischen den klassischen Stufen hin- und herpendeln und wo es nur darum geht, Gewicht zuzulegen, wo aber das \"Krankhafte\" im Kopf mehr oder weniger unbehandelt bleibt. Gibt es in Österreich intensiv-therapeutisch betreute Wohngemeinschaften mit nachweislichen \"Heilungsraten\"?

Mit lieben Grüßen,
Sandra Brezina

(INTAKT antwortet am 14.10.2009 um 10:32:18)

Liebe Sandra Brezina! Ihr sorgenvoller Brief berührt uns sehr. Und wir verstehen Ihr Anliegen gut. Doch leider ist uns keine solche Einrichtung bekannt. Was Die Entfernung zu Kärnten anbelangt, haben Sie sicher Recht, eine 11-Jährige braucht ihre Familie und Freunde. Es ist verständlich, daß Sie über neue Wege nachdenken, doch muß es trotzdem im Moment darum gehen, daß das Gewicht von Nina stabilisiert wird, alles andere wäre zu gefährlich.
Sie schreiben, daß Ihre Tochter auch mit Ihnen in Familientherapie ist. Eine Möglichkeit, wie Sie als Eltern sich noch zusätzlich unterstützen können, wäre eine regelmäßige Paartherapie, um für sich neue Ressourcen entwickeln zu können, wie Sie sich stärken können und wie Sie am hilfreichsten mit so einer belastenden Situation umgehen und dadurch Ihre Tochter entlasten können.
Schicken Sie ihren Brief auch an andere Institutionen, vielleicht eröffnen sich neue Möglichkeiten. Sollten wir noch etwas in Erfahrung bringen, würden wir es Ihnen schreiben. Vielleicht geben Sie im Büro Ihre mail Adresse bekannt.
Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute für Ihre Tochter und Ihre Familie.

(INTAKT antwortet am 14.10.2009 um 11:24:43)

Worauf wir Sie noch hinweisen wollten, nächste Woche findet in Alpbach vom 22.-24.10 ein Essstoerungskongress statt.Nähere Informationen erhalten Sie über www.netzwerk-essstoerungen.at.
Diese Adresse kann Ihnen vielleicht auch über eventuelle Einrichtungen Auskunft geben.
Der Kongress ist jedes Jahr ein wichtiger Austauschplatz für neue Erkenntnisse und wird nicht nur von ExpertInnen besucht, sondern auch von Eltern und Angehörigen und auch Betroffenen und man hat viele Möglichkeiten auch der persönlichen Kontaktaufnahme mit Erfahrenen.

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