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Schwester von Magersüchtigen

(Anonym fragte am 22.08.2009 um 11:21:19)

Hallo!
Meine Schwester (23) ist nun schon mehr als 3 Jahren magersüchtig. Sie hat schon verschiedene Therapien und einen Klinikaufenthalt hinter sich. Bis jetzt hat sich jedoch nicht viel an der Situation verändert.Im September geht sie wahrscheinlich in eine Klinik- zumindest ist es geplant. Ich, 21 und Medizinstudentin, weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin eigentlich noch die einzige Freundin die meine Schwester hat und wir führen auch häufiger offene Gespräche über ihre Krankheit. Bis jetzt hatten wir eine sehr enge Beziehung zueinander und ich weiß, dass sie mir vertraut. Nun bin ich jedoch zum ersten Mal in der Situation, in der ich ihr gegenüber nur noch Wut verspüre. Denn es ist durch ihre Krankheit alles so kompliziert und jeder hat für sie Verständnis. Aber mir reichts, ich habe überhaupt keine Lust mehr irgendwie mit ihr zu sprechen oder sie gar zu sehen. Andererseits plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich nur so denke! Denn ich weiß ja, dass hinter ihrer Krankheit meine liebe Schwester steckt.
Ich weiß nicht mehr weiter, vor allem was den Umgang mit ihr angeht. Ich wäre für jeden Ratschlag dankbar!

Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 24.08.2009 um 13:33:44)

Hallo! Sie sind/waren in einer sehr schwierigen Zeit eine sehr große Unterstützung für Ihre Schwester. Dies stellt eine große Belastung dar, auf die mit verschiedenen Gefühlen reagiert wird (Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sorge....) und ist ganz normal. Im Kontakt mit Angehörigen, die an Essstörungen erkrankt sind, ist es besonders wichtig, auf die eigenen Grenzen zu achten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung,um den Beziehung zwischen Ihnen beiden weiterhin offen und ehrlich gestalten zu können. Sie dürfen auch mal Nein sagen. Es ist hilfreich, so wie Sie es auch beschreiben, die liebe Schwester hinter der Krankheit zu sehen. Ihre Schwester hat die Krankheit und sie ist nicht die Krankheit. Vielleicht kann Sie dieser Gedanke im Kontakt mit Ihrer Schwester unterstützen und ermöglicht somit auch wieder andere Themen zwischen Ihnen. Die Erfahrung zeigt,dass es zu positiven Veränderungen in familiären Beziehungen kommt, wenn (auch) die Angehörigen professionelle Unterstützung/Beratung in Anspruch nehmen. Wir hoffen Ihnen mit unserer Antwort eine kleine Unterstützung gegeben zu haben und wünschen Ihnen alles Gute!

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