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therapie-/behandlungskonzept

(naomi fragte am 08.10.2009 um 21:55:07)

hallo!
ich bin 16 jahre alt, seit knapp 3,5 jahren magersüchtig und habe insgesamt 1,5 jahre davon in zwei verschiedenen spitälern stationär verbracht. ich bin derzeit immer noch in ambulanter kontrolle im akh und unabhängig davon mache ich seit mittlerweile 3 jahren eine therapie bei einer therapeutin in deren privatpraxis.
mein gewicht ist zwar nicht akut bedrohlich, aber dass ich schon so lange untergewichtig bin, hat natürlich seine folgen. und seit einiger zeit schaffe ich es nicht wirklich, wesentlich zuzunehmen, ich bin vielmehr gefährlich nah an meinem aufnahmegewicht im akh.
ich glaube nicht, dass mir eine weitere stationäre aufnahme helfen würde, aber ich bin etwas ratlos, wie ich weitermachen soll, und meine eltern wissen auch nicht, wie sie damit umgehen sollen.

es ist nicht so, dass mein leben nur von der magersucht besetzt ist, aber sie schränkt mich doch ziemlich ein, und das möchte ich endlich ändern!

bitte schreibt mir, welche vorschläge für behandlungskonzepte ihr für mich habt-bzw. welche möglichkeiten es in meiner situation im intakt gäbe.

danke!
lg naomi

(INTAKT antwortet am 12.10.2009 um 15:24:20)

Liebe Naomi, aus Deinem Brief - darf ich Du sagen - ist ersichtlich, daß Du an einem Punkt angelangt bist, wo Du Dir wünschen würdest, daß sich das, was Dir in Deinen stationären Aufenthalten und Deiner Einzeltherapie bewußt geworden ist, auch über Dein Gewicht zeigt. Das Gewicht verändert sich aber nur durch Essen und diese Veränderung ist niemandem anderen möglich als nur Dir. Was wir Dir bei uns im intakt zusätzlich zu Deiner Einzeltherapie und Betreuung im Akh anbieten können, ist die Verhaltensmedizinische Gruppe, die unsere Internistin Dr.Tiller leitet. Inhalte und Ziele dieser Gruppe sind
das Erlernen eines ausgewogenen Essverhaltens
das Einüben neuer Denk- und Verhaltensmöglichkeiten
die Information über Psychobiologie der Mangelernährung, Setpointtheorie, medizinische Komplkationen und soziokulturellen Hintergrund
die Analyse des essgestörten Verhaltens: Gefühle, Gedanken, Situationen und Personen als Auslöser
das Erkennen der Bedeutung und Funktion des Symptoms
die Reduktion bzw Beseitigung von Symptomen
die Analyse der symptomfreien Tage
und das Erlernen von rückfallverhütenden Massnahmen.
Du siehst also, in dieser Gruppe geht es um das Essen und wie man es wieder erlernen kann. Es ist aber wichtig, daß Du das gut mit Deiner Therapeutin absprichst, Dein therapeutischer Prozeß wird dadurch nur ergänzt.
Du schreibst auch, daß Deine Eltern nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Am hilfreichsten wäre, sie würden sich in persönlichen Beratungsgesprächen Unterstützung suchen oder sie könnten bei uns im intakt den Eltern Jour Fixe nützen.
Der Gesundungsprozeß ist ein langwieriger und es braucht viel Geduld mit sich, aber auch Mut, Neues auszuprobieren, neue Wege zu beschreiten und Schritt für Schritt Verantwortung für Dein Leben und Deine Gesundheit zu übernehmen. Denn nur Du kannst wirklich etwas verändern, und daß Du das willst, zeigt ganz klar Dein Brief.
Solltest Du noch mehr Info brauchen, kannst Du gerne wieder schreiben.

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